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Conny Sandera-Runde: von Strecker bis Lee

Am 17. April fand wieder ein Wienerlied-Nachmittag bei Conny Sandera, dem Humanitären Bund der Natursänger, statt. Das Extrazimmer im "Wienerwald" Schönbrunner Straße war zum Bersten voll. Neben den Vereinsgästen hatten sich zahlreiche musikalische Freunde eingefunden: Luise Seitler, Walter Gaidos, Helmut Schmitzberger mit Gattin und Leopold Hawelka.
Conny Sandera, Ernst Franzan, Walter Gaidos, Michael Perfler, Luise Seitler, Günter Schneider, Helga Kohl und Leopold Hawelka 

Conny Sandera, Ernst Franzan, Walter Gaidos, Michael Perfler, Luise Seitler,
Günter Schneider, Helga Kohl und Leopold Hawelka (v.l.)

Den musikalischen Einstieg machte Helga Kohl und begrüßte die Gäste mit "Frühling in Wien" von Heinrich Strecker. Dann brachte sie ein romantisches Lied zur Erinnerung an den Gründer dieser Runde, Franz Sandera: "Es war die kleine Bar", anschließend ein humorvolles Couplet über die Freuden und Leiden der "G'sangskunst" von Gerti Straka-Wasservogel, die als Dichterin, Komponistin, Begleiterin und Chorleiterin auch in Wienerlied-Kreisen erfolgreich ist. Dazwischen gab es interessante G'schichteln zu den Komponisten.

Der nächste in der Runde war "Altmeister" Ernst Franzan, der mit unterhaltsamen Liedern und Witzerln die Stimmung anheizte. Er meinte zunächst "Ja, da kann man nix machen", ein Hörbiger-Lied von Hans Lang. Viele waren da seiner Meinung – und haben gleich mitgesungen. Mit heiteren Wienerliedern wie "Der Drahrerkönig" von Kurt Svab und "A Palatschinken kann man net trinken" von Josef Fiedler mischte er die Runde auf.

Anläßlich der gelungenen Übersiedlung sprach Conny Sandera zunächst Dank an den Verein, an die Mitglieder und an ihre Freunde für die jahrelange Treue aus. Ohne deren Unterstützung wäre die Fortführung des Vereines nach dem Tod von Franz Sandera unmöglich gewesen. Von ihrem ersten Begleiter, Fritz Jelinek, brachte sie eine musikalische Liebeserklärung "Wien, wer dich kennt, muß verliebt sein", ein stimmungsvolles Wienerlied, das Günter Schneider einfühlsam begleitete. Mit ihrer wunderschönen Altstimme sang sie das bekannte Lied "It was fascination" in der deutschen Fassung. Dann rief sie die Gäste wieder aus ihren Träumen mit "Wann die Schrammeln anblasen san".

Daraufhin gestand Walter Gaidos "I hab halt a Faible für Ober St.-Veit" von Richard Capek, der dort seine Frau kennen gelernt haben soll. Er begab sich anschließend in das Gebiet der Berliner Operette und entführte die Gäste mit seiner angenehmen Baritonstimme in "Das Reich des Indra" von Paul Lincke mit dem bekannten Lied "Es war einmal". Dazwischen sorgte er auch mit Witzen für fröhliche Stimmung.

Günter Schneider, der wunderbare und beliebte Pianist, der in jeder Tonart zu Hause ist und sich auch selbst begleitet, beschloß den ersten Teil mit einem Medley aus bekannten Stücken "Melancholie im September", "Es war ein Sommertraum" und "Rote Lippen soll man küssen".

In der Pause traf zu aller Überraschung Michael Perfler ein und durfte sich gleich ins musikalische Treiben begeben. Voller Überzeugung sang der sypmathische Künstler einen Hit von Sepp Fellner "Zwanzig, dreißig Jahrln jünger sollt' ma' sein" – obwohl er selbst ja dafür noch genügend Zeit hat. Bei weiteren schwungvollen Nummern wie Frankowskys "Ja, das sind halt Wiener G'schichten" und Hermann Leopoldis "Schön ist so ein Ringelspiel" konnte niemand seiner angenehmen Stimme und seinem lebendigen Vortrag wiederstehen und es wurde fleißig mitgesungen.

Dann mußte auch Luise Seitler etwas zum Besten geben. Es ist jedes Mal ein Genuß, der zierlichen Dame zuzuhören, wenn sie ihre humoristischen und tiefsinnigen Gedichte vorträgt, die oft mit einem unerwarteten Schluß überraschen.

Helga Kohl setzte mit einem Lied von Luise Seitler und Prof. Felix Lee "Wien, du bist ein bunter Blumenstrauß" fort, dann mit einem romantischen Wienerlied von Hans Weiner-Dillmann, "In Schönbrunn duftet süß der Jasmin". Dazu erfuhren die Gäste überraschende Details, auch daß Conny Sandera mit der Familie Dillmann persönlich befreundet ist. Helga Kohl beendete ihren Part mit einem selten gehörten Stück von Franz Lehár, "Durch die weiten Felder", und erntete viel Beifall für den berührenden Vortrag und die bezaubernden Koloraturen.

Ein Highlight folgte dem nächsten. Ernst Franzan sang bodenständige Wienerlieder wie "In Mauer fang' ma an" und "I such mei Gleichgewicht". Ein besonderes Gustostück war "Der Blaubart", ein Blues nach einem Text von H.C. Artmann, den Franzan selbst vertont hatte. Dazwischen gab es wieder Zwerchfelltraining mit heiteren G'schichterln.

Conny Sandera brachte stimmungsvolle Wienerlieder "Ein Gläschen Wein und du" von Werner Müller, dann nach einem Text von Lea Warden "Die Schrammeln werd'n uns alle überleb'n" – auch eine Betrachtungsweise – und einen verführerischen Tango von Ralph Benatzky "Mach mir eine Liebeserklärung", mit ihrer Samtstimme faszinierend interpretiert.

Auf Drängen des Publikums mußte nun auch Leopold Hawelka, der als Gast gekommen war, ein paar Kostproben seines Könnens geben mit Karl Vivarys Chanson "Eine große Komödiantin steckt in jeder schönen Frau", eigenen Parodien und amüsanten Einlagen.

Mit einem Lied von Franz Sandera, "Ich glaub', schön langsam wird es Zeit" sagte Conny Sandera nach diesem eindrucksvollen Nachmittag "Auf Wiedersehen" zu ihren Gästen. Ein begeistertes Publikum freut sich schon auf die nächsten Veranstaltungen beim Humanitären Bund der Natursänger. Die Termine finden Sie hier >
 
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Foto: Humanitärer Bund der Berufssänger    
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erstellt am 30. 04. 10 © http://www.daswienerlied.at