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"Ich hab´ mein Herz in Wien entdeckt"

Unter dem Ehrenschutz von Reg.Rat Erika Strecker, der Witwe nach dem Komponisten, fand am 6. Oktober 2011 im Festsaal des Amtshauses Brigittenau ein weiteres der beliebten "Brigittenauer Heinrich Strecker- Konzerte" statt. Die Gesamtleitung lag auch heuer wieder in den bewährten Händen von Thomas Schmidt.
Julia Fürst, Thomas Schmidt und Elisabeth Fruhmann (v.l.)

Julia Fürst, Thomas Schmidt und Elisabeth Fruhmann (v.l.)

Da, wie gesagt, die Gesamtleitung auch heuer wieder in den bewährten Händen von Thomas Schmidt lag, konnte man sicher sein, daß man wieder einige neue Facetten des bekannten Wiener-Lieder Komponisten zu hören bekommen wird.

Und mit einem Wienerlied: "Ich hab´ mein Herz in Wien entdeckt" stellten sich gleich alle Solisten des Abends vor: Julia Fürst (in der Brigittenau eine "alte" Bekannte), Elisabeth Fruhmann (die junge Sängerin konnte heuer bis ins Finale des Heinrich Strecker-Gesangswettbewerbes vordringen), Thomas Schmidt und am Klavier der wie immer bravurös begleitende Manfred Schiebel.

Dann folgte jedoch einiges in anderen Rhythmen: Ob Shimmy ("In Unterrockerlbrunn", "Auch Kunigunde …" mit lustigen, originellen Texten, bei denen Julia Fürst ihr komödiantisches Talent beweisen konnte) oder Slowfox ("Wenn mein kleines Mädi weint" - Elisabeth Fruhmann) - Heinrich Strecker zeigt sich auch hier als gewandter, universeller Komponist.

Thomas Schmidt führte nicht nur einfach durch das Programm, er brachte auch sehr viel Informatives über den Komponisten und dessen Arbeitsstil. Außerdem lockerte er den Ablauf des Abends noch geschickt durch eingebaute Szenen zu einzelnen Liedern auf – z.B. "Ich hab´ dich geküßt in der Frühlingsnacht" mit Elisabeth Fruhmann als "Klatschspalten-Reporterin" und Thomas Schmidt als "verschmähten Royal-Lover"

Dann eine echte Uraufführung: aus der erst vor kurzer Zeit wiedergefundenen Operette "Waltraud" das Lied "Ihr will ich gehören", in der Tenor-Fassung eingerichtet und dargebracht von Thomas Schmidt.
 
Thomas Schmidt als

Thomas Schmidt als "verschmähter Royal-Lover" und Elisabeth Fruhmann als "Klatschspalten-Reporterin"

Sehr interessant war die Begegnung mit Streckers erster dreiaktiger Operette, "Erzherzog Johann", die 1929 an einer Wiener Vorstadtbühne erstaufgeführt wurde und von der es nur einen handgeschriebenen Klavierauszug gibt. Mit diesem Werk wollte Strecker, der zu diesem Zeitpunkt bereits schöne Erfolge mit kleineren Singspielen gefeiert hatte, erstmals Erfahrung für die große Operette sammeln. Er verwendet bereits hier, wie später in seinem wohl erfolgreichsten Bühnenwerk "Ännchen von Tharau", ein bekanntes Volkslied (hier den "Erzherzog Johann-Jodler") und baut drum herum eine komplette Operette mit vielen schönen Melodien. Ein "Dankeschön" allen Künstlern für ihre Mühe, denn diese Operette ist sicher ein gutes Beispiel für den reichen Schatz an Melodien, die man kaum noch einmal zu hören bekommen wird!

Der zweite Teil war dann dem Wienerlied gewidmet: Auf "Drei zarte Rosen" (Thomas Schmidt) und "I sing´ wie a Lercherl" (Elisabeth Fruhmann) folgte eine weitere Uraufführung: "Die kleine Bank in Neuwaldegg", von Thomas Schmidt im Nachlaß entdeckt und gekonnt vorgetragen.
Julia Fürst und Thomas Schmidt

Julia Fürst und Thomas Schmidt

Aber auch die wirklich hübschen Lieder "Hinter´m Kircherl in Sooss" (Julia Fürst) und "Ja so war´s einmal im alten Wien" (Elisabeth Fruhmann) sind typische Strecker-Melodien, die man gerne öfter hören würde!

Der von Manfred Schiebel anschließend brillant vorgetragenen Walzer für Klavier "Ballschwärmer" op. 152 veranlaßte das Publikum zu anhaltenden Ovationen!
 
Elisabeth Fruhmann, Thomas Schmidt, Julia Fürst und Manfred Schiebel (v.l.) werden mit reichlichem Applaus bedankt 

Elisabeth Fruhmann, Thomas Schmidt, Julia Fürst und
Manfred Schiebel (v.l.) werden mit reichlichem Applaus bedankt 

Manfred Schiebel und RegRat Erika Strecker

Manfred Schiebel und RegRat Erika Strecker

Mit einem" Großen Wienerlieder-Potpourri" (im Arrangement des Komponisten), wo man wirklich alle "Ohrwürmer" von Heinrich Strecker (Drunt´ in der Lobau - Das war in Petersdorf - Ja, hätt´ ma´s net, so tät´ ma´s net - Ja, ja der Wein ist gut - Heut Nacht um Acht beim Schottentor- Das ist mein Wien - Liebes Wien, du Stadt der Lieder - um nur einige zu nennen!) zu hören bekam, verabschiedeten sich die Künstler von einem begeisterten Publikum. Reichlicher Applaus belohnte sie für diesen schönen Abend in der Brigittenau!

Horst Kutschera

Alle Fotos: Helene Bauer    
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erstellt am 10. 11. 2011 © http://www.daswienerlied.at