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Geburtstagsfeier für Trude Mally im
Wiener Volksliedwerk

Das Wiener Volkliedwerk lud zu einer großen Geburtstagsfeier für Wiens Altmeisterin des Dudelns, Trude Mally, die am 21. Jänner 2008 ihren 80. Geburtstag feierte. Unzählige Gratulanten hatten sich versammelt, viele von ihnen Musikerkolleginnen und -Kollegen, unter ihnen auch Prof. Karl Hodina und Roland Neuwirth.
     

Stehender Beifall für eine Größe des Wienerlieds: Trude Mally im Spiegelsaal des Wiener Volksliedwerks

Exakt am Geburtstag von Trude Mally, dem 21. Jänner, fand sich – auf Einladung des Wiener Volksliedwerks – eine große Schar an MusikerInnen, SängerInnen und GratulantInnen im wunderschönen „Spiegelsaal“ ein, um der Jubilarin ein würdiges Geburtstagsfest auszurichten. Unter ihnen (in der Reihenfolge ihres Auftretens): Kontragitarrist Rudi Koschelu (er führte durch den Abend) und Roland Sulzer (er ist der „Lieblingsbegleiter“ von Trude Mally am Akkordeon), die Natursänger Kurt Girk sen. und Willi Lehner, Agnes Palmisano (ihr vermittelt Altmeisterin Mally die hohe Kunst des Dudelns), Peter Havlicek (Gitarre) und Bühnenschauspieler und Sänger Robert Kolar. Dann erfreute Prof. Karl Hodina das Publikum, als er Trude Mally auf die Bühne bat und mit ihr gemeinsam einfühlsame, alte Wienerlieder sang und am Akkordeon begleitete. Als sozusagen Kontrapunkt brachten Roland Neuwirth und Doris Windhager ein für Neuwirth so typisches Wienerlied.

Darauf folgten „Die Weaner Spatzn“, also Fredi Gradinger am Akkordeon und Rudi Koschelu, die die Mutter des letzteren, Natursängerin Edith Koschelu, begleiteten, Thomas Hojsa (Akkordeon) und Helmut Emersberger (Gesang), Herbert Bäuml (Akkordeon) im Duo mit dem „vielbeschäftigten“ Rudi Koschelu, Roland Smetana (Akkordeon) und Peter Nagl (Kontragitarre) und das Lichtenthaler Quartett.

Sichtlich gerührt von dem großen Aufgebot saß das „Geburtstagskind“ Trude Mally, wie es so ihre Art ist, in der letzten Reihe, genoß dennoch die vielen Gratulationen, die mit unzähligen Blumensträußen und Billets verbunden waren.

Bescheidenheit und Humor sind, neben der faszinierenden Stimme, die offensichtlichen Eigenschaften der schon zu Lebzeiten zur Legende gewordenen Künstlerin, die am 21. Jänner 1928 in Neukettenhof, einem kleinen Ort nahe Schwechat, als Tochter eines Eisengießers geboren wurde. Das Elternhaus war der Gegend nach im ländlichen Stil mit Hühnern, Gänsen, Enten, Hasen und Tauben gehalten, wo auch Hund und Katze nicht fehlen durften.

Trude Mally im Duett mit Prof. Karl Hodina

Trude Mally begann bereits im Kindesalter Klavier zu spielen und so bahnte sich schon damals der musikalische Lebenslauf an. Trude spielte am Klavier, sang und jodelte, was ihr besondere Freude bereitete. Das Lieblingsfach in der Schule war natürlich die Singstunde, nicht einmal die Turnstunde war so interessant. Es wurde Hausmusik gepflegt und die ganze Familie hat gesungen. Der Vater spielte Gitarre, so ist Trude Mally bereits musikalisch aufgewachsen. Ihre Tante Ady Rothmayer war schon damals eine bekannte Sängerin und Jodlerin, lebte im 3. Wiener Gemeindebezirk und nahm ihre Nichte Trude öfter zu Veranstaltungen mit, wo auch sie sang und jodelte. Aus diesen „Abstechern“ wurden nach kurzer Zeit echte Auftritte und Trude Mally ist still und leise unter die Profis gegangen.

Inzwischen wurde aus Österreich die Ostmark und der Zweite Weltkrieg tobte in Europa. Ady Rothmayer wurde für das Fronttheater verpflichtet und nahm die bald 15jährige Trude mit auf Fronttournee. Monatelang in Rußland und in Riga feierte Trude Mally dort ihren 15. Geburtstag.

