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Wiener Halbwelten im Café Prückl

Einmal im Monat (Sommerferien ausgenommen) laden Agnes Palmisano, Roland Sulzer und Peter Havlicek ins Café Prückl. Weil die beiden Herren wegen Urlaubs bzw. eines anderweitigen Auftritts verhindert waren, lud Agnes Palmisano andere Kollegen.

 Die Freude an der Sache ist deutlich zu erkennen: Maciej Golebiowski,
Agnes Palmisano, Helmut Thomas Stippich und Daniel Fuchsberger (v.l.)

Es war keine reine Wienerlied-Veranstaltung, die Helmut Thomas Stippich (Akkordeon, Klavier Gesang), Maciej Golebiowski (Klarinette) und Daniel Fuchsberger (Kontragitarre – eigentlich hat er einen Lehrauftrag an der Uni Graz für Schlagzeug) gemeinsam mit Mag. Agnes Palmisano


Mag. Agnes Palmisano
boten, es war ein Ausflug von vier Musikern, deren Freude an der Sache deutlich zu erkennen war. Und wie es bei einem Ausflug einmal so ist, erlebt man unterschiedliche Eindrücke. Als Intro gab es "Alles neu macht der Mai", eine französische Weise, gespielt am Akkordeon, gleich gefolgt von einem der wohl schönsten Dudler "Drunt auf der Lahmgruam", auch "Das Grüberl am Kinn" durfte nicht fehlen. Auch Lieder von Schubert und – auf drei Teile geteilt – von Arnold Schönberg ("Liebes Mädel, sei gescheit") wurden vorgetragen, wobei an dieser Stelle die überaus interessante Kombination der Instrumente erwähnt sei. Das teils Tragische, teils Freche der Klarinette unterstrich die Liedinhalte markant, was besonders bei jüdischen Texten, vertont von Gerhard Bronner, zum Tragen kam ("Rosinen und Mandeln"). Als Kontrapunkt setzten die vier Lieder von Hugo Wiener, wie "Der Novotny" oder "Die Pokornys", ein genial instrumentierter "Der Nowak" und "Hababzibab" von Peter Wehle. "Drunt in der Schintergruam" wurde von Palmisano und Stippich im Duett gedudelt. Den Abschluß bildete das Terzett "Die Teufelin". Und es war ein genialer Abend, wenn er auch, so hörten wir von dem einen oder anderen, viel zu wenig Wienerisches geboten hätte. Doch, wie schon der Name der Veranstaltung "Wiener Halbwelten" erahnen läßt, steht das Wienerlied nicht im Vordergrund – auch wenn es im Grunde genommen ja doch alles zumindest Wienerisch angehaucht war.
 
Maciej Golebiowski, Klarinette,

studierte an der Karol-Szymanowski-Musikakademie in Katowice, sowie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz bei Prof. Stefan Schilling. Maciej ist Gründer des Bläseroktetts "OTTO VOCI", fixes Mitglied des "Ensemble Zeitfluss", das auf moderne Musik spezialisiert ist sowie Solist des "Ensemble Klesmer Wien" für traditionelle jüdische Musik.

Darüber hinaus gilt seine Leidenschaft und Neugier der Wiederherstellung der Originalwerke für Bassettklarinette von Wolfgang Amadeus Mozart, er präsentierte diese unter anderem beim Eröffnungskonzert des Wiener Mozartjahres "Spirit of Mozart" 2006 sowie auf den Bühnen der Philharmonien in Katowice, Czestochowa, Koszalin, Lublin und Torun (Polen). Außerdem leitet er eine Musikschule für Blasinstrumente in Wien und organisiert Musikworkshops für Kinder.
http://www.gmusicm.com, http://www.musikschule.or.at
     
Daniel Fuchsberger
ist in Koppl bei Salzburg aufgewachsen, studierte Jazz-Schlagzeug und Jazz-Arrangement und -komposition an der Kunstuniversität Graz (Abschlüsse mit Mag.art. 2006 und 2007), spielte und spielt jedoch immer schon (also seit ca. 1993) angewandte Volksmusik auf dafür geeigneten Instrumenten (im Zweifelsfall Kontrabass, Ventilposaune und Perkussion), vor allem jedoch auf der Gitarre (nachzuhören auf http://www.Spafudla.at). Das führte ihn vor einigen Jahren unweigerlich zur Kontragitarre, deren Studium neben dem Studium des Lebens im allgemeinen und mexikanischer Marimba im speziellen einen großen Schwerpunkt in seinem derzeitigen Streben bildet.

Neben einem Lehrauftrag (für mexikanische Marimba) an der Kunstuniverität Graz bestreitet er sein Leben unter anderem als Marimbist/Vibraphonist des LOUNGEPAKETs und überlegt gerade ernsthaft, eine Dissertation (über mexikanische Marimbas) zu verfassen.
 
Helmut Thomas Stippich, Tasten,

spielte bereits als 6jähriger auf der heimatlichen Kirchenorgel in St. Andrä/Lavanttal. Trotz Studien in Klavier, Orgel und Gesang hat er sich den spielerischen Zugang zur Musik bewahrt: Seit 1992 leitet der unterschiedlichste Musikgruppen und Projekte in allen Stilrichtungen zwischen Kirchenmusik/Jazz/Volksmusik/Pop&Rock, unter anderem die A capella Gruppe "Vocrobatic" und ist gerngesehener und -gehörter Pianist im Wiener "Birdland".

Darüberhinaus ist er Produktspezialist für Keyboards & Clavinovas bei Yamaha und Gründer des "Klangportal", einer Plattform für Musiker und jene, die es werden wollen. Dort ist er auch als Lehrer tätig.
http://www.klangportal.at
     
Alle Fotos: daswienerlied.at     
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erstellt am 19. 05. 08 © http://www.daswienerlied.at