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| … servas, die Buam! Wer Sonntag vormittags seine wöchentlichen Sendungen miterlebte, hat mit Heinz Conrads ein Stück österreichischer (Radio-)Geschichte mitbekommen. Von Michael Mössmer. |
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Erika Conrads mit einem Bild ihres Mannes Heinz, so, wie man |
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| "Als ich geboren wurde, war kein Mensch zu Hause. Die Mutter war gerade auf unserem
Feld, um Kartoffel zu holen. Es war nicht unser Feld, aber wir holten dort immer die Kartoffel. Wir waren elf Kinder
und alle hießen Emil, nur der Karl nicht. Der hieß Heinrich – und das war ich.“ So leitete Heinz Conrads
seine „Erinnerungen eines Twen – meine ersten 60 Jahre“ ein (Molden, 1974). Heinz Conrads wird als Sohn von Maria Hansal und Heinrich Conrads am 21. Dezember 1913, wenige Monate vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, in Wien geboren. Sein Vater betreibt eine Modelltischlerei mit ein paar Mitarbeitern in Penzing, dem 14. Wiener Gemeindebezirk, in dem Conrads bis zu seinem Tod am 9. April 1986 gelebt hat. |
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Heinz Conrads (2. v.r.) als Lehrling in der Modelltischlerei seines Vaters |
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| Die Anfänge Nachdem er die Schule absolviert hat, erlernt er bei seinem Vater das Handwerk des
Anfang des Zweiten Weltkrieges wird Heinz Conrads mit seiner Einheit nach Polen verlegt, von man ihn 1939 wegen einer schweren Krankheit wieder nach Wien zurückversetzt. Glücklicherweise muß er nach seiner Genesung nicht wieder zurück, leistet seinen Dienst weiterhin in Wien. Dann verändert eine Begegnung sein Leben, wie seine Witwe, Erika Conrads, erzählt: „Der große Heinz Sandauer, Kapellmeister an Wiener Bühnen, Komponist von Film-, Bühnen- und Unterhaltungsmusik und ab 1937 Dirigent des Wiener Rundfunkorchesters, sieht Heinz bei einem seiner ,Bunten Abende‘ und fragt ihn, ob er nicht Schauspielunterricht nehmen möchte.“ Und Sandauer war sehr zufrieden mit seiner Entdeckung, denn Conrads legte 1942 die Eignungsprüfung mit „sehr gutem Erfolg“ ab und wird – unmittelbar darauf – von Friedl Czepa (sie ist auch berühmte Schauspielerin und wird mit Namen wie Paul Hörbiger, Fred Liewehr, Hans Holt, Maria Andergast u. a. genannt) an das von ihr geleitete „Neue Wiener Stadttheater“ in der Skodagasse im 8. Gemeindebezirk engagiert. Diese
Als dann endlich der Zweite Weltkrieg zu Ende war, hatte sich Heinz Conrads mit seinen „Bunten Abenden“, Moderator von Modeschauen und als Conférencier von Kinoaufführungen einen Namen gemacht. Viele von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, werden sich noch an die Programme in den großen Kinos erinnern (z. B. im „Gartenbau“), die fester Bestandteil des Kinoabends waren. Damit war Heinz Conrads aber nicht ganz zufrieden, das war es nicht, wo er bleiben wollte. Da kam es gerade recht, daß ihm Hans Neroth (er betrieb eine Konzert- und Varieté-Agentur) zu seinen ersten Kabarett-Engagements verhalf. Diesen Weg verfolgte Conrads konsequent, gehörte sogar über viele Jahre – mit einer kurzen Unterbrechung – bereits zur „Stamm-Mannschaft“ Kabarett „Simpl“ in der Wollzeile. Das war in der Zeit, in der Karl Farkas als Conférencier, Autor, Darsteller, Regisseur und künstlerischer Leiter mit Großen wie Hugo Wiener, Ernst Waldbrunn, Cissy Kraner, Elly Naschhold, Henriette Ahlsen, Maxi Böhm, Fritz Muliar, Fritz Heller, Ossy Kolmann, und Karl Hruschka als „humoristisches Gewissen der Nation“ auftrat. |
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Auf der Bühne des Kabarett »Simpl«: Heinz Sandauer, Fritz
Muliar, Heinz Conrads, |
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| Was machen Sie am Sonntag… 1946 – auch hier hat sich Heinz Sandauer für seinen früheren „Schützling“ eingesetzt – startete Heinz Conrads mit seiner wöchentlichen Rundfunksendung „Was machen wir am Sonntag, wenn es schön ist?“. Später wurde der Name auf „Was gibt es Neues hier in Wien?“ geändert und ging schließlich unter „Was gibt es Neues?“ in die Rundfunkgeschichte ein. Der Autor dieser Zeilen ist sich sicher, daß vielen von Ihnen sofort die Kennmelodie in Erinnerung ist, mit der über Jahrzehnte eine Stunde Unterhaltung eingeleitet und auch beendet wurde. Der eine oder andere erinnert sich wohl auch mit ein wenig gemischten Gefühlen, war der Sonntag Vormittag in vielen Familien durch diesen Fixpunkt beeinflußt, da hieß es oft Ruhigsein und mithorchen. Heute, gestehe ich ein, denke ich gerne an meine geliebten Tanten zurück (und das ist nicht ironisch gemeint), wie sie fast andächtig der so vertrauten Stimme von Heinz Conrads lauschten, wenn er sich an die Kranken wandte, an die Alleinstehenden, zu deren einzigem Besucher er über die Jahre wurde. Die Verbindlichkeit, mit der er die Herzen von zwei Generationen eroberte, schien nicht professionell, sondern kam glaubwürdig aus den Lautsprechern. Es war überhaupt eine ganz andere Zeit, damals, es war vom Fernsehen als Massenmedium überhaupt keine Rede, das Radio war – von der „Austria tönenden Wochenschau“ im Kino abgesehen – das Fenster in die Welt schlechthin. Und das öffnete Conrads, indem er Geschichten erzählte, wie er auch im Text der Kennung als „Wochenplauderei“ bezeichnete. Über 40 Jahre hatte die Sendung ihre Hörer in ganz Österreich. Erika Conrads erinnert sich, daß ihr Mann die ganzen Jahre über vielleicht drei, maximal vier Sendetermine nicht einhalten konnte, und das auch nur, weil er krankheitshalber nicht aus dem Haus konnte. |
