|
|
|||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||
| "A schene Leich'" beim "Schmid Hansl" Die "Kulturinitiative Währing" lud ins Konzert-Café "Schmid Hansl" zu einem besonderen Erlebnis: Julius Müller, langjähriger Mitarbeiter der Wiener Bestattung, las aus seinem Buch "Man stirbt nur einmal", begleitet von der Gruppe "Schrägseitn" mit Sabine Eiböck-Fichtl, Hannes Winkler und Christian Stocker. |
|||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||
|
Der Obmann der "Kulturinitiative Währing", Ferdinand Glatzl,
Rosemaria Ledl (Wiener Bestattungsmuseum), |
|||||||||||||||||
Daß "der Wiener" an sich ein besonderes Verhältnis zum Tod hat, braucht
man wohl nicht besonders zu betonen. Beweise dafür, sollte dies überhaupt nötig sein, findet man
nicht nur in Liedern wie "Verkaufts mein Gwand…", "I brauch ka schöne Leich", "Stellt´s
meine Ross in Stall" oder "Oh du lieber Augustin", sondern auch in der Tatsache, daß das 1967
gegründete Wiener Bestattungsmuseum mit 1000 Objekten einen weltweit
einzigartigen Gesamtüberblick über Totenkult und Bestattungsrituale bietet – mit Schwerpunkt auf die
Bundeshauptstadt Wien. Ganz abgesehen davon, daß der Wiener Zentralfriedhof mit 330.000 Gräbern zu einem
der größten Friedhöfe der Welt zählt. Hier sind mehr Personen begraben, als Wien Einwohner
hat. Natürlich gibt es auch ausgiebig Literatur über Wien und den Tod. In Zusammenarbeit mit dem ORF
hat
Doch kaum jemand geht wohl so humorvoll mit diesem Thema um, wie Amtsrat Julius Müller. Und noch dazu so kompetent. Kein Wunder, ist doch der gebürtige Wiener seit 1971 in unterschiedlichen Funktionen bei der Bestattung Wien tätig: als Aufnahmebeamter, Referatsleiter, Betreuer des besagten Bestattungsmuseums Wien. 1999 zog er sich in den wohlverdienten Ruhestand zurück. Aber nicht ganz, denn seither ist er als Berater für die Bestattung Wien tätig und hat, was für uns von vorrangiger Bedeutung ist, auch Zeit gefunden, im "Seifert Verlag" das Buch "Man stirbt nur einmal" herauszugeben. In diesem humorvollen Kompendium hat Müller die witzigsten Anekdoten rund um das Ende alles Irdischen aufgezeichnet. Der Bestatter mit Leib und Seele, wenn diese Bezeichnung erlaubt sei, erzählt uns Geschichten über juristische Leichen, wie populäre Schauspieler ihr Begräbnis und leidenschaftliche Kaffeesiederinnen ihr Ableben zu gestalten wußten und was sich an den Grabstätten von Mozart, Beethoven und anderen schöpferischen Genies so tut. Er verrät die überlieferten letzten und vorletzten Worte berühmter Persönlichkeiten und weiht den Leser in die wichtigsten Benimmregeln für Bestatter ein. Am Ende des Buchs findet sich schließlich im Alphabet der Letzten Dinge das Wichtigste zum Thema auf einen Blick. |
|||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||
| Das Publikum im Konzertcafé Schmid Hansl nahm – auf Einladung der "Kulturinitiative Währing" am Abend des 23. November die Lesung von Amtsrat Müller mit großer Begeisterung auf. Denn nicht nur das Gelesene selbst sorgte für große Heiterkeit, sondern auch die verbindenden Worte des Autors, der die Geschichten und Anekdoten einleitete oder mit Ergänzungen kommentierte. In der Gruppe "Schrägseitn" mit Sabine Eiböck-Fichtl (Gesang), Hannes Winkler (Gesang und Gitarre) und Christin Stocker (eine wahre Vielzahl an Rhythmus-Instrumenten) fand Müller eine kongeniale Begleitung. Die drei gaben etwa dem alten Volkslied "O du lieber Augustin" einen mittelalterlichen Klang – wie es überhaupt interessant war, Wienerlied-Standards in dieser seltenen Besetzung zu hören. Es hat eindeutig Freude bereitet, denn die vorbereiteten Zugaben schienen letztlich bei weitem nicht auszureichen. | |||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||
|
erstellt am 06. 12. 07 © http://www.daswienerlied.at |
|||||||||||||||||