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| Raritäten von Stolz und Strecker in der Brigittenau »Wie damals in Wien« Zu den vielen guten Gründen, nach Wien zu fahren, gehört auch ein Besuch der Brigittenauer Operettenkonzerte. Dort wird vor allem die Wiener Musik gepflegt. Konzertbesucherinnen und -Besucher lassen sich auch nicht durch plötzlichen Wintereinbruch davon abbringen, in den Festsaal vom Amtshaus Brigittenau zu kommen. |
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Thomas Schmidt, Margit Fussi, Sabine Wowy, Susanne Rath, |
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| Man weiß es schließlich zu schätzen, daß dort engagierte Künstler
lange nicht Gehörtes oder fast Vergessenes präsentieren. Liebevoll, aber nicht unkritisch. Erinnerungen
an das gute alte Österreich es war gnadenlos exportfähig und nicht nur bis an die Westgrenze des
ehemaligen Weltreichs. Vieles, was damals entstand, kann auch heute noch begeistern. Zu beweisen ist das mit Werken
von Robert Stolz und Heinrich Strecker. In seinem langen Arbeitsleben hat Stolz ein fast unüberschaubares Repertoire von Operetten, Singspielen, Chansons und Wiener Liedern geschaffen. Bei einer so reichen Produktion konnten nicht immer Treffer zutage kommen. Doch unter den fast vergessenen Werken gibt es kostbare Perlen. Die müssen allerdings oft mühsam gesucht und gefunden werden. Sie geben Zeugnis davon ab, daß Stolz Johann Strauß nicht nur als Dirigenten, sondern auch privat kennenlernte. Erlebnisse, die sich ihm tief einprägten. Der Komponist des gehaltvollen Singspiels "Ännchen von Tharau" und unvergessener Wiener Lieder, Heinrich Strecker, ist in seiner Geburtstadt Wien und darüber hinaus unvergessen. Daß diese Werke musikalisch und szenisch auch nach der Uraufführung im vergangenen Jahrhundert stark beeindrucken, ist nicht zuletzt auch den Interpreten zu verdanken.. Das Gesangsterzett und die musikalische Begleitung ließen wie immer aufhorchen. Diesmal waren es die Sopranistinnen Susanne Rath und Sabine Wowy, der Tenor Thomas Schmidt und Margit Fussi am Klavier. In dem vielseitigen Thomas Schmidt schätzen die treuen Besucherinnen und Besucher einen Interpreten, bei dem sie aufgrund seiner bemerkenswerten Leistungen nicht mehr von Kritik sprechen möchten. Und in der Tat: Seine meisten musikalischen Ausgrabungen entziehen sich den üblichen Kategorien und geben oft faszinierende Denkanstöße. Das ist vor allem beim szenisch gestalteten Potpourri aus Heinrich Streckers Singspiel-Operette "Ännchen von Tharau" unter Hinweis auf die damaligen bedrückenden politischen Zustände gelungen. Die Sopranistinnen Susanne Rath und Sabine Wowy konnten ihre reichen Gesangsmittel eindrucksvoll einsetzen. Makellose Technik, Stimmschönheit und emotionale Gestaltung. zeichnen sie aus. Ihre mit feiner Differenzierung gesungenen Lieder begeistern das Publikum. Mit einfachen Mitteln, ohne Extravaganzen, nimmt Sabine Wowy mit volkstümlichen Wiener Liedern für sich ein. Eindrucksvoll die Spielfreude von Susanne Rath und wie sie dabei wunderbar geschmeidig singt das ist grosse Klasse. Perfekt mischt sich ihre Stimme in den Duetten mit Thomas Schmidt ein Ohrenschmaus. Zuverlässig unterstützt von Margit Fussi am Flügel. Angesichts mancher langsamer Tempi waren doch Rhythmische Pointierung und dramatisches Drängen eindrucksvoll. Beim Jubiläums-Marsch und der Romanze für Klavier brilliert Margit Fussi mit federnden Rhythmen und drängenden Tempi. Es ist erstaunlich, daß dem engagierten Ensemble trotz weniger Proben immer wieder Produktionen wie diese gelingen. Ihnen ist hoch anzurechnen, daß sie den Operetten, Singspielen und Wiener Liedern sowohl den Klassikern als auch den Raritäten viel Platz einräumen. Ein Abend, bei dem alles stimmte und der Vorfreude auf die nächsten musikalischen Begegnungen weckt. |
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Dieter Herrmann |
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erstellt am 29. 10. 09 © http://www.daswienerlied.at |
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