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Große Festakademie der
Vereinigung "Das Wienerlied"

Christl Prager: 30 Jahre für das Wienerlied, Prof. Walter Heider: 40 Jahre für das Wienerlied. Und Prof. Leopold Großmann wurde mit der höchsten Ehrung der Vereinigung bedacht – wenn das kein Grund zum Feiern ist? Im Theater Längenfeldgasse gab es einen Nachmittag der Superlative!

Christl Prager, H.P.Ö., Prof. Leopold Großmann, Prof. Gerhard Track, Prof. Walter Heider (v.l.)

Am Sonntag, dem 16. März, veranstaltete die Vereinigung "Das Wienerlied" im Theater Längenfeldgasse im 12. Bezirk eine große Festakademie um die Interpreten Christl Prager und Prof. Walter Heider, er ist ja auch Obmann dieser Organisation, für ihre Verdienste um das Wienerlied zu ehren.

Christl Prager feierte ihr 30jähriges- und Prof. Walter Heider sein 40jähriges Bühnenjubiläum. Musikalische Aufwartungen machten Prof. Marika Sobotka, Grete Bredl, das Duo Walter Hojsa und Kurt Schaffer, sie waren auch im Trio "Die 3 Old Knackers" mit Helmut Reinberger vertreten. Das Schrammeltrio Herbert Bäuml und Rudi Koschelu, Prof. Paul Fields, das Duo Rudi Luksch und Rudi Koschelu, die Prof. Leopold Großmann-Combo und natürlich durften auch die beiden Jubilare mit vielen schönen musikalischen Beiträgen vom Beginn ihrer Karriere bis zur Jetztzeit nicht fehlen.

H.P.Ö. Heider Poldi Österreich führte wie immer witzig und charmant durch das Programm. Vor der Pause wurden die beiden Künstler vom Präsidenten der Vereinigung, Prof. Gerhard Track, mit Urkunden und "Gold" ausgezeichnet und geehrt. Und auch dem völlig überraschten Prof. Leopold Großmann die "Johann Strauß-Statuette" für seine langjährige Tätigkeit bei der Vereinigung und zum 75. Geburtstag überreicht.

Der unter den Ehrengästen weilende Komponist und Textautor Lothar Steup überreichte Christl Prager in freundschaftlicher Verbundenheit die von ihm ins Leben gerufene "Goldene Freundschafts-CD".

Weitere Ehrengäste waren Bundesrat Ing. Wolfgang Veleta mit Gattin, Franz Bittner (Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse) mit Gattin, Prof. Hermi Lechner (AKM/VÖT) sowie Erika Conrads, Friederike Terkal und Ditha Lahner. Auch viele Musiker-KollegInnen kamen, um bei dieser Großveranstaltung dabeizusein.

Wir erfuhren übrigens, daß Christl Prager im Herbst bei der großen "Wienerlied-Gala" im Rathaus noch einmal zu sehen und zu hören ist – und damit ihren Abschied von der Bühne nimmt. Mit wehmütigen Gefühlen müssen wir zur Kenntnis nehmen, daß sie ihr Leben in ihrem südlichen Domizil verbringen will. Wünschen ihr und ihrem Karli alles Gute!
 
Christl Prager wurde in Wien als fünftes von sechs Kindern geboren und wollte schon seit ihrer Kindheit Sängerin werden. Bereits mit 14 Jahren nahm sie an einigen Wettbewerben teil, bei denen sie, wie sie sagte, "ganz gut abschnitt". Sie erlernte den Beruf der Friseurin, über den sich bis heute ihrer Geschwister noch freuen. Doch immer wieder zog es sie zur Musik. Richtig los ging es im Jahr 1977: Sie meldete sich zu einem Wienerlied-Wettbewerb und landete mit dem Lied "Jede Noten von an Weanerliad" (Musik: Lothar Steup, Text: Josef "Pepi" Kaderka) gleich auf dem ersten Platz. Der erste Preis dieses Wettbewerbes war ein großer Schritt für sie und brachte einen Auftritt bei der beliebten Fernsehsendung "Guten Abend am Samstag" von Heinz Conrads und noch dazu einen Platten-Vertrag mit "Rex Roval" des "Fortissimo Verlages".

Weiter ging es gleich steil nach oben mit vielen Auftritten bei den verschiedensten Veranstaltungen, so auch beim Rundfunk und im Fernsehen. Sie versuchte sich auch als Texterin und diese Lieder wurden auf der CD "Musik ist meine Welt" aufgenommen. Bis jetzt sind es schon über zwölf von ihr besungene CDs geworden.

Eines Tages traf sie Raimund Stohlhofer ("Radio Stohlhofer"), einen guten Freund der Familie. Und der bat sie, das Lied "Bei der Heanasteig'n draußt bei der Lina" zu lernen und zu singen, es müsse, wie er sagte, phantastisch zu ihrer Stimme passen. Gesagt, getan. Es wurde ein großer Erfolg und Wegweiser zu weiteren tiefen Griffen in die "Unterste Lad'" der Wienerlieder, für die ihre Stimme geradezu geschaffen ist.

