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Witz, Humor und schöne Lieder

Der Wienerlied-Verein "D´echten Weaner" lud zu einem beschwingten Frühlungsabend und sie folgten gerne der Einladung: Christl Prager, Karl Hodina und Rudi Koschelu, Helmut Reinberger, Walter Hojsa und Kurt Schaffer, Rudi Luksch und Victor Poslusny und der lustige Hermann. Durch das Programm führte Kurt Jellinek.
     

Präsident Kurt Landsmann, Rudi Luksch, Helmut Reinberger, Walter Hojsa, Christl Prager, Kurt Schaffer,
Kurt Jellinek, Victor Poslusny und "Der lustige Hermann" (v.l.n.r.). Leider nicht auf diesem Foto sind Prof. Karl
Hodina und Rudi Luksch, die gleich nach ihrem Auftritt zu einem anderen weitereilten.

     
Es war wieder ein fulminanter Spät-Nachmittag, zu dem der Verein "D‘echten Wiener" ins Haus der Begegnung Floridsdorf geladen hatten. Für den 29. April hatten sich ein paar Größen des Wienerliedes eingefunden, deren Namen schon für mehrere Stunden abwechslungsreiches Programm garantieren, durch das – routiniert und humorvoll wie gewohnt – Kurt Jellinek führte. In der Reihenfolge ihres Auftretens: Prof. Karl Hodina mit Rudi Koschelu, "Der lustige Hermann", Die zwei Strawanzer" Rudi Luksch und Victor Poslusny, Christl Prager, und, last but not least, "Die 3 old Knacker‘s" Kurt Schaffer, Walter Hojsa und Helmut Reinberger. Da wir auf daswienerlied.at über alle von ihnen schon mehrfach berichtet haben (klicken Sie bei Interesse einfach auf die unterlegten Namen und Sie finden eine Übersicht der Beiträge), wollen wir uns diesmal ein wenig dem "Lustigen Hermann" widmen.
 
"Der Lustige Hermann" hat, es ist kaum zu glauben, auch einen richtigen Namen, nämlich Hermann Maringer. Geboren ist er 1957 im niederösterreichischen Hausleiten, wo er seither lebt und die dortige Trafik betreibt (die hat er aber wahrscheinlich erst später übernommen). In den 80er-Jahren begann er bei Heurigen und "Festln" die Leute zu unterhalten, wurde dann für immer größere Veranstaltungen verpflichtet, füllte ganze Bierzelte. In den 90ern lädt man ihn ins nahegelegene Wien zu verschiedenen Veranstaltungen. Es hat sich herumgesprochen, daß er "vielseitig verwendbar" ist – unscheinbare Erscheinung (1,92 hoch, kg dreistellig) – so Maringer. Seit 1981 ist er "mit der gleichen Frau verheiratet", mit der er zwei erwachsene Kinder (Jg. 1981 und 1983) hat. Wenn neben Beruf und Berufung noch Zeit bleibt, geht er gerne Schwimmen, fährt gerne ein bißchen Chooper, im Wínter etwas Ski und "werkt im Haus herum".

Es gibt nicht allzuviel, was man – mit etwas Routine – nicht beschreiben könnte. "Der lustige Hermann" ist aber so ein Phänomen, über das man nachdenkt, einen Satz nach den anderen reiht, um diese dann wieder zu verwerfen. Hier bekommt das Wort "unbeschreiblich" eine konkrete Bedeutung, denn es gelingt kaum zu vermitteln, was er wirklich macht. Erzählt er Witze? Ja, doch sie wirken bei ihm, wie wenn er diese unmöglichen Situationen selbst erlebt hätte. Es ist aktuell, wenn er an die Politik austeilt, nicht aber, ohne alle Lager zu bedenken. Die eine oder andere "Geschichte" ist, wenn man so will, recht heftig, aber nie peinlich. Sein lebendiger Vortrag ist ein humoristisches Feuerwerk, seine Atemlosikeit – das Lustige quillt sozusagen aus ihm heraus – steckt sein Publikum sofort an. Denn das kommt vor lauter Lachen kaum noch zum Luftholen.

Wer ihn kennt, möchte wohl gerne in seiner Trafik die täglichen Zigaretten oder die Zeitung holen. Mit ein paar guten Ratschlägen oder einer der vielen, tiefgründigen Lebensweisheiten vom "Lustigen Hermann" würde der Tag wohl ganz anders anfangen. Ob er am "Konditor-Syndrom" leidet (Sie wissen: der dürfte jeden Tag so viel Süßes essen, wie er will, tut es aber nicht) und im Alltag ein griesgrämiger Trafikant ist? Unvorstellbar, wenn man ihn einmal erlebt hat. Das kann man nicht spielen, "so ist man einfach". Sie sollten jedenfalls einen seiner vielen Auftritte selbst erleben. Lachmuskelkater garantiert, diesbezügliche Beschwerden werden gerne entgegengenommen.
     
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erstellt am 10. 05. 06 © http://www.daswienerlied.at