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"Eine Hommage an Heinrich Strecker"

Das "Waldmüllerzentrum" veranstaltete einen fulminanten Nachmittag für diesen großartigen Musiker anläßlich dessen 25. Todestages. Es sangen Prof. Walter Heider, Thomas Schmidt, Yumi Moreno und Ingrid Merschl, Prof. Leopold Grossmann und die Malat Schrammeln sorgten für die musikalische Begleitung. Als Ehrengast war Erika Strecker angereist.
     

Prof. Walter Heider, Thomas Schmidt, Yumi Moreno und Ingrid Merschl, im Hintergrund die "Malat Schrammeln"

Bereits zum dritten Mal wurden wir innerhalb kürzester Zeit zu einer Veranstaltung zum 25.Todestag von Heinrich Strecker eingeladen. Diesmal hieß es am Sonntag, dem 1.Oktober, im Waldmüllerzentrum im 10.Bezirk "Bühne frei für Heinrich Strecker" veranstaltet von "Kultur10".

Bezirksvorsteherin Hermine Mospointner und Erika Strecker waren nebst vielen Ehrengästen anwesend, darunter auch der Mitautor des Buches "Liebes Wien, du Stadt der Lieder", das Leben und Werk Heinrich Streckers in Form eines "persönliches Dokumentes zur Geschichte des Wienerliedes. Lebens-, Musik- und Zeitgeschichte" darstellt.

Nach der Begrüßung der Gäste durch Bezirksrat Gerhard Blöschl wurde von den Interpreten Ingrid Merschl, Yumi Moreno, Prof. Walter Heider, Thomas Schmidt, Prof. Leopold Grossmann am Klavier und dem Ensemble "Malat Schrammeln" ein schönes Programm dargebracht. Es war buntgemischt durch die Welt der Operette und des Wienerliedes und Applaus und Begeisterung des Publikums zeugte für den gelungenen Nachmittag.


Heinrich Strecker hat unzählige Wienerlieder geschaffen, die heute – und natürlich auch in ferner Zukunft – immer und überall nicht nur erkannt, sondern auch (mit)gesungen werden. Nur, daß man halt den Namen Heinrich Steckers nicht damit verbindet. Ein paar Beispiele gefällig? Gerne:

Drunt in der Lobau
Ja, ja der Wein ist gut
Auf der Lahmgrub'n da steht ein altes Haus
Grüß mir die Stadt der Lieder
An der blauen Donau
Wann a Weana Musi spielt usw., usw., usw.

Heinrich Strecker wurde am 24. Feber 1893 in Wieden, dem 5. Wiener Gemeindebezirk, geboren, und im Lazaristenkloster im belgischen Theux erzogen. An dieser Schule wurde der Grundstein zu seiner musikalischen Laufbahn gelegt. Er erlernte 12 (!) Musikinstrumente, absolvierte an der Musikschule die Meisterklasse für Violine, schrieb mit


Erika Strecker vor einem Bild ihres Mannes
14 Jahren sein erstes Violinkonzert in A-Dur, das er dem damaligen belgischen König vortragen durfte und dafür eine hohe Auszeichnung erhielt. 1910 nach Wien zurückgekehrt, begann er Jura zu studieren, nachdem er vorher in Wels die Externistenmatura abgelegt hatte. Mit Kriegsbeginn 1914 rückte Strecker ein und rüstete, schwer verwundet, 1918 als Oberleutnant ab. Nach dem Krieg widmete er sich ausschließlich der Musik, studierte zwei Jahre bei Prof. Camillo Horn, komponierte anfänglich Klassisches. Aber die Wiener Musik, besonders das Wiener Lied, die Operette und das Singspiel, haben seinen Ruf begründet.

Das Gesamtschaffen von Heinrich Strecker umfaßt nicht weniger als über 350, mit Opus-Zahlen versehene Werke, der Großteil davon sind Volkskompositionen, d.h. Lieder der verschiedensten Genres. Die Operetten "Mädel aus Wien", "Der ewige Walzer", "Ännchen von Tharau" erlebten und erleben hunderte Aufführungen.

Über 20 Revuen wie "Lorelei", "Erzherzog Johann", "Die Kleine vom Zirkus" entstammen seiner Feder. Filmmusik "Narren im Schnee", "Meine Tochter lebt in Wien", "Vier Mädels aus der Wachau" und jede Art von Wiener Tanzweisen vom Marsch bis zum Walzer runden seinen musikalischen Einfallsreichtum ab. Die Fertigstellung seiner letzten Operette "Honeymoon", durfte Strecker noch erleben. "Honeymoon" ist die vollständige Überarbeitung einer alten Vorlage, der Operette "Küsse im Mai", die in der Welt eines Bienenstaates spielt. Nach den Worten seines Librettisten B. Hardt-Warden hat Strecker mit dieser Operette sein Bestes gegeben. Für sein Schaffen erhielt Strecker hohe Auszeichnungen und viele Ehrenmitgliedschaften.

Nach einem Herzinfarkt verstarb Heinrich Strecker am 28. Juni 1981 in Baden bei Wien.
 
   

HSK/MM 

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erstellt am 18. 10. 06 © http://www.daswienerlied.at