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Pino Barberi mit Liedern
der Vorstadt beim "Hansy"

Derb und fein zugleich sind die Wiener Lieder von Pino Barberi. Geboren in Italien, aufgewachsen jedoch in Wien Mariahilf, ging Barberi als junger Mann gerne zum Heurigen und entdeckte dort seine Liebe für das Wiener Lied. Die Heurigen besucht er heute noch gern, wenn auch nur mehr zu "Studienzwecken". Im Gasthaus "Hansy" am Praterstern gab er einen abwechslungsreichen Abend.

Pino Barberi bei seinem Vortrag im Gasthaus Hansy

Das Gasthaus am Praterstern, also Ecke Praterstraße und Heinestraße, kennt wohl jeder vom Vorbeifahren. Interessant ist, daß Gasthäuser in unmittelbarer Nähe von Bahnhöfen nicht unbedingt den besten Ruf haben, was aber auf ein Vorurteil zurückzuführen ist. Ein Musterbeispiel dafür ist das Gasthaus Hansy, das von Wolfgang Lehmann geführt wird (ihm gehört auch das "Wirtshaus Kaiserwalzer" in der Esterhazygasse im 6. Bezirk). Dort bietet er mit seinem Team gepflegte Wiener Küche und schenkt ebensolche Getränke aus. Was für uns Wienerlied-Freunde aber besonders wichtig ist, ist die Tatsache, daß er nicht nur selbst gerne Wienerisches hört, sondern seit geraumer Zeit auch typisch Wienerisches veranstaltet. Erst unlängst haben wir dort Ingomar Kmentt mit seinen "Taubenliedern" erlebt – diesmal hörten wir Pino Barberi mit einem bunten Wienerlied-Reigen.
Der gebürtige Italiener, er kam 1943 in Plesio in der Provinz Como zur Welt, ist in Wien aufgewachsen und da in die Schule gegangen. "Deshalb bin ich auch perfekt in Deutsch und im ,Weanarischen‘", erklärt er seine Herkunft. "In jungen Jahren konnte ich mich für das Wienerlied nicht begeistern. Doch mit zunehmendem Alter und durch regelmäßige Heurigenbesuche
Wolfgang Toifl las Anton Krutisch
entwickelte sich meine Liebe zu den Wienerliedern", so Pino Barberi, der dies anhand einer Reihe von Lieder unterschiedlichster Herkunft beim "Hansy" zu Beweis brachte. Einige davon, wie das vom "Lemonimann", Der Lumpenball in der Höll´", "Bin i net a fescher Kerl" oder "Alle Drei" hört man selten. Dem Publikumswunsch, auch Mitsingen zu können, folgt Barberi mit Titeln wie "D´Hausherrnsöhn´ln", "I suach a Braut mit 17 Häuser", "Glasscherb´n-Tanz" oder "In der Barnabitengass´n". Zu seinem Standardprogramm zählen natürlich auch "Es war net aufg´straht", "Wann ma unser Wean betracht", oder "Die Fahrkartn nach Wien" oder "I laß´ mi heut akupunktieren" von Josef "Pepi" Kaderka, um nur einige zu nennen. Schließlich sei noch erwähnt, daß Wolfgang Toifl, ein Arbeitskollege von Pino Barberi, ein paar G‘schichterln aus dem Buch "Wiener Lavendel" von Anton Krutisch vorgetragen hat – was das Publikum als willkommene Ergänzung zu den Wienerliedern mit großem Beifall bestätigte.

Wer Pino Barberi kennenlernt, spürt, daß er sich von seiner frühen italienischen Heimat noch einiges ins Wiener Leben "gerettet" hat: eine Mischung aus Lebensfreude und Energie, die er mit dem Inhalt der Wienerlieder vermengt. Und wenn er seine Kontragitarre zur Hand nimmt und zu Singen beginnt, spürt man die Freude, die er unserer Wienermusik abgewinnt – und seinem Publikum weitervermittelt.

"Hansy"- und "Kaiserwalzer"-Wirt Wolgang Lehmann und Pino Barberi

     
http://www.hansy-braeu.at/
http://www.kaiserwalzer.at/  
 
Alle Fotos: daswienerlied.at
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erstellt am 11. 04. 09 © http://www.daswienerlied.at