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Wiener Melodien von Hodina und Neuwirth

Die Saison 2008 der beliebten Konzertreihe "Poldis Music Line" beginnt mit einem "wienerischen" Musik-Abend: Prof. Karl Hodina und Roland Neuwirth spielten im "Vogel-Keller" (in Wien 8., Josefstädter Straße 15, Restaurant "Fromme Helene"). Die prominenten Wiener Künstler präsentierten ihr Programm "Briada".

                          Roland Neuwirth und Prof. Karl Hodina (re.)       Foto: daswienerlied.at

Die Saison 2008 der beliebten Konzertreihe "Poldis Music Line" im "Vogel-Keller" (8., Josefstädter Straße 15, Restaurant "Fromme Helene") begann mit einem "wienerischen" Musik-Abend: Die prominenten Künstler Prof. Karl Hodina und Roland Neuwirth präsentieren ihr Programm "Briada" – Wiener Lieder mit Mundart-Gesang und Instrumentalstücke, darunter etliche Eigenkompositionen.

Christian Seiler, Journalist in Wien (ORF, "profil" u.a.) zur CD: „Im Periodensystem der Wiener Musik sind Roland Neuwirth und Karl Hodina die wichtigsten Elemente. Ungeklärt war bisher nur, wie sie miteinander reagieren. Hodina, ein strenger Traditionalist; ihm ist der Jazz, noch so eine strenge Tradition, in die Quetsche eingeschossen, und das ist keine Gemengelage für Kompromisse. Neuwirth, ein strenger Traditionalist auch er; er hat sich mit sämtlichen schwarzen Grooves verkuppelt und zelebriert seinen Schmäh impulsiv und anspruchsvoll.
Sagen wir so: Die beiden Herrschaften wissen, was sie wollen, also wissen sie auch, was sie voneinander wollen."

Prof. Karl Hodina ist jedem als Musiker und Maler bekannt. Hodina wurde 1935 in kleinen Verhältnissen in Wien-Ottakring geboren. Die familiären Wurzeln liegen in den Ländern der Donaumonarchie (die musikalische Begabung erbte er von seinem slowakischen Großvater mütterlicherseits, das Talent für Pinsel und Farbe von seinem böhmischen Großvater). Nach dem Krieg begann er erlernte er den Beruf eines Litographen, widmete sich aber auch schon in jungen Jahren der Malerei und der Musik, wobei er zunächst vor allem Jazz spielte. Ab 1969 konnte er ganz seinen künstlerischen Ambitionen folgen, sowohl als Musiker wie als bildender Künstler wurde er erfolgreich. Hodina wurde bald auch für Auftritte im Rundfunk und Fernsehen engagiert, es entstanden Fernsehporträts von ihm, er wurde auch Sendungspräsentator.

Als Maler gilt Prof. Karl Hodina als ein Hauptvertreter des "Phantastischen Realismus". Kennzeichnend für den Phantastischen Realismus ist die subtile Ausarbeitung der manieristisch-grotesk, oft auch erotisch-phantastisch anmutenden Bilder. Die Motive reichen vom Alten Testament, der * Apokalypse über phantastische Traumvisionen bis zu mythischen Themen. Zu den bedeutendsten Vertretern zählen die Maler der * Wiener Schule des Phantastischen Realismus (E. Fuchs, A. Brauer usw.) sowie B. Horst Janssen, Jürgen Rhode, Paul Wunderlich u. a. (zum Teil zitiert aus BeyArs Kunstlexikon). Er illustrierte Kinderbücher, befaßte sich intensiv mit dem Wienerlied, gab (1979) das von ihm verfaßte Wienerliederbuch „O du lieber Augustin“ heraus und war regelmäßig bei Konzerten und im ORF zu hören.

Kompositionen von Hodina wie "Hergott aus Stan" oder "‘s Vogerl am Bam" wurden zu Schlagern, vielleicht sogar zu Volksliedern. Goldene Schallplatten und Auszeichnungen belegen seine große Popularität. Seine Liebe zu Wien und zum Wienerlied drückt sich gerade auch in seinem Engagement für das kritische Wienerlied, für die Erneuerung dieses Genres und auch in der Verknüpfung mit anderen Musikrichtungen wie dem Jazz aus.

