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| Wiener Lustspielhaus: "Calafatis Traum" Mit "Calafatis Traum" von Susanne F. Wolf, einer komödiantischen Hommage an das legendäre Prateroriginal Basilio Calafati, startete das Wiener Lustspielhaus unter der Intendanz von Adi Hirschal am 26. April in die neue Saison. Damit wird die Altwiener Zauberposse wieder belebt. Übrigens: Die Musik stammt von Tommy Hojsa, die Liedtexte kommen aus der Feder von Helmut Emersberger. |
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Glücksgöttin Fortuna (Konstanze Breitebner) und Salami-Verkäufer Basilio Calafati (Adi Hirschal) |
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| Im frühen 18. Jahrhundert war es just ein gebürtiger Grazer (der Schauspieler,
Prinzipal und Zahnreißer Josef Anton Stranitzk), der das sogenannte "Alt-Wiener Volkstheater" ins
Leben rief. Es rückte das Ensemblespiel ins Zentrum der Theaterarbeit. Der seinerzeit entstandene "Wiener
Spielstil", der sich nirgendwo im deutschsprachigen Raum vergleichbar wiederfindet, birgt die unbändige
Lust am Spiel in sich. Und exakt an diese Tradition knüpfte Schauspieler, Intendant und Regisseur Adi Hirschal
an. Zum Auftakt im Jahr 2004 stand das "Wiener Lustspielhaus" auf dem geschichtsträchtigen Platz "Am Hof" im 1. Bezirk. Dieser Standort wurde bewußt gewählt, denn in unmittelbarer Nähe befanden sich die Spielorte der alten Wandertruppen, Spaßmacher und Unterhaltungskünstler. Zielsetzung des "Lustspielhauses" ist es, der alten Tradition zu folgen und die besten Wiener Komödianten - von den etablierten Häusern bis zur Freien Szene - auf der Bühne zusammenzubringen und dem Wiener Spielstil ein kontinuierliches Forum zu geben. Die Musik wünschte sich Adi Hirschal vom Wiener(lied)-Musiker Thomas Hojsa mit dem er schon einige Jahre zuvor zusammengearbeitet hatte. Der junge Akkordeon- und Keybordprofi bewies übrigens im Mozartjahr 2006, wie Mozart geklungen hätte - hätte er Wiener Musik komponiert. Da gab es "So machen's alle", eine "Komödie mit Gesang" nach Mozarts "Cosi fan tutte". Der Text zu den Liedern stammt übrigens von Helmut Emersberger, der seit vielen Jahren mit Thomas Hojsa als Wienerlied-Duo zu hören ist. Doch kehren wir zurück zum Lustspielhaus. Am 26. April 2008 feierte Wien die Premiere von "Calafatis Traum", einer Zauberposse mit Gesang von Susanne F. Wolf. Im Geisterreich hängt der Liebessegen schief: Der böse Geist Sekantius (Nicolaus Hagg) liebt die schöne Glücksgöttin Fortuna (Konstanze Breitebner) und läßt sich auf ein fatales Spiel ein. Fortuna wettet mit Sekantius um das Liebesglück eines Sterblichen. Wetteinsatz ist der glutvolle Italiener Basilio Calafati (Adi Hirschal), seines Zeichens Salami-Verkäufer im Wiener Prater. Calafati selbst steht zwischen zwei reizvollen Frauen, der reschen Mizzi Magerl (Angela Schneider) und der zarten Sali Weit (Roswitha Meyer). Sekantius bringt Calafati dazu, der Liebe abzuschwören und schon beginnen allerlei Verwicklungen, in die ein kupplerischer Vater (Marcus Thill), ein möglicher Ehemann (Rainer Stelzig) und der Zauberer Schwanenfeld (Peter Lodynski) hineintrudeln. Verwicklungen, die oft von den Darstellern, zum Publikum zugewandt, kommentiert werden, und spritzige Zwiegespräche, die den Protagonisten auf offenbar den Leib geschrieben sind, bestimmen den Handlungsablauf. Der