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F. Miklau und R. Teodorowicz
im "Goldenen Baum"

Der gebürtige Steirer Fritz Miklau singt mit Begeisterung Wienerlieder und gestaltete mit dem Pianisten Mag. Roman Teodorowicz einen beschwingten und heiteren Wienerliedabend im Restaurant "Goldener Baum" in der Waidhausenstraße in Penzing.

Fritz Miklau und Mag. Roman Teodorowicz

Am Dienstag, dem 20. April, luden Fritz Miklau und Mag. Roman Teodorowicz zu einem gemütlichen und stimmungsvollen Wienerliedabend ins Restaurant "Goldener Baum" im 14. Bezirk

Heinz Minati

Ulrich Chmel

Sonja Kutalek mit ihrer Mutter

ein. Es war eine freundschaftliche Runde von Wienerliedbegeisterten, viele Freunde von den "Schlaraffen" sowie auch anderen Gästen.

Fritz Miklau ist ein dem "Wienerlied verfallener" geborener Steirer und er gestaltete den Abend heiter und abwechslungsreich. Mag. Roman Teodorowicz ist gebürtiger Pole, kam nach Wien um Mozart, Schubert und weitere konzertante Musik zu studieren, liebt das Wienerlied und begleitet hervorragend viele InterpretInnen dieses Genres am Klavier. So auch an diesem Abend

Fritz Miklau moderierte humorvoll seine Lieder mit G'schichterln und Anekdoten und begeisterte alle mit seinem Vortrag. Gesungen wurden Lieder von Hermann Leopoldi, Hans Lang, Bruno Hauer, Ferry Wunsch, Josef Fiedler, Steiner-Belfanti usw. und wir staunten über sein reichhaltiges Repertoire. Die Zeit verging wie im Flug und bald hieß es Abschiednehmen – natürlich nicht ohne Zugaben.

Es ist sehr schön immer wieder Menschen kennenzulernen, für die das Wienerlied eine Herzenssache ist. Und dazu gehörten auch die Gäste dieses Abends. Dkfm.Wolfgang Sekira kam extra aus Salzburg angereist, um seinen Freund nach 41 Jahren wiedereinmal zu treffen – und es war eine sehr freudige und herzliche Begrüßung. Mag.Heinz Minati, auch er war als Gast anwesend, ist gerade dabei die Amateurkünstler-Organisation "AKO" aufzubauen, die es sich zur Aufgabe macht, oft wunderbare Talente zu unterstützen, die nicht so im Rampenlicht stehen. E-mail: heinz.minati@aon.at. Unter den Gästen entdeckten wir auch Sonja Kutalek. Sie war bei den Wienerlied-und Operettenwettbewerben des HBB dabei und ist mit Liedern aus Opern und Operetten, Evergreens usw. bei den verschiedenen Veranstaltungen zu hören. Sie hat sich ein reichhaltiges Wienerlied-Repertoire erarbeitet und trat auch bei Veranstaltungen der "Wiener Volkskunst" auf . Weiters hatten wir das Glück, einem Menschen mit einem fast schon in Vergessenheit geratenen Berufszweig kennen zu lernen: Ulrich Chmel, der eines der überaus seltenen Papiertheater bespielt. Es stammt aus einer Zeit, in der es weder Kino noch Fernsehen gab, man pflegte Hausmusik spielte in den eigenen vier Wänden auch Theater. … Mehr darüber und vieles andere finden Sie auf der Homepage von Ulrich Chmel, der auch vielseitiger Künstler ist: er zeichnet Cartoons und Karikaturen, fertigt hangeschriebene Urkunden usw. – zu finden unter
http://www.papiertheater.at

Dieser Abend bot nicht nur ein wunderschönes Wienerliedkonzert, sondern auch Kontakt zu sympathischen Menschen. So muß es doch schließlich sein, denn wer dem Wienerlied zugetan ist, hat auch bestimmt viel Herz und Gefühl.

Fritz Miklau
Geboren am 13.11.1945 in Schladming begann er – um dem Klavierunterricht seiner Mutter zu entkommen – in der Musikschule Schladming Flöte zu lernen. Das machte ihm viel Freude und er konnte auch bald nicht nur im Schülerorchester mitspielen, sondern auch seine Mutter, die Klavier spielte, und deren geigenspielende Freundin auf der Flöte begleiten. Dafür ist er auch heute noch seiner Mutter sehr dankbar, war sie doch auf diese Weise sein erster "Musikkamerad". Dann wechselte er über zur Klarinette und war schon mit 13 Jahren 1.Klarinettist in der Stadtkapelle Schladming. Ab da "gings bergauf": 2 Mal abends pro Woche Probe, viele Ausrückungen, im Sommer dazu noch 2 Mal Platzkonzert pro Woche und 1 Mal Heimatabend mit der "Edelweißkapelle". Am Wochende gab`s regelmäßig "5 Uhr Tee" mit der "Mecky Band" und in der Ballsaison wurde im ganzen Ennstal aufgetreten.