Von Riga ging es nach Norwegen, wo überall Lieder aus der Heimat gespielt und gesungen wurden. Auch auf das Jodeln freuten sich die Soldaten sehr, besonders in den Lazaretten, wo nur Leid und Elend auf der Tagesordnung standen. Diese Freude, die damals den Soldaten in den Augen stand, kann Trude Mally bis heute nicht vergessen. Auch in Wien war Trude bis 1944 bei der Lazarettbetreuung, dauernde Fliegeralarme und Bombardierungen zeichneten bereits das Kriegsende voraus und 1945 zu Ostern standen die russischen Truppen vor der Tür.

Trude Mally mit einem Gratulanten der Stadt Wien: Franz Schuller, Leiter des Veranstaltungsreferates

Nach den Wirren der Befreiung durch die Rote Armee zog endlich Frieden ein und aus der Ostmark wurde wieder Österreich. Nun begann man mit dem Wiederaufbau und die Künstler hatten Hochsaison. Es gab wieder Truppenbetreuung, aber diesmal für die alliierten Besatzungsmächte und Trude Mally war mitten darunter. 1947, bei dem Abschiedsabend im Bundeskanzleramt für den amerikanischen Hochkommissär General Marc Clark, trat Trude Mally mit den Faltl-Kemeter-Schrammeln auf, wo auch Kammersängerin Maria Cebotare, die unvergeßliche „Madam Butterfly“, sowie Emmy Loose und Irmgard Seefried dabei waren.

Mit Professor Faltl, Franz Kemeter und Paul Holbig, die als Faltl-Kemeter-Schrammeln bekannt waren, hatte Trude viele Auftritte und in den damaligen Kabaretts, Matinees und Bühneneinlagen vor den Kinovorstellungen war jeder Künstler total ausgelastet. Auch gab es Tourneen mit Hans Moser, Max Lustig, Paul Beck, Gretl Haslinger, Emmerich Arleth und dem Alpenklang-Trio mit Trude Mally, Karl Schwarz und Othmar Glatt. Auftritte in der „Schiefen Laterne“ (heute: „Moulin Rouge“) sowie in Filmen „Der Fünfminutenvater“, „Der verkaufte Großvater“. „Wiener Melodien“ und auch beim „Guldan im Colosseum“ auf der Schanzstraße, wo heute der ÖAMTC steht, in Breitensee. In dieser Gegend war auch die Familie Matauschek, eine bekannte musikalische Familie, die ein Weinhaus in der Breitenseer Straße 14 führte, wo Trude ihren späteren Schwager und langjährigen musikalischen Begleiter Pepi Matauschek, einen hervorragenden Akkordeonspieler, und ihren Gatten Fritz Matauschek kennenlernte. So kam Trude Mally in die Familie Matauschek und außer bei ihren Auftritten sag sie immer im überfüllten Saal des Weinhauses mit der ganzen Familie. Die Matauscheks waren berühmte Wienerlied-Interpreten und aus der Wienerlied-Szene nicht wegzudenken.

Auch in Ottakring, im Liebhartstal, sang und jodelte Trude Mally zur Freude des Publikums. Später, mit Karl Nagl als neuem Parnter, begann Trude im Cafe Rene Ecke Alser Straße – Hernalser Gürtel einen neuen Start als Alt-Wiener Duo, 10 Jahre pflegten sie das Wienerlied „aus der untersten Lad“ bis in die frühen Morgenstunden.

Nach einer kurzen zweiten Ehe mit einem Gastwirt trat Trude wieder mit Karl Nagl auf und sie gingen dann ins Liebhartstal musizieren bis 1983, wo Trude in Pension ging. Natürlich nicht für ganz, denn jetzt konnte sich Trude ihre Auftritte einteilen und so sang sie mit der Granddame der Dudlerinnen, Luise Wagner zusammen. Bei vielen Veranstaltungen waren sie zu hören und wieder mit von der Partie ist ihr damaliger Partner und Begleiter Pepi Matauschek. Im Wiener Volksliedwerk, Gallizinstraße 1, in Ottakring, war ihr musikalisches Zuhause und sie wird dort – nach wie vor – als Juwel der Wiener Volksmusik geschätzt.

Zahlreich sind auch heute ihre Auftritte. Wer Trude Mally sozusagen „hautnah“ erleben will, der hat bei ihren monatlichen Abenden „Trude Mally und Freunde“ im Heurigenrestaurant Prilisauer in Hütteldorf Gelegenheit dazu. Informationen über diese und viele andere Wienerlied-Termine finden sie hier >

Ein Blick in den wunderschönen Spiegelsaal des Wiener Volksliedwerkes

     
Unter Zuhilfenahme eines Beitrags von Joe Hans Wirtl in der Wienerlied-Zeitung „Das Wienerlied“
Alle Fotos: daswienerlied.at
     
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erstellt am 16. 02. 08 © http://www.daswienerlied.at