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"Wien bleibt Wien" bei der Wiener Volkskunst

Für den monatlichen Abend im Schutzhaus Ameisbach hatte Prof. Leopold Grossmann wieder ein großartiges Programm zusammengestellt: Zu Gast waren Eliza Baleanu, Angelika Blum, Peter Paul Hassler und Erich Zib vom radiowienerlied.at. Die abwechslungsreiche Abfolge wurde von Andreas Sauerzapf moderiert, der auch einige Wienerlieder beisteuerte.

Prof. Leopold Grossmann, Erich Zib, Sylvia Wally, Andreas Sauerzapf,
Angelika Blum, Peter Paul Hassler und Eliza Baleanu (v.l.)

Es war wieder einmal ein abwechslungsreicher, wunderschöner Abend bei der "Wiener Volkskunst" im "Schutzhaus am Ameisbach", dem Vereinslokal einer der größten Vereinigungen, die sich dem Wienerlied verschrieben hat. Da aber zur Wiener Volkskunst auch die Operette gehört, lädt Vereinspräsident Prof. Leopold Grossmann regelmäßig hochkarätige Sängerinnen und Sänger ein, die er als hochprofessioneller Pianist bei deren Auftritte immer wieder begleitet. Diesmal hatten Angelika Blum und Peter Paul Hassler zugesagt.

Erstmals aufgetreten ist diesmal die Rumänische Sängerin Eliza Baleanu. Sie hat von 1995 bis 1999 das Musikgymnasium Dinu Lipatti in ihrer Heimatstadt Bukarest besucht. 1999 ist sie nach Wien gekommen und hat hier sofort (bis 2003) mit ihrer Gesangsausbildung am Franz Schubert Konservatorium begonnen. Daraufhin belegte sie ein Jahr das Opernfach am Konservatorium für Musik und darstellende Kunst, Wien, wechselte 2005 ins Operettenfach am Konservatorium Wien PU, wo sie 2008 mit dem "Master Studium Operette" ihre Ausbildung komplettiert. Sie ist, unter anderem, Mitglied des Arnold Schönberg Chores, Solistin verschiedener Chöre, Ensembles und Orchester im In- u. Ausland (Deutschland, Frankreich, Italien, Rumänien, Spanien, Holland, Schweiz, Japan) und kann auf zahlreiche Engagements zurückblicken, etwa im Museumsquartier Wien, dem Konzerthaus, im Musikverein, Wien, im Stadt Theater Wien, im Stadttheater Wiener Neustadt, im Mozarteum, Salzburg, der "Glocke" in Bremen, in der Philharmonie Berlin, dem Atheneum Bukarest u.a. "Der Merker", Wiener Zeitschrift für Oper, Operette, Ballett & Konzert, schrieb, anläßlich einer Premiere von Franz Lehárs "Lustiger Witwe", von Eliza Baleanu als einer "höhensicheren, wohlgefälligen Stimme, ausdrucksvollem hübschen Gesicht und glaubhaftem Spielvermögen veranlagten sympathischen Sängerin". Dem kann man sich nur anschließen, wie es das Publikum am "Ameisbach" auch mit langanhaltendem Applaus eindeutig bestätigte.

Über die vielseitige Künstlerin, Schauspielerin, Sängerin Angelika Blum haben wir ja schon anläßlich eines Abends am Ameisbach berichtet – sie verfügt über Ausbildung in klassischem und Musicalgesang, in Jazzdance, klassischem Ballett und Modern Standard und kann auf eine lange Liste an Engagements verweisen und es gelingt ihr, das auf die Bühne zu bringen. Und das tut sie mit beeindruckender Leichtigkeit.

Peter Paul Hassler, Mitglied des Wiener Staatsopernchores, erhielt seine erste musikalische und sängerische Ausbildung als Sängerknabe in Klosterneuburg, später studierte er Gesang am Konservatorium der Stadt Wien. Es folgten einige Jahre Ausbildung beim weltberühmten Tenor Todor Masaroff. Während dieser Zeit wirkte er bereits in verschiedenen Chören mit, unter anderem im Chor des Österreichischen Rundfunks und im Extrachor der Wiener Staatsoper, in dem er immer noch tätig ist. Gleichzeitig stellt er durch solistische Auftritte, größtenteils mit dem Schwerpunkt auf geistliche Musik - unter anderem im Wiener Stephansdom - sein Können unter Beweis.

Seit 1996 widmet sich Peter Paul Hassler zunehmend dem deutschen romantischen Lied und gibt laufend in Wien und vor allem in den Bundesländern Liederabende. Zu seinem Repertoire gehören die gängigen Lieder und Zyklen von Franz Schubert, Robert Schumann, und anderen. Er pflegt eine intensive Auseinandersetzung mit dem Werk Carl Loewes, vor allem mit dessen zahlreichen Balladenvertonungen.

