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Radio Wienerlied-Stammtisch beim "Gigerl"
Der 500. Veranstaltungsbericht von daswienerlied.at

Einmal im Monat, jeweils am letzten Mittwoch, findet im gemütlichen Stadtheurigen „Gigerl“ im ersten Bezirk in der Rauhensteingasse, Ecke Blumenstockgasse ein Treffen für FreundInnen der Wienermusik statt. Initiiert wurde diese Institution von Erich Zib.
»Radio Wienerlied-Stammtisch« mit Erich Zib und Schauspieler, Bariton und Musicaldarsteller Michael Perfler

»Radio Wienerlied-Stammtisch« mit Erich Zib und Schauspieler, Bariton und Musicaldarsteller Michael Perfler

Einmal im Monat, jeweils am letzten Mittwoch, findet im gemütlichen Stadtheurigen „Gigerl“ im ersten Bezirk in der Rauhensteingasse, Ecke Blumenstockgasse, ein Treffen für FreundInnen der Wienermusik statt. Initiiert wurde diese Institution von Erich Zib, der selbst seit Jahrzehnten als Heurigenmusiker auf der ganzen Welt unterwegs ist – und das nicht nur physisch, sondern seit Jahren auch mit seinem „Radio Wienerlied“. Seine Sendungen bieten Woche für Woche neue Wienerlied- Rundfunkreportagen, die von derzeit 17 Radiostationen von Australien bis Kanada regelmäßig ausgestrahlt werden. Die Sendungen, die in der Länge von 30 und 55 Minuten produziert werden, können aber auch jeden Sonntag ab 0 Uhr MEZ die aktuellen Sendungen als MP3-Livestream (Flash) oder mit einem Real Media Player übers Internet angehört werden. Auf Erich Zibs umfangreicher Homepage finden Sie alles, was ein Wienerliedfreund sich nur wünschen kann: CD Shop, Notenmaterial usw. Ein Besuch lohnt jedenfalls.
Michael Perfler und Erich Zib

Michael Perfler und Erich Zib

Im „Gigerl“ unterhält Erich Zib gemeinsam mit dem Schauspieler, Sänger und Musicaldarsteller Michael Perfler mit einem bunten, abwechslungsreichen Programm. Perfler kann auf zahlreiche Haupt- und Titelrollen in Schauspiel- und Musicalproduktionen im In- und Ausland sowie in TV-Serien, Filmen, TV-Spots, Video-Clips verweisen, er tritt regelmäßig in Musical- und Klassikkonzerten sowie bei Wienerlied-Abenden auf und moderiert nebenbei auch noch. Zuletzt war er am Vienna Konservatorium als Leiter der Musicalabteilung tätig.

Eröffnet wurde der Abend mit „I hab ka Angst ums Weanaliad“ aus der Feder von Josef „Pepi“ Kaderka (er würde heuer am 22. Juni seinen 100. Geburtstag feiern); die Musik stammt von Bruno Hauer. Bei Liedern wie „Im Prater blüh’n wieder die Bäume“, „Resch und Fesch“, „A klans Laternderl und a klane Bank“, „Sehn’s das is’ Weanerisch“, „A Glaserl mit an Henkl“ oder die „Fahrkart’n nach Wien“ kann natürlich jeder mitsingen, denn es ist kein Konzert, dem man geduldig lauschen muß. Im ersten Teil des Abends stehen Erich Zib und Michael Perfler in der Mitte des Raumes, im zweiten Teil wenden sie sich dann mit „Tischmusik“ an die Gäste, die nach Herzenslust aus dem reichhaltigen Programm der beiden Musiker auswählen können. Da werden Lieder gewünscht wie zum Beispiel „I häng an meiner Weanastadt“, „Alt Ottakring“ und „Herrgott aus Sta“. Und die Stimmung ist so privat, daß nicht selten Gäste ein Mikrofon in die Hand bekommen und selbst singen. Da werden dann auch gerne alte Schlager gesungen, denn der Wienerlied-Stammtisch kennt musikalisch kaum Grenzen. Steirische Gäste im Publikum? Kein Problem, es gibt sofort ein Potpurri von „Ja das is der steirische Brauch“ bis hin zum typischen steirischen Landler – einschließlich Jodeln. Gäste aus Deutschland werden ebenfalls mit ihren heimischen Klängen begrüßt.
Helga Kohl

Helga Kohl

Als besondere musikalische Gäste waren die sympathische Sopranisten Helga Kohl und das "Nachwuchstalent" Siegi Preisz eingeladen. Von ihr hörten wir "Resch und Fesch", "A klans Laternderl und a klane Bank" – und beim Refrain sangen bereits die Gäste mit. Siegi Preisz wurde gleich anschließend "auf die Bühne" gebeten und es gab noch einen kurzen heitern Diskurs über die zu spielende Tonart (das sind die kleinen, liebenswerten Live-Pannen, die die Stimmung noch weiter auflockern). Als sich die beiden endlich "gefunden" hatten, ging es mit den Liedern " Sehn's das is' Weanerisch", "A Glaserl mit an Henkl" und mit der "Fahrkarten nach Wien" weiter.

