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Lahner-Abend von "D'gmüatlichen Favoritner"

Dem Gedenken an den Wiener Mundartdichter Franz Lahner war ein gemütlicher Abend im Gasthaus Koci in der Draschestraße gewidmet. "D'gmüatlichen Favoritner" warteten mit einer neuen Auswahl seiner Gedichte auf und untermalten sie mit einer Vielzahl von Wienerliedern und solchen, die man gerne mitsingt.
     

Martha Balcarek, Robert Langrange, Elfi Pauli-Sammernegg, Edith Senitscher,
Ditha Lahner, Erwin Balcarek und Gustav Joch

Am Freitag dem 13.Oktober, wer abergläubisch ist sollte dieses Datum zu seinem Glückstag wählen, lud Ditha Lahner die Liebhaber der Mundartgedichte ihres Mannes Franz Lahner zu einer Lesung mit Musikuntermalung ins Gasthaus Koci im 23. Bezirk ein.



Franz Lahner Foto: privat
Es war ein gemütlicher, mit dem Herzen vorbereiteter Abend, an dem alle, die vortragenden Künstler sowie die Gäste, mit Begeisterung teilnahmen. Aufg'spielt hat das Ensemble "D'gmüatlichen Favoritner", mit Edith Senitscher am Akkordeon, Elfi Pauli-Sammernegg an der Zither, Gustav Joch an der Gitarre und Gesang, Robert Langrange an der Violine und Erwin Balcarek an der Zither, der auch die Lahner-Rezitationen brachte. Unterstützt wurde er mit Zwischenmoderation von seiner Gattin Martha.

Viele lustige Gedichte bekamen wir zu Gehör, war doch Franz Lahner ein Wiener Mundart-Dichter mit sehr viel Einfühlungsvermögen und Weitblick für das Leben und Treiben in seiner Heimatstadt. Er hat drei Bücher veröffentlicht und zwar: "So was kannst in Wien erleb'n", "Gedanken im Beisl" und "Weinblätter". Musikalisch wurden wir mit dem reichhaltigen Repertoire des Ensembles, begonnen von alten und neueren Wienerliedern über schon lange nicht gehörte Couplets über einige Evergreens, verwöhnt. Die Formation mit den beiden Zithern gab dem Ganzen eine besondere Note, man hört sie heute leider viel zu selten.

Franz Lahner war ein Sonntagskind und zwar im September 1935. Er wuchs in Mauer auf und erlernte nach Abgang von der Schule den Beruf des Zuckerbäckers. Aber das war nicht so ganz das Seine und so wechselte er ins Bankfach. Als Bankangestellter entdeckte er seine Liebe zum Dichten, insbesonderen das von Mundartgedichten. Er schickte damals auch einige an Heinz Conrads und wurde mit dem Gedicht "Advent 2000" durch die Sendung "Was gibt wes Neues" bekannt. Auch Prof. Rosemarie Isopp lud Franz Lahner in ihre Sendung "Wiener Charme" ein, in der er seine Gedichte selbst vortragen konnte. Viele Lesungen folgten beim ORF, bei Wienerlied- Veranstaltungen sowie in Pensionistenwohnhäusern und zuletzt in der Burg Perchtolsdsdorf.

Sein letztes Buch "Weinblätter" konnte er nicht mehr selbst vortragen, nach langer schwerer Krankheit ging er am 27.April 2004 für immer von uns. Durch sein Schaffen und seine Liebenswürdigkeit hat er sich jedoch einen unvergänglichen Platz in unseren Herzen geschaffen.
 

    HSK
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Fotos: daswienerlied.at

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erstellt am 24. 10. 06 © http://www.daswienerlied.at