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"Wiener Luft, Wiener Leut" in Meidling

Seit nunmehr 15 Jahren gibt es die "Meidlinger Kulturtage" im "Springerschlössl", neben Klassischem enthält das Programm heuer vor allem auch Wienerische Abende. Mag Franz Karl und Franz Salomon haben mit ihrem Präsidenten Dr. Christian dem Anlass entsprechend ein besonders festliches Programm zusammengestellt: mit Monika und Peter Hana und Clemens Schaller.
Peter und Monika Hana und Clemens Schaller 

Peter und Monika Hana und Clemens Schaller (v.l.)

Zu einem solchen ganz besonderen Abend wurde das Programm unter dem Titel "Wiener Luft, Wiener Leut", das Monika und Peter Hana gemeinsam mit Clemens Schaller entwickelt haben. Besonders die kabarettistische Seite des Wienerischen kam da zum Vorschein. So wurden neben Nummern von Piron & Knapp ("Mopedstar") auch selten gehörte Nummern wie "Wie geht's ihnen Herr Fröhlich" (Farkas/Grünbaum), "Geh ma Blumen brocken" (Leopoldi), "I wea blad sagda" (Österreicher/Marzik) oder "Rababzibab" (Wehle) zum Amüsement des Publikums vorgetragen.

Besonders hervorzuheben ist Clemens Schaller, der in einer Fortsetzung der Tradition eines Leopoldi, Bronner, Wehle, Klavier spielt und singt, aber auch seine beiden Partner mit viel Gespür und offensichtlichem Spaß an der Sache durch den Abend geleitet. Er tut das mit jener scheinbaren Leichtigkeit, die hohe Professionalität und Können verrät. Daß er überdies auch noch zu den Jungen zählt, läßt die Angst, daß diese Art von Abenden bald der Vergangenheit angehören könnten, völlig vergessen. Das schon deshalb, weil er selbst auch textet und komponiert und mit seinem Lied "Du bist mei Pupperl" seine Meisterschaft verriet. Nicht zu vergessen auch das von allen dreien vorgetragene und von ihm komponierte Pausenlied.

Alle drei Interpreten haben es immer wieder verstanden haben, durch gemeinsames Gestalten von Nummern, wie z.B. "A klans Laternderl" oder "Sehns dös is Weanerisch" und anderen, eine ganz besondere Stimmung zu erzeugen.

Monika Hana hatte sich neben den zahlreichen Duetten eher den besinnlichen Nummern des Abends verschrieben. Mit viel Charme und musikalischer Raffinesse konnte sie damit ihr Publikum neuerlich erobern. Egal, ob es sich ums "Silberne Kanderl" oder "Sonntag im Prater" – um nur zwei zu nennen –, handelte: In den Duetten ließ auch sie ihr komödiantisches Talent aufblitzen. Eine wunderbare Partnerin für beide Herren.

Peter Hana setzte seinerseits voll auf seine Komödiantik und hatte die Lacher damit auf seiner Seite. "Wenn ich mit meinem Dackel", die "Urwiener Ausdrücke", "Ach Sie sind mir so bekannt", "Rabazibab", etc., seien da nur stellvertretend genannt. Allerdings verstand er auch durch Lieder wie "In Wien da weht ein eigner Wind" oder "Heut hat mi a Fiaker g´führt" die besinnliche Seite der Wiener Musik hervorzukehren.

Die teilweise neuen, beschwingten Rhythmen, die auf das Konto von Clemens Schaller gehen, taten dem Abend insgesamt sehr gut, wie auch das swingende "Zwa aus Ottakring" von Alexander Steinbrecher, der wohl anläßlich seines 100. Geburtstages "droben" daran wohl seine helle Freude gehabt haben muß.

Freude hatte jedenfalls das Publikum, das lang anhaltenden Applaus spendete und beschwingt und bestens gelaunt versprach, auch eine der noch folgenden Veranstaltungen der Meidlinger Kulturtage zu besuchen.
     
Foto: Meidlinger Kulturtage
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erstellt am 16. 06. 10 © http://www.daswienerlied.at