Anschließen setzten wieder Perfler und Zib fort mit Liedern aus der "untersten Lad" und moderneren. Der als Gast anwesende "Freddy" K. Berger, bekannt durch seine Auftritte als Imitator seines großen Idols "Freddy", schlüpfte in die Rolle des Wienerliedsängers und zeigte uns daß er auch da sattelfest ist.

Doch wieder zurück zu den Hauptakteuren des Abends: Sie boten uns einen humorvollen Vortrag mit vielen lustigen Einlagen wie dem "Tröpferlbad" von Pirron und Knapp.

Erich Zib leitete, nach der Pause, den zweiten Teil mit den Worten ein: "Jetzt gibt es Gästewünsche und Tischmusik! Bis jetzt mußten wir nachdenken was wir spielen sollen, jetzt müßt ihr nachdenken, was ihr hören wollt – aber nachdenken müssen wir trotzdem, denn wir müssen es ja spielen! Logisch!"

Mit Ohrwürmern wie z.B. "I häng an meiner Weanastadt", "Alt Ottakring" und "Herrgott aus Sta" ging es weiter und von einem der Tische meldete sich Monika Hrabovszky  aus dem Publikum mit der Bitte an die Musiker, ob sie auch ein Lied vortragen dürfe. Diese Bitte wurde ihr gerne gewährt und wir waren über ihren Vortrag begeistert. Sie erzählte uns, sie sei eine begeisterte Wienerin aus dem Burgenland sowie ein großer Wienerliedfan. Und ihr Vorbild sei Christl Prager, aus deren Repertoire sie viele Lieder kennt und singt. Perfekt sang sie das Lied "Zimmer, Kuchl, Kabinett" und erhielt dafür viel Applaus. Es war für uns eine schöne Bereicherung, sie kennenzulernen.

Da auch Gäste aus der Steiermark anwesend waren, gab es ein großes "Ja das is der steirische Brauch"-Potpurri und zu dessen Abschluß versuchten sich Zib und Perfler kurz im Jodeln. Wienerisch ging es mit "Es wird a Wein sein…", "dem "Hagenbrunnerlied", "I riach an Wein…", "Schnucki ach Schnucki", Mama, geh bitte, schau oba…" und anderen weiter.

Helga Kohl wurde noch einmal gebeten und mit "Wien wird schön erst bei Nacht" und anschließend im sehr schön vorgetragenen Duett mit Michael Perfler "Wien, Wien, nur du allein" verabschiedete sich die Künstlerin von uns. Auch von Siegi Preisz hörten wir noch "Den Frieden auf der Welt" – dann ging es wieder mit Tischmusik weiter, wie lange, wissen wir nicht…
Siegi Preisz

Siegi Preisz

Der Stadtheurige »Gigerl«
„Gigerl“ ist einer der wenigen Heurigen in der Innenstadt. Zu finden ist er in der Rauhensteingasse 3, der Eingang ist in der Blumenstockgasse 2 – die beiden Gebäude sind Teil des 1230 gegründeten Klosters zur Himmelpforte. Gasträume und Schank sind in Räumen mit schweren Tonnengewölben untergebracht, die in Zusammenwirken von Holz, unzähligen Bildern und gedämpftem Licht eine zum Verweilen einladende Atmosphäre schaffen. Dazu gehört ein ebenso gepflegtes, wie umfangreiches Angebot an Getränken und ein appetitliches Buffet, das vom Liptauer- oder Bratlfettenbrot bis zum Blunzngröstl und – natürlich Wienerschnitzel mit Erdäpfelsalat – keine Wünsche offenläßt. Das „Gigerl“ steht sieben Tage in der Woche für seine Gäste zur Verfügung. Und, nicht vergessen, an jedem letzten Mittwoch im Monat gibt es hier den „Radio Wienerlied Stammtisch“.
 
Der Stadtheurige

Der Stadtheurige "Gigerl"

     
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Alle Fotos: daswienerlied.at  

HSK/MM

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erstellt am 09. 04. 10 © http://www.daswienerlied.at