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| "Wien und seine Künstler" Zum 11. Mal lud die Stadt Wien zur größen Wienerlied-Gala ins Rathaus. Wie jedes Jahr, wurde im Großen Rathaussaal von rund 15 KünstlerInnen ein umfangreicher Bogen über das WIenerlied gespannt. Diesmal sorgte Rudi Luksch für den reibungslosen Ablauf, Peter Rapp führte´durch den Nachmittag. |
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Peter Rapp (vorne) auf der Bühne des Rathaussaales mit (v.l.) Kurt
Strohmer, Clemens Schaller, Franz Eder, |
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| Das Wienerlied ist tot? Keine Spur! Waren es im November 2008 stolze 750 Besucher, so kam
man heuer, grob geschätzt, auf knappe 1000. Das ist mit Sicherheit rekordverdächtig und dafür hat
sich Kurt Landsmann, der Präsident von der Wienerlied-Vereinigung "D'echten Weana", den Applaus gleich zu Beginn dieser Veranstaltung aufrichtig verdient,
als er Publikum und Prominenz, allen voran Vizebürgermeisterin a.D. Ingrid Smejkal, herzlich begrüßte.
Wir Wiener wissen es uns zu schätzen, daß es Kurt Landsmann einmal im Jahr ermöglicht, in dieser
prächtigen Räumlichkeit wunderbare Musik, von WienerInnen komponiert und getextet, zu genießen. Und das Publikum zeigte sich auch dankbar jenen jungen Künstlern gegenüber, die mit Hingabe daran festhalten, Mentalität und Gefühle des Wieners wiederzugeben und zusätzlich mit heutigen Gedanken und modernen Rhythmen frischen Wind in die heutige Zeit bringen. Die heurige Wienerlied-Gala moderierte Peter Rapp. Wer ihn kennt, ist nicht überrascht, daß er nach der Begrüßung und gleich mit dem ersten Satz die Lacher auf seiner Seite hat. Bei ihm ist alles Situationskomik, man kommt gar nicht auf die Idee, daß er ein Konzept für seine Auftritte hat. So hat er sich spontan entschieden, ohne Begleitung "Der Großmutter ihr Kaffeehäferl" zu singen kann - und überraschend konnte das Publikum ebenso textsicher mitsingen. |
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Kurt Landsmann bei der Begrüßung |
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| Freudige Zustimmung im Publikum ist dann bei der Ansage des ersten Duos zu hören, dem
mittels Applaus die Vorschusslorbeeren gelten: Prof. Karl Hodina am Akkordeon und Rudi Koschelu an der Kontragitarre. Mir fiel auf, daß Hodina besonders gut gelaunt
war. Schon bei der ersten Melodie machte er Späße über das verzögerte Tempo, das aber bei
dem Musikstück "Der Eing'schliffene" sehr wohl seine Berechtigung hat. Selbstverständlich durften
das "Vogerl am Bam" und "Der Herrgott aus Sta" nicht fehlen. Die Wiener lieben Hodina. Rudi
Koschelu achtet nur auf "seinen" Hodina, den er einfühlsam begleitet und dafür auch von all
seinen anderen Kollegen hoch geschätzt wird. Die Stimme und das einfühlsame Spiel des Kontragitarristen
werden aber von vielen im Publikum nur am Rande wahrgenommen. Karl Hodina bleibt auf der Bühne und ergänzt das Duo Steinberg & Havlicek mit sichtlicher Freude zum Trio. Peter Havlicek begleitet die Sängerin Traude Holzer sowohl vokal als auch auf der Kontragitarre begleitet, deren Stimme, Mimik und die amüsanten Texte das aufmerksame Publikum faszinieren. Das Duo Rudi Luksch und Victor Poslusny kennt man besser als "Die zwei Strawanzer". Ihre große Liebe gehört sicher der Wiener Musik, aber zuhause sind sie überall dort, "wo die Musi spielt". Kennt man Rudi Luksch, der heuer übrigens für den musikalischen Ablauf im Rathaus verantwortlich zeichnete, dann weiß man, daß er äußerst kompetent in allem ist, was mit Musik zu tun hat. Sein Wissen ist so umfangreich, daß ich mir gut vorstellen kann, daß es wohl keinen guten Musiker gibt, den er nicht in- und auswendig kennt. Und nicht nur in Sachen Musik - er ist das lebendige Lexikon schlechthin. Victor Poslusny ist am Keyboard ebenso zuhause wie auf jeder Art von Gitarre. Er ist Musiker seit frühester Jugend und dementsprechend sind auch Erfahrung und Können. Das und seine wandelbare Stimme machen aus ihm den Allrounder, den Kollegen gerne in ihrer Band haben. Ein ganz großer Meister seines Faches ist Prof. Leopold Grossmann. Er hat in seinem Leben schon unzählige Erfolge gefeiert. An diesem Sonntag Nachmittag wollte er eigentlich die Sängerin Sabine Mach begleiten, die aber leider krankheitshalber verhindert war. So kamen wir aber unvermutet in den Genuß, Grossmann am Flügel mit Luksch und Poslusny als Trio zu hören. Als Begleitmusiker konnten sich die "Zwei Strawanzer" gleich beim nächsten Sänger beweisen: Herbert Sobotka, Präsident des Kulturvereins Donaustadt, war diesmal ohne eigenes Akkordeon, aber mit einer weiteren Liebeserklärung für unsere Heimatstadt Wien gekommen. Bei den Liedern "A Fahrkart'n nach Wien" und "I derf an Wien net denk'n" befinden sich Zuhörer und Sänger gefühlsmäßig auf gleicher Ebene. Schwungvoll ging es weiter mit dem "Duo Sobotka". Das frühere Ehepaar Prof. Marika Sobotka und Herbert Sobotka klingt frisch und fröhlich wie in alten Zeiten und animiert das Publikum, den Refrain mitzusingen. Das läßt sich kein Sangesfreudiger zweimal sagen. |
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Ein Blick in den randvoll besetzten Festsaal im Wiener Rathaus |
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| Noch nicht erholt von Peter Rapps originellen Sprüchen, folgte ein weiterer Angriff
auf das Zwerchfell: H.P.Ö. – Heider Poldi Österreich – brachte zwei seiner in Mundart geschrieben
Geschichten, die er mit dazugehörigem Akzent wiedergibt. Diese Reime kennen viele seiner Fans, aber wenn H.P.Ö.
