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Saisonstart von "D‘ echten Weaner"
in Floridsdorf

Natürlich startete auch der größte Wienerlied-Verein unserer schönen Stadt in den Herbst. Mit dabei: Prof. Marika Sobotka, Tini Kainrath, Kurt Schaffer, Walter Hojsa, Rudi Luksch, Victor Poslusny, Uli Wehofer, Tommy Hojsa, Helmut Emersberger, Steinberg & Havlicek und, nicht zuletzt, "Der lustige Hermann".

Kurt Landsmann, Traude Holzer, Prof. Marika Sobotka, Kurt Jellinek, Rudi Luksch, Helmut Emersberger, Uli Wehofer, der Lustige Hermann, Walter Hojsa, Victor Poslusny und Tommy Hojsa (v.l.). Leider nicht auf dem Bild: Kurt Schaffer



Kurt Landsmann
Wie gewohnt, war der große Veranstaltungssaal des Hauses der Begegnung in der Floridsdorfer Angererstraße am Nachmittag des 23. September von den vielen Mitgliedern des Vereines "D‘ echten Weaner" wieder bestens besetzt. Was nicht verwunderte, hatte doch Präsident Kurt Landsmann mit seinem Team ein hochkarätiges Programm zusammengestellt. Er begrüßte auch das zahlreiche Publikum – wie gewohnt – mit so kurzen Worten, daß wir nicht einmal Gelegenheit hatten, ihn dabei "gscheit" zu fotografieren. Landsmann übergab dann an Moderator Kurt Jellinek, der die Aufgabe übernommen hatte, durch den Abend zu führen.

Den Auftakt machte das Duo Tommy Hojsa (an der Gitarre) und Helmut Emersberger (Gesang). Die beiden verfügen über ein interessantes Repertoire, das von selbstkomponierten Liedern (wie etwa "Badewaschl im Krapfenwaldlbad") über Karl Hodina ("I liaßert Kirschen für di wachsen ohne Kern"), Pirron & Knapp ("Tröpferlbad") bis zum Hojsa-Lied "Ich hör so gern die Lieder aus Wien". Gemeinsam mit Tini Kainrath von den "Rounder Girls" und Doris Windhager von den "Neuwirth Extrem Schrammeln" haben sie die "1. Wiener Pawlatschen AG" gegründet und wollten auch gemeinsam auftreten. Leider mußte Doris Windhager das Bett hüten, so begeisterte Tini Kainrath, von Thomas Hojsa begleitet, mit ihren großartigen Dudlern, die sie mit einer Grußbotschaft an ihr großes Vorbild Trude Mally einleitete: "Ich hoffe, daß mir Trude Mally noch viel beibringen wird!" Dann folgten der Mally-Klassiker "Drunt in der Schintergruam" und das moderne Wienerlied "Laß mi zu Dir".

"1. Wiener Pawlatschen AG": Tini Kainrath, Tommy Hojsa und Helmut Emersberger (Doris Windhager war leider krank)
Als Überleitung zu den "Old Knackers" musizierten und sangen Thomas und Vater Walter Hojsa gemeinsam auf der Bühne, was, so hört man, eine Premiere war. Nach einer knappen Stunde wurde dann Tommy Hojsa von Kurt Schaffer abgelöst, dem langjährigen Freund und Kollegen von Walter Hojsa. Es ist schon faszinierend, welche Energie Schaffer/Hojsa, die beiden Großen des Wienerlieds, ausstrahlen, mit welch großer Freude sie ihr Publikum zum Lachen bringen. Es gab auch "Das Wirtshaus zum goldenen Kreuz", "Der Wein is a Luader" und "Wann die Sunn scheint" zu hören.
 
Die "Old Knackers" Kurt Schaffer und Walter Hojsa   Sohn Tommy und Vater Walter Hojsa
Als nächste waren Rudi Luksch und Victor Poslusny an der Reihe und "eröffneten" mit dem Poslusny-Lied "Einfach so", gefolgt von Kroneggers "Wiener Drahrermarsch", "I und der Mond" und
Victor Poslusny und Rudi Luksch
"Wean is mei Wöd". "Der lustige Hermann" komplettierte dann den ersten Teil der Veranstaltung in seiner unnachahmlichen Art. Er läßt sich nicht – oder zumindest kaum – beschreiben. Er erzählt aus seinem Leben, aus seinem Alltag, durchmengt alles mit kurzen, treffenden Witzen und G‘schichterln (eines sei hier als Beispiel angeführt: "Ich hatte im Zeugnis lauter einser, nur in Leibesübungen hatte ich ein selbstbefriedigend"). Er reißt das Publikum mit, man bekommt während des Lachens kaum noch Luft. Doch die Veranstalter waren gnädig und haben uns – nach dem "Lustigen Hermann" eine Pause gegönnt. Zum Luftschnappen, aber auch, um wieder aufnahmefähig für gute Musik zu sein. 
Nach der Pause begann das Duo Steinberg und Havlicek den zweiten Teil des Abends. Traude Holzer und Peter Havlicek luden zu einer kleinen Reise ein, entführten uns zu einer polnischen
Traude Holzer und Peter Havlicek
Hochzeit und ins Jiddische, um dann mit "Die Glasscherbentanz" und "Der Mensch is ka Krawat" das Auditorium als Chor miteinzubeziehen. Mit dem selten gehörten Lied "Der Lumpenball in der Höll" bedankten sich Steinberg und Havlicek bei den vielen anwesenden Freundinnen und Freunden des Wienerlieds für deren Mitwirkung.

Geburtstagskind Uli Wehofer erfüllte nach dem zügigen Lied "Geh, borg mir doch dein G‘sicht" einen Publikumswunsch mit dem dramatischen Lied "Unter der Martinswand, ganz nah am Felsenrand". Ganz der dann so nachdenklichen Stimmung entsprechend folgte der Titel "Herrgott, gib dem Vaterl an Urlaub". Was man Uli Wehofer auch mit großem Beifall dankte.

Prof. Marika Sobotka leitete ihren Auftritt mit einer Hymne an viele der Anwesenden ein: mit "Der stramme Pensionist". Dann folgten das Lied "Bei meiner Tauf‘ ham d‘ Schrammeln gspielt" von Rudi Luksch und ein bunter musikalischer Blumenstrauß aus bekannten Wienerliedern wie "Bleib ma no a wengerl sitzen" oder "Ja, wir san halt Lichtentaler".

Kurt Schaffer und Walter Hojsa beschlossen den Abend – zur Freude aller – mit den wunderschönen, alten Titeln "Oh, du alter Stephansdom", "Die alte Hütt‘n" und "Es ist schön, mit an Freund alt zu werden".
 

     
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erstellt am 03. 10. 07 © http://www.daswienerlied.at