Die Schule hat darunter ein bißchen gelitten, aber nach einigen "Stockungen" wurde auch die Matura geschafft. Das Bundesheer war für Fritz Milau unmusikalisch, weil er sich als Gebirgsjäger freiwillig länger verpflichtete. Danach gings in die große Stadt nach Wien zum Studieren (Rechtswissenschaften). Die Musik ruhte, bis ihm seine Frau einmal zu Weihnachten eine Klarinette schenkte. Es

Fritz Miklau

Mag. Roman Teodorowicz

war ein besonderes Instrument, eine Sonderanfertigung, besorgt und ausgewählt von Prof. Richard Schönhofer von den Wiener Symphonikern, der ihn dann als Schüler und Freund aufnahm und ihn motivierte, seine alten Fähigkeiten wiederzuerlangen. Dann lernte er die "Schlaraffia" kennen und hatte dort eine Reihe von Wiener Spitzenmusikern, mit denen er zusammen musizieren und auch auftreten konnte (z.B. Leopold Grossmann).Damit nicht genug, spielte er auch einige Jahre im Akademischen Orchesterverein, bei Willi Schupp im damaligen Thalia Theater in Ottakring und beim Musikzug Rudolfsheim. Mit "Papa Bilek" und Paul Fields roch er auch in den Jazz hinein. Bis ihm das "zu fad wurde" und er das Lied "Im Hotel zur Nachtigall" singen wollte. Glücklicherweise fand er Susanne Amberg-Schneeweis als Gesangslehrerin, die ihm die Freude am Singen vermittelte. Mit Bernhard Maxara arbeitete er an seiner Stimmtechnik und seit 1 1/2 Jahren mit Kurt Steiner-Belfanti an seiner Präsentation.

Seine ersten Auftritte hatten es gleich in sich: mit den Spitzenmusikern Sascha Chevchenko am Akkordeon, Julius Darbas am Bass und Eugen Sipos an der Klarinette, dazu zeitweise Hans Hauf am Schlagzeug, sang er die amerikanischen Standards und vor allem die alten deutschen Schlager aus der Vorkriegszeit – und das alles im "Gypsi Swing". Damals wurde auch oft mit zwei Klarinetten gespielt, was eine besondere Herausforderung war.

Seit einem Reitunfall, bei der seine oberen Zähne gebrochen wurden, kann er nicht mehr Klarinette spielen und widmet sich eben dem Gesang. Sein musikalisches Ziel ist die Erweckung von Chansons und Liedern mit Tiefgang. "Dazu", so sagte Kurt Steiner, "mußt du erst einmal Wiener Lieder singen können!" Und mit ihm gemeinsam tauchte er in diese wunderschöne, und für einen "Provinzler" fast unbekannte, Welt ein und entdeckt immer wieder tolle Lieder. die ihm beim Singen richtig Spaß machen. Er ist davon überzeugt, daß Wiener Lieder vor allem ins Wirtshaus passen und so sucht er mir immer wieder welche, in denen man gut Essen und Trinken kann – und die Atmosphäre stimmt.

Der nächste Wiener Lieder Abend wird am Freitag, 10.10. im Gasthaus Sperl im 4. Bezirk in der Karolinengasse stattfinden, auch diesmal mit Mag. Roman Teodorowicz.

Mag. Roman Teodorowicz
Geboren in Polen. Diplom an der Musikakademie Danzig im Hauptfach Klavier mit Auszeichnungen. Preisträger des Kammermusikfestivals "Concerto Praha", des Festivals Russischer Musik und des L. van Beethoven Wettbewerbes in Danzig. Rege Konzerttätigkeit in Polen in Form von Soloprogrammen, Orchesterkonzerten (Haydn, Mozart, Beethoven, Chopin und Liszt) sowie diverse Aufnahmen für den polnischen Rundfunk. Seit 1991 in Wien, vorerst rege Zusammenarbeit mit Vokalisten. Zusammenarbeit mit der Johann Strauss Gesellschaft. Musikalischer Begleiter von Maresa Hörbiger in Reichenau und am Burgtheater. Für die nächsten Jahre sind vermehrt Konzerte mit virtuoser Klaviermusik geplant, u.a. in Österreich, Deutschland, Tschechien, Italien und dem Vatikan. (Der Künstler ist derzeit im Ausland. Wenn er zurückgekehrt ist, werden wir ihn um einen ausführlichen Lebenslauf bitten. Die Redaktion.)
 

Fritz Miklau und Dkfm.Wolfgang Sekira aus Salzburg

Alle Fotos: daswienerlied.at/HSK  

HSK

     
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erstellt am 04. 06. 08 © http://www.daswienerlied.at