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Grünbaum, Farkas und Schrammelmusik

Die Vereinigung "Wiener Klang" lud am 21. Oktober zu einem besonderen Abend: Robert Kolar und Roland Sulzer boten Reminiszenzen an das legendären Duo Fritz Grünbaum und Karl Farkas; und zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte war es gelungen, ein Schrammelensemble zu engagieren: Die "Wiener Salon Schrammeln".

Roberg Kolar und Roland Sulzer vor dem vollbesetzen Saal im "Martinschlössl"

Im ersten Teil des Abends im Vereinslokal "Martinsschlössl" stand eine Reminiszenz an Fritz Grünbaum und Karl Farkas auf dem Programm. Robert Kolar und Roland Sulzer haben über die beiden unvergessenen Kabarettisten ein Programm zusammengestellt, das seinesgleichen sucht: Wenig Bekanntes aber dafür umso so Spritzigeres wurde von Robert Kolar auf seine eigene unverwechselbare Art dargebracht. Er ließ es sich nicht nehmen und trug das gesamte Programm auswendig vor. Um hier nur zwei Beispiele zu nennen: "Die Post" zeigte in humoristischer und geistreicher Weise, daß man auch bereits vor nahezu 80 Jahren gegen diese Institution einiges vorbringen konnte. Etwas ernüchternd das Resümee "wenig hat sich geändert". Brillant war auch die Rezitation von "Der Affe". Kolar zog dabei alle Register seines schauspielerischen Könnens, wobei seine roten Haare – er spielte zur Zeit dieses Auftritts den Titus Feuerfuchs im "Talisman" – das Groteske an dieser Geschichte noch unterstrich. "Aufpassen" hieß es da für das Publikum, denn Grünbaum erlaubt dem Zuhörer kaum mit den Gedanken abzuschweifen, sonst ist der Genuß dieses jüdisch-wienerischen Witzes stark gemindert! Der Sigismund, der ja bekanntlich nix dafür kann, "daß er so schön ist", durfte da natürlich auch nicht fehlen. Dem war auch in bezug auf Robert Kolar nichts hinzuzufügen.

Roland Sulzer ist ihm da mit seiner Ziehharmonika ein kongenialer Partner, der einfühlsam begleitet und den Couplets die unverwechselbare, richtige musikalische Farbe verleit. Daß er selbst auch Lieder vorzutragen weiß, ist bekannt. Seine spitzbübische Vortragskunst kam besonders gut beim Lied "Er trinkt kan Wein" von Gerhard Bronner zur Geltung; Schlußpointe "…der kann ka echter, rechter Wiener sein…" – man glaubt es ihm gerne.

Solcherart beschwingt und erheitert, ging es erwartungsfroh in die Pause und danach zu einem weiteren Höhepunkt: Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte war es gelungen, ein Schrammelensemble zu engagieren. Die "Wiener Salon Schrammeln" mit Prof. Paul Fields (1. Violine), Walter Hein (2. Violine), Josef Stefl (Knöpferlharmonika) und Peter Tunkowitsch (Kontragitarre) brachten wienerische Weisen der Brüder Schrammel, von Ziehrer, Strohmayer etc zu Gehör. Die süßen Geigen taten ihre Wirkung. Eine Stecknadel hätte man fallen hören können, wenn die Partitur eine kleine Pause vorsah. Umso stürmischer war dann der Applaus jeweils am Ende des Dargebrachten.

Besonders ist natürlich auch die Präsentation durch Prof. Paul Fields hervorzuheben. Er verstand es, mit wenigen Worten die einzelnen Stücke amüsant zu kommentieren und hatte damit die Lacher auf seiner Seite. Sein lustiges Geplänkel mit Kollege Tunkowitsch zeigte uns, daß Spitzbuben wohl alterslos sind.

Monika und Peter Hana ließen es sich nicht nehmen und brachten – eingehüllt von den Schrammelklängen – vier Wiener Lieder vom Feinsten zu Gehör. Mit "Alt Ottakring" von Richard Czapek wurde dieses Meisters gedacht. Fortgesetzt wurde mit einem weiteren nostalgischen Lied, dem "Silbernen Kanderl", gefolgt von "Geht´s und verkaufts mei Gwand, I fahr in Himmel, wann d´Geigen fiedeln wienerische Liedl´n"… nach einer Melodie von Johann Strauß. Damit sprach Peter Hana wohl vielen im Publikum aus der Seele. Mit "Lass mas krachen" von Johann Schrammel fanden die besinnlichen und amüsanten Einlagen der beiden Künstler ihren Abschluß.

Weit nach dem offiziellen Schlußakkord stimmten die "Wiener Salon Schrammeln" als Rausschmeißer einen Marsch an und setzten damit den endgültigen Schlußpunkt zu einem umjubelten, wienerischen Abend.

Die "Wiener Salon Schrammeln" v.l.: Prof. Paul Fields, Walter Hein, Josef Stefl und Peter Tunkowitsch (Kontragitarre)

Monika und Peter Hana

Robert Kolar mit rotem Haar, Monika Hana und Roland Sulzer (v.l.)

     
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erstellt am 05. 11. 09 © http://www.daswienerlied.at