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Sternstunden des Wienerliedes

Wer seine Liebe dem "Weanerliad aus der untersten Lad" verschrieben hat, dem ging sein Herz weit auf an diesem wunderschönen Sonntagabend, dem 27. November 2005, im ausverkauften Restaurant "Martinschlössl" im 17. Bezirk.
     

Der Saal im Restaurant "Martinschlössel". Auf der Bühne (v.r.n.l.:)
Gerhard Heger, Kurt Girk sen., Willy Lehner, Rudi Koschelu und Herbert Bäuml

     
Kurt Girk jun. richtete seinem Vater, Kurt Girk sen., unserem "Frankyboy aus Ottakring" – wie er liebevoll genannt wird –, einen Abend aus, der sich an Darbietungen ständig überbot. "Sternstunden des Wienerliedes" wurde er benannt. Und so war es auch!

"Die Stimme Wiens", Gerhard Heger, wir alle kennen und schätzen ihn, von den ehemaligen "Kolibris", als Solisten, von seinen regelmäßigen Abenden mit Rudi Luksch im Konzert-Cafe Schmid Hansl usw., und seine wunderbaren Vorträge. Er eröffnete den Abend mit den Worten: "Wir wollen zeigen, daß das Wienerlied lebt!" – und verband diese Einleitung gleich mit einer Anekdote: Seinen ersten Wienerlied-Auftritt vor Publikum hatte er vor 27 Jahren bei einem Grinzinger Heurigen mit dem Lied "Der Wiener Troubadour". Mit von der Partie waren Christl Prager und Ossy Molzer. Gerhard Heger schlotterten dermaßen die Knie und er zitterte vor Aufregung, daß ihm seine beiden Kolleginnen spontan hilfreich beistanden. Sie hängten sich bei ihm ein und geleiteten ihn auf die Bühne. Zwar zitterten alle drei noch ein wenig, aber alles ging gut und immer weiter bergauf.

Doch nun zurück zu den "Sternstunden". Gerhard Heger eröffnete also den Abend gleich mit ein paar Liedern aus "der untersten Lad", anschließend bat er den Hauptakteur des Abends, Kurt Girk sen., auf die Bühne. Der kam vom anderen Ende des Saales, seine Fans grüßend, mit erhobenen Händen auf Heger zu, der dies mit "er gibt Rauchzeichen" kommentierte. Diese Verständigungsart zog sich zu unserer Erheiterung durch den ganzen Abend. "Kurtl" hatte das Publikum sofort in seinen Bann gezogen.

Dann kam Willy Lehner auf die Bühne, auch er ist ein ganz Großer der Szene. Und dann ging es so richtig los: Im Solo, Duo, Trio, nur ganz kurz auf der Bühne abgesprochen, durften wir dieses herrliche Repertoire der "Drei Tenöre", wie sie selbst schmunzelnd bemerkten, genießen. Berührend war auch die Aussage von Kurt Girk sen., "Im Himmel spielt der Ziehrer" sei ein so wunderbares Lied, aber: Es hat drei Strophen. Girk: "Alan trau i mi des net. Do' mit meine zwa Haberer wird 's scho guat geh'n!" So bescheiden ist dieser Profi! Und wie nicht anders erwartet, hat es prächtig funktioniert.

Dann stieß Christl Prager zu der "Männerwirtschaft" auf die Bühne und zu ihrem Vortrag kann und braucht nichts anderes gesagt werden: "Sie ist die Königin des Wienerliedes!"
 

Christl Prager

So ging auch der zweite und dritte Teil bunt gemischt, heiter und mit viel Witz und Schmäh durchzogen, mit allen bereits erwähnten Interpreten weiter. Im zweiten Teil hörten wir das Lied "Zauber der Großstadt" von Victor Korce, auch begleitet von einem kleinen Geschichterl: Besagter Komponist, ein Ottakringer, kam eines abends, mit Hut und Mantel bekleidet, in sein Cafe, mit der Bemerkung: "I muaß glei wieder geh'n…" Am Nächsten Morgen saß er noch immer am Klavier und spielte! So war er!

Harry Steiner wurde als Gast im Publikum erspäht und natürlich gebeten, die Freude zu machen, einige seiner Lieder vorzutragen. Und er folgte diesem Ruf gerne. Begleitet wurden die Künstler von zwei bekannten und beliebten "Musikakrobaten" Herbert Bäuml (Akkordeon) und Rudi Koschelu (Kontragitarre). Sie agierten auch zeitweise als "Backgroundchor". Die beiden hatten Schwerstarbeit bei den spontanen Entschlüssen der Liedwahl seitens der Sangesfreudigen zu leisten, doch es gab keinen Zweifel daran, daß sie diese Aufgabe bravourös schaffen würden.

Gegen Ende des Abends zeigte Rudi Koschelu einen Anflug von Resignation, als alle drei miteinander singen wollten, sich aber auf keine gemeinsame Tonart einigen konnten: "Suachts euch halt jeder an Ton aus!"

Mit nicht enden wollendem Applaus ging diese zu Herzen gehende Veranstaltung zu Ende. Und wir hoffen, daß Sie, liebe Freundinnen und Freunde des Wienerliedes, bald einmal so einen Abend erleben können (wir übrigens auch)!
 
     

Harry Steiner

   

HSK

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Alle Fotos: daswienerlied.at

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erstellt am 05. 12. 05 © http://www.daswienerlied.at