Als "Botschafterin der Wienermusik" trug sie die Lieder bei den Österreichwochen in die Welt hinaus, nach Afrika, Japan, Amerika, Frankreich, Holland und auch Deutschland. In Wien dankte man ihr mit vielen Ehrungen, auf die sie "sehr stolz" ist, und zwar: "Der Ring der Vereinigung Das Wienerlied", Die "Robert Stolz-Plaketten" der Wienerliedvereinigung "Robert Posch" in Gold, Silber und Bronze, der "Rubin-Ring" der Wienerliedvereinigung "D'echten Weaner" und die Auszeichnung "Der Hut des lieben Augustin". Eine große Freude war für sie 1998 die bisher höchste Auszeichnung, nämlich "Das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien".
   

Christl Prager und Prof. Walter Heider  

     
Prof.Walter Heider wurde 1939 in Wien geboren und ist seit Jänner 1993 hauptberuflich als Sänger tätig. Seine künstlerische Laufbahn begann er als Statist im Raimundtheater. Durch Spiel und Gesang angeregt, nahm er zwei Jahre bei einem Privatlehrer Gesangsunterricht. 1957 trat er erstmals bei Teenager-Parties (mit Willy Kralik) öffentlich als Schlagersänger auf und nachdem er bei einigen Sängerwettbewerben als Sieger hervorging, war er bis 1963 bei Modeschauen, Bällen, Kränzchen und diversen Veranstaltungen als Sänger tätig.

Erst 1965 wurde er von Freunden zu einer Wienerlied-Veranstaltung mitgenommen und sang dort, von anderen Sängern inspiriert, ebenfalls ein Wienerlied. Der Anklang war hervorragend und von diesem Zeitpunkt an hatte er sich für das Wienerlied entschieden. Da sein diesbezügliches Repertoire damals noch sehr bescheiden war, begann er intensiv viele Wienerlieder zu erlernen. Es war eine harte Arbeit, die sich aber lohnte: Denn seit er als Wienerlieder-Sänger auftrat, begannen sich bald Komponisten, Veranstalter und auch Schallplattenfirmen für ihn zu interessieren. Im Jahr 1968 hatte er bereits seine ersten Rundfunk-und Schallplattenaufnahmen hinter sich und errang in der Volkshochschule Ottakring mit dem Lied "I hab ka Angst ums Weanerliad" (Musik: Bruno Hauer, Text: Josef "Pepi" Kaderka) den ersten Preis.

Sein Weg war geebnet und 1970 konnte er ebenfalls in der Volkshochschule Ottakring mit dem Lied "Einen Wiener kennst sofort…" (Musik: Franz Grohner, Text: Josef "Pepi" Kaderka) seinen Erfolg wiederholen. Bei der Fernsehsendung "Guten Abend am Samstag" mit Heinz Conrads war er erstmals 1971 und danach oftmals als gern gesehener Gast zu sehen und zu hören. Die Schallplattenaufnahmen häuften sich und bald waren 50 Singles und 15 LPs mit alten und neuen Wienerliedern von ihm besungen. Heute gibt es bereits mehr als 20 CDs von ihm. Inzwischen erhielt Walter Heider, der sich zum profilierten Wienerlieder-Interpreten entwickelt hatte, zahlreiche Ehrungen, so z.B. den "Hut vom lieben Augustin", die "Robert Stolz-Medaille", die "Augustin-Plakette", die Johann Strauß-Statuette", das "Goldene Wienerherz", den "Goldenen Violinschlüssel", das "Goldene Mikrofon" und, als Krönung, die "Goldene Schallplatte". Außerdem folgte er 1978 Franz Grohner als Obmann der Vereinigung "Das Wiener Lied" nach und ist im Vorstand des "VÖT" (Verband Österreichischer Textautoren) tätig.

Aber nicht nur das Wienerlied, sondern auch die Wiener Operette liegt ihm am Herzen. So spielte er am Johann Strauß-Theater unter der Leitung von Bruno Steininger im "Weissen Rössl" den Leopold, in der "Fledermaus" den Dr. Falke. Am Wiener Straßentheater (Leitung Franz Strohmer) in "Die schöne Galathe" den Mydas, bei Prof. Eduard Macku's Operetten der AK/NÖ in "Die goldne Meisterin" den Ritter Gumpendorf und in "Wiener Blut" den Kagler.

Seit 1988 spielt er jedes Jahr im Juni bei den Bisamberger Schloß-Festspielen. Vom November 1989 bis November 1992 gestaltete und moderierte er jeden Samstag eine eigene Sendung im Radio Wien unter dem Titel "Wiener Ringelspiel". Im Jahr 1989 erhielt Walter Heider den "Ernst Track-Ehrenring" der Wiener Volkskunst, den Hansl Schmid als erster Träger testamentarisch für Walter Heider bestimmt hatte (ein Pendant zum "Iflandring").

Walter Heider hat Wien und seine Lieder sehr oft im In- und Ausland vertreten, von 1973 bis 1980 fünf Mal beim internationalen Folklore-Festival in Novisad, bei Wien- und Österreichwochen in Europa, Amerika und Asien und auch bei diversen Fernseh-Auftritten im In- und Ausland. Dafür bekam er 1992 vom Wiener Bürgermeister Dr. Helmut Zilk das "Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien" überreicht.

Am 4.November 2004 wurde ihm der Berufstitel "Professor" von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer verliehen.
  
     

Zwei Blicke über die Reihe der Ehrengäste in den vollbesetzten Theatersaal

     
     
Alle Fotos: daswienerlied.at  

HSK

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erstellt am 31. 03. 08 © http://www.daswienerlied.at