2002 ließ sich Peter Paul Hassler in Baden bei Wien nieder, wo er auch regelmäßige Konzerte im "Haus der Kunst" gibt, seit April 2007 singt Peter Paul Hassler im "Schubert-Geburtshaus" jeden Freitag Lieder und Zyklen des großen Liederfürsten für ein in- und ausländisches Publikum.

Es ist schon einige Jahre her, daß "Mister radiowienerlied.at" Erich Zib bei der "Wiener Volkskunst" aufgetreten ist. Er ist mit seiner Radiosendung "Ein Gruß aus Wien", die seit Jahren von Dutzenden Radiostationen auf der ganzen Welt ausgestrahlt und auch über das Internet gehört werden können, einer derjenigen, die – verhältnismäßig ungedankt – sehr viel für unser Kulturgut Wienerlied tut. Kein anderer transportiert so konsequent die wienerische Musik über unsere Grenzen hinaus, wo sie meist herzlicher aufgenommen wird, als in ihrer Heimat. Keine Stadt der Welt hat so hervorragende, vielfältige eigene Musik – dennoch wird sie hier vernachlässigt, man muß für ein paar Veranstaltungen außerhalb der Vereinigungen schon wirklich dankbar sein.

Doch kehren wir zurück zu Erich Zib, der eigentlich mit seinem Partner am Akkordeon, Franz Pelz, aufteten wollte. Doch leider war dieser aufgrund eines schon lange vorher vereinbarten Engagements verhindert. Was den Erfolg von Zib´s Auftritt aber kaum schmälerte, denn das Publikum spricht seiner angenehmen, ruhigen und humorvollen Art zu Interpretieren und seine musikalischen Beiträge zu moderieren, sehr herzlich an. Es ist einfach echt, was da "rüberkommt" – ebenso echt, wie seine mittlerweile erfolgreichen Bemühungen, Wienerlied-CDs selbst zu produzieren und, gemeinsam mit anderen, über seine Internet-Plattform zu vermarkten. Sein jüngster Coup war die österreichweit beworbene CD von Heinz Conrads, deren "Bestandteile" er mühsam aus tiefsten Archiven zusammengetragen hat. Erich Zib ist viel-engagiert und seit Jahren auf der ganzen Welt unterwegs. Und er findet trotzdem Zeit, in einer Abteilung des Krankenhauses Lainz regelmäßig (und kostenlos) den dort auf den Tod wartenden Mitmenschen die letzten Tage ihres Lebens ein wenig aufzuhellen - wofür wohl eine gehörige Portion Kraft gehört, auch wenn Erich Zib meint, daß es ihm Freude bereitet, wenn er sieht, daß seine Musik dort ein wenig hilft.

Last but not least kommen wir nun zum Tenor Andreas Sauerzapf, den wir von daswienerlied.at schon seit ein paar Jahren kennen. Er absolvierte sein Schauspieldiplom am Konservatorium der Stadt Wien und ist ein Theaterallrounder. 2007 erhielt er sein Operettendiplom mit Auszeichnung. Als Sänger und Schauspieler stand er bereits auf zahlreichen Operetten- und Schauspielbühnen von Wien bis Zürich.

Er spielte den 'Boni' in 'Die Csárdásfürstin', den 'Iwan' in 'Der Zarewitsch', den 'Josef' in 'Wiener Blut', den 'Gustl' in 'Das Land des Lächelns', den 'Benozzo' in 'Gasparone', den 'Calicot' in 'Madame Pompadour', den 'Tom' in 'Die Glasmenagerie', den 'Felix' in 'Bezauberndes Fräulein' oder 'Mr. Martin' in 'Die Kahle Sängerin', 'Hansi Bockerer' in 'Der Bockerer', 'Ladislaus Klapproth' in 'Pension Schöller' und moderierte die 'Silvesterbühne 2000' auf dem Wiener Rathausplatz.

Außerdem sah man Andreas Sauerzapf in 'Die lächerlichen Schwärmerinnen', 'Die drei Musketiere', 'Kiss me, Kate', 'Fra Diavolo', 'Die Verfolgung u. Ermordung des Jean P. Marat', 'Tod eines Handlungsreisenden' und zahlreichen anderen Stücken.

Auch sei noch erwähnt, daß er an einigen der Wienerlied- und Operettenwettbewerbe des Bundes humanitärer Berufssänger teilgenommen und auch oft die Moderation von Wienerlied- Veranstaltungen übernommen hat – wie auch an diesem wunderbaren Abend bei der "Wiener Volkskunst" im "Schutzhaus am Ameisbach".
 
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erstellt am 04. 02. 09 © http://www.daswienerlied.at