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Ingomar Kmentt beim Neuwirth

Am Freitag, dem 30. September, besuchten wir Ingomar Kmentt, der beim Buschenschank Neuwirth in Mauer alte und selten gesungene Wienerlieder zu Gehör brachte.
     

Ingomar Kmentt mit Stammgästen

Ingomar Kmentt wird 1945 in Wien in eine durchwegs musikalische Familie geboren, deren herausragendes Mitglied Waldemar, der berühmte Onkel, ist. Die ganze Familie sang mehrstimmig Volkslieder und Weihnachtslieder. Dennoch macht Ingomar nicht für die Musik zum Beruf, sondern entschließt sich zum Studium an der Akademie für angewandte Kunst / Meisterklasse für Innenarchitektur. Ab 1973 betreibt er ein eigenes Atelier und erfüllt Aufträge als Designer, Gestalter zahlreicher Ausstellungen und Messestände, entwirft mitwachsende Möbel für Kinder u.v.a. und erreicht 1989 in Brüssel auf der Erfindermesse "Eureca" eine Goldmedaille. Auch im Journalismus ist der erfolgreiche Architekt Ingomar Kmentt intensiv tätig, so als Chefredakteur der Fachzeitschrift "einrichten", arbeitet in der Tageszeitung "Die Presse" und in verschiedenen Fachzeitschriften im In und Ausland mit.

1991 macht er erste Bekanntschaft mit dem Wienerlied durch eine CD mit Heinz Holecek, die Kmentt in seinem Ausstellungskonzept "HOLZWEG" auf der Interieur 91 über die "legnopho- nischen Klangtafeln" des Erfinders Stefano Nardi zum Klingen bringt. Ab diesem Zeitpunkt beginnt sich sein Leben zu verändern – was schließlich dazu führte, daß er seine Berufe zugunsten seiner Berufung an den Nagel hängte: Der gefragte Architekt konzentriert sich auf das Wienerlied in einer besonderen Form, singt er doch mit besonderer Vorliebe Lieder, die nicht nur wegen deren Alter wenig bis kaum gesungen werden.
     

Dr. Elisabeth, Markus und Christian Neuwirth

     
Beim "Neuwirth", einer Buschenschank in Mauer, erleben wir dann eine weitere Facette: Ingomar Kmentt weiß nicht nur von der Geschichte und Geschichten rund um die Lieder in seinem Repertoire, er singt auch Texte, die er "ausgegraben" hat. Zum Beispiel einen von Hermann Leopoldi, aber in einer Fassung, die man während der Besatzungszeit nach dem II. Weltkrieg nur unter vorgehaltener Hand gesungen hat. Kmentt erläutert die Brisanz und wie der Text damals zu verstehen war. Diesem inhaltlichen "Privatissimum" kommt natürlich die intime Stimmung der Buschenschank Neuwirth sehr entgegen.

Christian Neuwirth ist der Weinhauer und Heurigenwirt. Auch er hat, wie Ingomar Kmentt, seinen Brotberuf (er arbeitete als Kulturtechniker und Wasserwirtschafter) aufgegeben. Der hervorragende Wein ist zumindest für den Gast eindeutige Bestätigung, daß diese Entscheidung gut war. Seine Frau, Dr. Elisabeth Neuwirth, ist trotz ihrer Zuständigkeit für Ausstattung, Garten und Public Relation ihren Beruf als Juristin treu geblieben. Sohn Markus ist Schüler.
     

Gute Musik, guter Wein und gutes Buffet – Herz, was willst Du mehr?

 

Alle Fotos: daswienerlied.at

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erstellt am 05. 10. 05 © http://www.daswienerlied.at