Sein reichhaltiges Schaffen und sein kulturelles Engagement wurde 1984 mit dem Berufstitel Professor honoriert, 2003 zeichnete ihn die Republik Österreich mit dem österreichischen Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft 1. Klasse aus, 2006 hat man ihm die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold verliehen.


Roland Jos. Leop. Neuwirth, Leiter der der "Extremschrammeln" schrieb an die 300 Lieder für Duo- und Schrammelbesetzung, darüberhinaus Tänze, Walzer,und Neutöner, einige Orchesterwerke, Theater-, Film- und Hörspielmusik. Sein Ensemble besteht seit 1974 und hat bis dato elf Tonträger eingespielt.

Neuwirth steht mit seinem Ensemble für die Erneuerung des Wienerliedes, erhielt dafür 1984 den Sonderpreis der Stadt Wien, wurde 1994 mit dem Nestroy-Ring und 2002 mit dem Silbernen Ehrenzeichen der Stadt Wien geehrt.

Schon 1957 schreibt er erste Gedichte, wenige Jahre später beginnt er, autodidaktisch Gitarre und Baß zu lernen. Schon 1968 tritt er – am Baß – in diversen Jazzformationen auf, wendet sich dann auch Blues und Rock zu. Neben dem Brotberuf als Schriftsetzer in einer Partezetteldruckerei absolviert er von 1973 bis 1977 ein Studium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien. In diese Zeit fällt, auf die Idee seines Vaters, die Gründung der "Neuwirth Schrammeln". 1983 entsteht die "rockige Schrammelmusik", ein Journalist prägt den Begriff "Extremschrammeln". Ab etwa 1985 widmet sich Neuwirth nur mehr der Musik und steht seit 1988 exklusiv bei Warner Music Austria unter Vertrag.

Nach der Fusion von Schrammelmusik und Pop-Sound auf seiner ersten Warner-CD "Guat drauf", schließlich – nach oftmaligem Wechsel der Streicher – entsteht die neue klassische Besetzung mit dem spezifischen Klang: Roland Neuwirth (Gesang und Kontragitarre), Doris Windhager (Überstimme), Manfred Kammerhofer (1. Geige), Tscho Theissing (2. Geige). Walther Soyka spielte die chromatische "Knöpferl"-Harmonika, seit Anfang 2003 tut dies Gigi Skokan.

Die höchste Auszeichnung erhielten Neuwirths Schrammeln nicht nur durch die Arbeit mit den Dichtern H.C. Artmann und Ernst Jandl, sondern, daß sie verstorbenen Fans die letzte Ehre erweisen durften. Neben der Herausgabe des Buches "Das Wienerlied" (Zsolnay) und einer CD-Anthologie "Die besten Schrammeln" mit historischen Aufnahmen (Trikont) ist Neuwirth immer wieder als Gastdozent an Schulen, darunter auch an der Wiener Musikuniversität, tätig.

Neben regelmässigen Tourneen durch Österreich, auch Konzertreisen in Deutschland, Kroatien, Bosnien, Frankreich, Griechenland, Afrika, den USA und Kanada. Zahlreiche Auftritte in Film und TV, zwei Fernsehportraits.


Die CD
Vor einigen Jahren haben diese beiden Größen des Wienerliedes zusammengefunden und treten – zu selten – miteinander auf. Im April 2007 sind drei Gipfeltreffen in der Wiener „Kulisse“ mitgeschnitten worden. Die Höhepunkte dieser Konzertabende mit Liedern und Instrumentalstücken, die die zwei Musikanten schon durch das ganze Leben begleiten, die meisten davon eigene Kompositionen, sind dann auf einer CD erschienen, die unter a.koepp@inode.at zum Preis von 18 Euro inkl. Versandkosten bestellt werden kann.

http://www.extremschrammeln.com
     
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erstellt am 07. 03. 08 © http://www.daswienerlied.at