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bratfisch in der Vorstadt(at)

Die Wahl des richtigen Urlaubsziels ist für den echten Wiener ein heikles Thema. Trautes Heim, Glück Allein, Club-Urlaub unter fremden Sternen oder doch wieder eine „Fahr nicht fort kauf im Ort" Woche in Kärnten. Das neue bratfisch Programm über Bürodepression, Copa Cagrana-Romantik und Fernweh.(© bratfisch.or.at)

Jürgen Partaj, Matthias „Matt die Saite" Klissenbauer, Tino Klissenbauer und Johannes „ZFett" Landsiedl

Schon lange hatte wir uns vorgenommen, endlich einmal einen Abend mit "bratfisch" zu verbringen, ließ doch schon der Untertitel "Terzenseeligkeit im 7/8 Takt" einiges an Vermutungen zu, daß Jürgen Partaj, Matthias „Matt die Saite" Klissenbauer, sein Bruder Tino und Johannes „ZFett" Landsiedl wohl verstärkten Wert auf die Musik legen würden. Schon die musikalische Vita ließ auf Ungewöhnliches hoffen, denn

Jürgen Partaj (Geige, Gesang, Triangel und Glockenspiel) war vormals Bassist bei „54th Cats" und Geiger beim Wiener Musik Ensemble „Liener Wieder", spielt Single Malt Rock bei „rough and rugged";

Matthias Klissenbauer (Gesang, Gitarre, Geige und Tambura), war Gitarrist bei „Azrael" und „soul'd out", schwingt nebenbei das Stromruder bei einer 80er-Jahre Band und zupft die Klampfn bei den „Naschmarkt Schrammeln".

Tino Klissenbauer war ein "wahrer Brüller" bei „Azrael", Pianist und Akkordeonist bei "stillbruch", bedient das Maurerklavier bei den „Naschmarkt Schrammeln" und nimmt am Sozialprojekt „Tausche Akkordeonisten" der Gruppe „hauk" teil.

Johannes Landsiedl (Gitarre, Gesang und Text) war vormals Gitarrist bei „Azrael" und ist, seit 1996, "international anerkannter Schutzpatron der Wiener Würstelstände".

 

Jürgen Partaj

 

Johannes Landsiedl

 

Matthias Klissenbauer

 

Tino Klissenbauer

Was dabei "herauskommt", ist eine Mischung aus teils vertrauten Rhythmen, vertrauten Tonfolgen und Klängen, die aber duch eigenwillige Zusammensetzung aus keinem der gespielten Stücke Lieder im herkömmlichen Sinn werden lassen, sondern zum Zuhören herausfordern. Es ist keine Wienermusik, keine "Weltmusik", aber Musik aus Wien und der Welt. Wien ist Weltstadt, bratfisch ist Weltstadtmusik, wie die vier jungen Musiker in ihrer Kurzbio feststellen. Mit leichtem Augenzwinkern und der typisch wienerischen Musik im Gepäck begibt sich die Gruppe bratfisch im aktuellen Programm "Ein echter Wiener fährt nicht runter" auf Weltreise. Da darf ein Wienerlied wie ein Reggae klingen, da darf auf serbisch gesungen werden und Terzenseeligkeit im 7/8 Takt erklingen. Da wird geblödelt und überlegt, mit scharfer Zunge getextet und lustvoll musiziert. Eben hat das Akkordeon noch an die feuchtfröhlichen Heurigengespräche im herben Dialekt der Vorstadt erinnert, da läßt die Violine ein paar Tropfen slawischer Melancholie einfließen und mischt sie mit der Sehnsucht und Lebensfreude der Klezmermusik. Die Gitarren nehmen diesen Klangteppich auf und tragen ihn mit impulsiven Rhythmen vom Balkanraum bis hin nach Südamerika.

Die Musik bleibt bis zum Schluß unberechenbar und abwechslungsreich. Eine Melange, wie sie nur in Wien entstehen kann, einer Stadt, die ihre kulturelle Vielfalt von jeher dem Austausch mit den unterschiedlichsten Einflüssen aus der näheren und ferneren Umgebung verdankt.

Wen wundert es, daß gerade hier eine völlig neue Musikform entsteht, die nicht zuletzt aufgrund der zweisprachigen Texte so aufgeschlossen und zeitgemäß ist, wie es eine Weltstadt nur sein kann.

http://www.bratfisch.or.at/

Fotos: daswienerlied.at

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erstellt am 04. 04. 07 © http://www.daswienerlied.at