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| Der Schauspieler Der Schauspieler Heinz Conrads steht ab 1947 auf namhaften Besetzungslisten. Im „Wiener Stadttheater“ gibt er den „Zwirn“ im Singspiel „Die Drei von der Donau“
Er wirkte in mehr als 30 Filmen mit, von denen wir wir nur einige anführen wollen: „Feldherrnhügel“ von Ernst Marischka nach Alexander Roda Roda und Carl Rößler mit Annemarie Düringer, Adrienne Gessner, Loni Heuser, Hans Holt, Paul Hörbiger, Fred Liewehr, Ernst Waldbrunn, u.a.; „König der Manege“, ebenfalls von Ernst Marischka, an der Seite von Helmut Qualtinger, Rudolf Schock, Germaine Damar, Fritz Imhoff u.a.; „Hoch klingt der Radetzkymarsch“, unter der Regie von Géza von Bolváry, mit Boy Gobert, Paul Hörbiger, Gustav Knuth, Johanna Matz, Walter Reyer, Oskar Sima, Ernst Waldbrunn u.a.; „Einen Jux will er sich machen“, das Nestroy-Stück nach einem Drehbuch von Hans Weigel und Ernst Marischka, mit Helmut Qualtinger, Fritz Imhoff, Walter Müller, Hans Moser, Nadja Tiller u.a. Schade, daß hier weder Platz noch Zeit ausreichen, um auf alle einzelnen Filme und Schauspieler einzugehen, es wäre ein Genuß. |
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| Erster Talkmaster des ORF Als das Fernsehen Einzug in die heimischen Wohnzimmer hielt, präsentiert Heinz Conrads, sozusagen als „erster Talkmaster“ des jungen ORF, die wöchentliche Fernsehsendung „Was sieht man Neues“, in der ihn natürlich auch sein lieber Freund Gustav „Gustl“ Zelibor am Flügel begleitete. Viele Musikerinnen und Musiker, Autorinnen und Autoren verdanken ersten Auftritten in dieser Fernseh-Show ihre teils glitzernden Karrieren.
Heinz Conrads war auch begeisterter Wienerliedinterpret, aber auch -komponist und -texter, wie er mit seinem Lieblingslied „Als meine Tochter Klavierspielen lernte“ unter Beweis stellte. Lieder wie „Das Schneeflockerl und das Ruaßflankerl“, „Der Schuster Pokerl“, „Bitt‘ Sie, Herr Friseur“, „Stellt‘s meine Roß‘ in Stall“, oder „Wenn im Leb‘n amal Halbzeit is‘„ und „Suachst an Zwiefel, find‘st an Knofel“ (die letzten beiden von Josef „Pepi“ Kaderka) haben damals mit „Guten Abend am Samstag“ noch österreichweite Zuhörerschaft erreicht. Einmal im Monat wird auch in den Bundesländern aufgezeichnet. Die damals so futuristisch anmutenden Übertragungswagen waren Ziel des Interesses zahlreicher schaulustiger Buben mit ihren Vätern, während die Mütter mit ihren Töchtern danach trachteten, den „Bundesheinzi“, wie er auch genannt wurde, und den einen oder anderen Star von Angesicht zu sehen oder sogar ein Autogramm zu erhaschen. Die Liste der Ehrungen und Auszeichnungen, die man Heinz Conrads zuteil werden ließ ist lang, insgesamt zählt man 54, darunter das „Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“, das „Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst“, Ehrenzeichen von Wien und Niederösterreich und, als Krönung, der Berufstitel „Professor“. |
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| Das Familienleben Nun fragt man sich, wie jemand, der dermaßen im Licht der Öffentlichkeit steht, in Theatern und Kabaretts auftritt, an der Volksoper und bei Festspielen singt, Filmrollen ja nicht nur spielt, sondern auch Texte lernen muß, mit seinem
Nach fast 1800 Sendungen hieß es dann das letzte Mal „Servas, die Buam“: Heinz Conrads starb am 9. April 1986 und wurde in einem Ehrengrab der Stadt Wien am Hietzinger Friedhof beigesetzt. Wir danken Ing. Karl Koller für die Überlassung der Fotos. Er ist Leiter des Bezirksmuseums Penzing, das einen großen Raum dem Leben von Heinz Conrads widmet. http://www.bezirksmuseum.at/penzing/ |
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Sonntagmatinee zum 20.Todestag Bei den vielen Sendungen im Radio und Fernsehen waren unter anderem Ernst Arnold, Hansl Schmid, Karl Terkal, Adolf Dallapozza, Carl Dönch u.v.m. Bei der Sonntagsmatinee waren Erika Conrads, Friederike Terkal, Friedl Kunz, Ilse Edelmann und Freunde der Conradsrunde anwesend. Heinz Effenberg |
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| Hier geht‘s zu weiteren Fotos von Heinz Conrads (1) | ||||||
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erstellt am 01. 06. 06 © http://www.daswienerlied.at |
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