|
7. Juni: KR Charly Kotzina, Chef des Café
Bellaria – Tradition anno 1870 –, seine Gattin Monika, alle Freunde, Stamm- und andere Gäste und Künstler
und hatten sich eingefunden. Eigentlich gab dies ein Bild, wie an jedem anderen Montag auch, und doch war es etwas
Besonderes, nämlich Charlys 48. Geburtstag.
Würde der Chef des Hauses nicht mit solcher Begeisterung singen, gäbe es diese Montage nicht, nicht die
Musik, nicht diese besondere Gesellschaft, die sich bei jedem Wetter, den Krankheiten trotzend, den Schwierigkeiten
des Lebens entgegentretend, einfindet. Und es darf nicht vergessen werden, daß diese verschworene Stammtischrunde
von Waltraude ins Leben gerufen und von allen Teilnehmern vehement gepflegt wird.
Ja, man wartet förmlich auf das "Wolgalied", auf "Eva Maria", auf das "Kufstein-Lied"
und vieles andere, das von Charly gesungen wird. Vasilis, der Pianist, wie der Name schon aussagt, ist Grieche,
fügt sich in das bunte Bild hervorragend ein. Nicht nur, daß er immer wieder namhafte und interessante
Künstler mitbringt, nein, wenn er sein Handy einschaltet und seine griechischen Weisen singt, die so vom Café
Bellaria nach Griechenland in seine Heimat gelangen, dann ist das schon etwas Besonderes. Otto, der gute Geist
des Hauses, der seine Gäste verwöhnt, darf genau so wenig fehlen, wie seine musikalischen Einlagen.
So ist es nicht verwunderlich, daß von Politik bis zur Bühne prominente Gäste kommen, die die behagliche
Gemütlichkeit und freundliche Gastlichkeit im althergebrachten Stil – ohne freilich auf zeitgemäße
Annehmlichkeiten verzichten zu müssen – zu schätzen wissen.
Die Lokalität des Café Bellaria diente unter anderem als Schauplatz einer k. u. k. Hofbäckerei
und Konditorei in Ernst Marischkas Erfolgsfilm "Die Deutschmeister" mit Romy Schneider, Hans Moser und
Maria Perschy. Den Kaiser Franz Joseph spielte im übrigen Paul Hörbiger. In der Frühzeit des Tonfilms
reüssierten hier Größen wie etwa Marlene Dietrich, Marika Rökk, Zarah Leander, Hans Moser,
Paula Wessely, Paul Hörbiger und Theo Lingen.
Prof. Franz Antel führte hier im Café Bellaria oftmals Regie für einige seiner zahlreichen Filme.
Auch heute ist das Café noch Treffpunkt des Franz Antel-Künstlerstammtisches für Alt und Jung.
Nun zurück zu Charly's Geburtstag: Wolfgang Kaspar aus der "Wiener Bauernstub'n" stellte
sich mit einem Geburtstagsständchen ein. Walter Gaidos durfte auch nicht fehlen. Louis Essl, Tänzer und Schauspieler,
brachte uns Lieder aus dem "Zigeunerbaron" und das "Fiakerlied". Helga Kohl und Conny Sandera hatten sich für Charly etwas Besonderes einfallen lassen: Sie verkleideten
sich als "Rosenkavaliere" mit Zylinder und brachten ihm das Ständchen – wie kann's anders sein –
"Jung san ma, fesch san ma". Die Überraschung ist gelungen, es hagelte von Blitzlichtern, die Stimmung
war am Höhepunkt.
Nun, lieber Charly, normalerweise singe ich immer "Mach mir eine Liebeserklärung". Dieses Mal ist
es eine Liebeserklärung an das Café Bellaria, an Deine Gattin, an Dich, an unsere Freunde, die wir
alle eines gemeinsam haben: Die Begeisterung und die Liebe zur Musik!
Merci für die Einladung am Montag, sagen wir alle. Es war ein toller Abend!
Conny Sandera
|