ist nicht auf die Bühne beschränkt, er bezieht vielmehr den Zuschauerraum mit ins Geschehen ein, wenn etwa Fortuna mit ihrem Füllhorn von den Scheinwerfern durch die Sitzreihen verfolgt wird. Die frei erfundene, komödiantische Hommage an Wiens berühmten Praterkönig Calafati ist ein lustvoll poetisches Zauberspektakel, das nicht nur dem Ensemble Spaß bereitet - der breitet sich nämlich unversehens auf das Publikum aus. "Calafatis Traum" läuft noch bis zum 6. Juni. Das Durcheinander läßt sich nicht einmal durch Fortunas heimliche Ränke zum Besten wenden. Oder doch? |
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Das Ensemble genießt den verdienten Schlußapplaus |
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| Susanne F. Wolf hat – in dramaturgischer Zusammenarbeit mit Sabine Pribil – für das
Stück einzelne Elemente aus der Biographie Basilio Calafatis verwendet. Es entstand eine – frei erfundene
– komödiantische Hommage an Wiens berühmten Praterkönig, ein lustvoll poetisches Zauberspektakel,
das Altwiener Traditionen neu belebt. Prinzipal Adi Hirschal schlüpft in die Rolle des Calafati und führt Regie; wie immer steht ihm ein wunderbares Komödianten-Ensemble zur Seite. Mit Konstanze Breitebner, Adi Hirschal, Roswitha Meyer, Angela Schneider, Nicolaus Hagg, Peter Lodynski, Rainer Stelzig, Marcus Thill Regie: Adi Hirschal Musik/Musikal. Leitung: Thomas Hojsa Liedtexte: Helmut Emersberger Künstlerische Mitarbeit/Dramaturgie: Sabine Pribil Kostüme: Gerlinde Höglhammer Choreopgraphie: Ferdinando Chefalo Termine: 15., 16., 17., 18., 20., 22., 24., 25., 28., .29. 30., Mai, 1., 3., 5., 6., Juni 2008 Beginn: jeweils 20 Uhr, Prater, beim Riesenrad Achtung neu: Numerierte Sitzplätze / Karten ab 10 Euro |
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Helmut Emersberger (li.) verfaßte die Liedtexte, Thomas Hojsa komponierte die Musik zu den beiden Lustspielen |
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| Ab 17. Juli: Der Geizkrag´n Ab 17. Juli 2008 ist im Wiener Lustspielhaus die Molière-Paraphrase "Der Geizkrag'n" zu sehen. Frei nach Molières berühmter Komödie "Der Geizige" hat Susanne F. Wolf eine wienerische Verwechlungskomödie geschrieben. Der reiche Privatier Herr von Harpinger, ein Geizkragen schlimmster Art, versucht, aus pekuniären Gründen seine beiden Kinder Elise und Clemens "unter die Haube" zu bringen. Doch Harpingers Ehevorhaben stehen unter schlimmem Stern: Elise soll zwar den grauslichen Anselm Schleiminger heiraten, liebt aber glutvoll den charismatischen Valentin. Clemens dagegen soll der Mann der Witwe Morgentau werden, er selbst glüht jedoch für die schöne Marianne, die wiederum sein eigener Vater heiraten will. Verwicklungen wohin man schaut. Alle wollen ihren wahren Herzensneigungen nachgehen und stürzen sich in skurrile Heimlichkeiten: wundervolle Ingredienzien für eine herrliche Komödie. Freuen Sie sich auf einen neuen wienerischen Theaterspaß mit Musik von Thomas Hojsa, die Liedtexte stammen von Helmut Emersberger. Premiere: 17. Juli 2008 Spielzeit bis 7. September 2008 http://www.wienerlustspielhaus.com/ |
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| Fotos: daswienerlied.at | ||||||
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erstellt am 10. 05. 08 © http://www.daswienerlied.at |
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