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"Wir nehmen den Tod auf die Schaufel!"

"Hallo Wien - Halloween wienerisch!" – die heimische Alternative zum amerikanischen Halloween in schummrig, mystisch gestalteter Umgebung im Gasthaus Hansmann in Langenzersdorf mit Musik und Lesung von den "Weana Bleamerln", begleitet am Akkordeon von Herbert Bäuml, mit Luise Widhalm, Roswitha Breitenfelner und Dr. Leopold Kendöl.

Roswitha Breitfellner, Herbert Bäuml, Renate Kolfelner, Gertrude Reinthaler, Luise Widhalm und Dr. Leopold Kendöl

Es war ein wirklich schummrig-mystisch gestalteter Abend am 31. Oktober im Gasthaus Hansmann in Langenzersdorf in der Oberen Kirchengasse 3. "Hallo Wien – Wir nehmen den Tod auf die Schaufel!" meinten die "Weaner Bleamerln" Renate Kolfelner und Gertrude Reinthaler & Herbert Bäuml. Sie beschrieben ihr Programm als "österreichische Alternative zum amerikanischen Halloween" mit typisch zum Thema passenden Wiener- und auch anderen Liedern und Lesungen "weinselig, zynisch, morbid und auch ernst".

Und es war eine köstliche und sehr unterhaltsame Darbietung in diesem rustikalen Lokal mit schwarz gekleideten Künstlern, Gerippen, Spinnweben usw. bei Kerzenlicht und knisterndem Holz im offenen Kamin. Solo und dreistimmig haben sie gesungen, Gertrude Reinthaler tauschte ihre Zither gegen eine Gitarre, Herbert Bäuml blieb seinem Akkordeon treu, Renate Kolfelner moderierte und sang. Von "Kinder, weg'n mir braucht's ka Trauerg'wand" über "I geh mit da Schwiegermutter bad'n" bis zum "Tauben vegiften im Park" und vielen anderen "bösen" Schmankerln hat der Abend gehalten, was er versprach.

Die Lesungen begannen mit der "jüngsten" Literatin Luise Widhalm, Jahrgang 1920 (!). Und es war einfach köstlich, was diese Dame draufhatte. Sie trug amüsant und verschmitzt vor, unter anderem "Mit meine zwa PS bin i a Oldtimer word'n" oder "Der Arztbesuch". Besonders gut gelungen war "Das heiße Höschen", als Krönung ihres Vortrages gab sie "Du you speak english? – Ausdrücke der heutigen Jugend" zum Besten und verabschiedete sich "mit einem megageilen ,hiiiii!‘"
 

Luise Widhalm trägt vor: "Du you speak english? – Ausdrücke der heutigen Jugend"

Roswitha Breitenfellner brachte "Die lange Nacht der Museen-Sargmuseum", "Wie es um das Gesetz steht", Die Prosektur" und anderes. Von Dr. Leopold Kendöl hörten wir auch rabenschwarze Gedichte wie "Schwarze Pratergedanken, "Ewige Liebe – schwarze Gedanken" usw. Kendöl: "Ich bin derjenige, der immer fremde Gedichte vortragen darf und alle gehen dann auch mich los!" – Nein, niemand ging auf ihn los, und er wurde für seinen Vortrag mit reichlichen Applaus bedacht.

Unter den Gästen entdeckt: Helena Witzelsberger von der "Schule des Wienerliedes" und Dolferl Hofbauer, Sekretär dieses Vereines. Weiters Hertha Zwach und ihren Mann Walter – sie ist Gebietsleiterin der "Volkskultur Niederösterreich" von Wien und Umgebung und auch das Ehepaar Ingeborg und Wilhelm Börner, beide begeisterte Wienerlied-Fans.

Alle haben sich sehr amüsiert, gut unterhalten und mit den Liedern "Warum muaß ma aufhör'n, wann's am Schönsten is'?" und als Zugaben noch "Wann i des letzte Glaserl trink" und "Wann der Herrgott net will nutzt des gar nix" ging ein schöner unterhaltsamer Abend – etwas spinnwebenverhangen und mit einem leichten Gruselschauer über dem Rücken – zu Ende.
 
   

HSK

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Alle Fotos: daswienerlied.at/HSK    
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erstellt am 14. 11. 08 © http://www.daswienerlied.at