sie gekonnt mimisch bringt, ist schallendes Gelächter angesagt. Da wird oft noch gelacht und getuschelt, während
er schon mit dem nächsten "Angriff" loslegt. Zum Abschluß seines Auftritts rief er mit einer
perfekten Stimmimitation des "Schmid Hansl" Erinnerungen an den legendären Cafétier wach. Der
ließ sich nämlich ab und zu überreden, sein Lieblingslied vom kleinen "Lausbua" zu singen.
Wer das jemals von "Schmid Hansl" selbst gehört hat, bestätigt gerne die Perfektion von H.P.Ö. Dann bat Peter Rapp "die Königin des Wienerliedes", Christl Prager, auf die Bühne – und der Applaus trug sie förmlich auf dem Weg dorthin. Obwohl sicher jeder hier Christl Pragers Stimme kennt, ist das Erstaunen über dieses Stimmvolumen immer wieder groß. Nicht verwunderlich also, daß viele Stimmen eine Zugabe fordern - damit hatte aber Rudi Luksch schon gerechnet und einen weiteren Auftritt Christl Pragers im zweiten Teil vorgesehen. Versöhnt durch diese Zusage, gönnt man den Künstlern die Pause. Der erste Auftritt nach der Pause gehört der "Weltpartie" mit Heinz Grünauer am Akkordeon und Franz Eder an der Gitarre. Sie sind so vielseitig, daß fast jeden Musikwunsch erfüllen können. Wir müssen uns aber mit vier Liedern zufrieden geben. Als nächstem Künstler gehört nun Kurt Strohmer die Bühne. An diesem Nachmittag bot er durch seine selbstgetexteten Lieder die Möglichkeit, in sein Herz zu schauen. .Die Melodie von "For Once In My Life" wurde zu "Verliabt", "Summer Wind" zu "Es geht so gschwind", "My Way" zu "Gsichta" und "New York New York" zu "Traumstadt Wean". Daß er aus "The Lady Is A Tramp", "Der Kurt den jeder kennt" machte, zeigt, daß er auch das Locker-Heitere schätzt. Daß Strohmer den Pianisten Clemens Schaller als Begleiter wählte, kam bestimmt nicht von ungefähr. Schaller ist nämlich nicht nur Pianist, Keyboarder, Komponist und Sänger, er spielt in verschiedenen Bandformationen, unterrichtet in Purkersdorf an der Musikschule, ist aber auch Lehrbeauftragter der Musik-Uni Wien. Dann standen die "Vienna Schrammeln" mit Karin Schlechta an der Violine, Herbert Schöndorfer am Akkordeon und Victor Poslusny an der Kontragitarre auf dem Programm. Hat Christl Prager mit ihrer Stimme schon vor der Pause wohlige Schauer verursacht, so wurden ihre Darbietungen durch den Einsatz der so gefühlvoll gespielten Violine Karin Schlechtas noch unterstrichen. Ein Lied, dessen Text wohl andeutete, daß wir ihren Bruder, Prof. Walter Heider, auf dieser Bühne wohl nie mehr sehen und hören werden, stimmte sehr nachdenklich und traurig. Längst hätte dieses Fest zu Ende sein müssen, aber noch fehlte Horst Chmela – der aber sogleich von Peter Rapp angekündigt wurde. Jeder hier kennt und liebt seine Lieder, von denen sowohl Text als auch Musik immer aus Chmelas eigener Feder stammen. Auch mit zwei Gedichten zeigte Horst Chmela seine sensible Seite und ließ durchblicken, daß diese Zeilen wohl bald vertont zu hören sein würden. Wenn Chmela dann zum Abschied fragt: "Was san mir?", dann wissen alle, daß "wir a Weltpartie" sind. Wer von den Künstlern noch nicht weggemußt hatte, fand sich noch einmal auf der Bühne ein und stimmte mit dem Publikum zu einem lautstarken Chor ein. Peter Rapp hatte noch immer Späße auf Lager und trotz einer kompletten Stunde Verspätung wirkten sowohl Künstler als auch Gäste fröhlich und entspannt. Es war ein wirklich gelungenes Fest des Wienerelieds, bei dem man wieder feststellen konnte, aus welch reichhaltigem Potential an Spitzenmusikern unsere Stadt schöpfen kann. Abschließend sei noch großer Dank an die Stadt Wien, an Kurt Landsmann gerichtet und auch an all jene, die sich Jahr für Jahr dafür einsetzen, daß diese Wienerlied-Gala stattfinden kann. |
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| Text und alle Fotos: Helga Schenk | ||||||
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erstellt am 20. 11. 09 © http://www.daswienerlied.at |
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