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"Die Weltpartie" auf der "Schmelz"

Am 1. Mai fand die offizielle Übergabe des Schutzhauses "Zukunft auf der Schmelz" an die neuen Pächter statt. Mit dabei waren "Die Weltpartie", "Austropop E3 – Der Chef und seine Feunde" Robert Prochazka, Dieter Portschy und Manfred Böhm, "The Rocking Birds" und die Vorpächter Tamara und Meinhard Gross und viele andere Gäste…

Die "Weltpartie" Heinz Grünauer und Franz Eder (Foto: HSK)

Der riesige Garten füllte sich nach und nach. Die wärmeren Platzerln nahe der Hausmauer
entlang waren sofort besetzt. Das war klug, denn es wehte, obwohl die Sonne schien, ein kühler Wind. Die etwas Widerstandsfähigeren trotzten ihm und nahmen in der Nähe der Bühne Platz. Einem wahren Fan der "Weltpartie" wird nicht kalt, er singt, klatscht mit und applaudiert. Wenn dieses Duo zu spielen beginnt, wird einem sowieso warm ums Herz und von dieser Wärme strahlt genug in die restlichen Körperteile.

Sie legten gleich richtig los und lieferten eine bunte Mischung ihres breit gefächerten Repertoires. Petrus schob die restlichen Wölkchen zur Seite, damit er nicht nur besser hören, sondern auch sehen konnte und Heinz Grünauer und Franz Eder dankten es ihm postwendend mit den "Engerln", die angeblich heute auf Urlaub nach Wien kommen.

Heinz zaubert, passend zu den jeweiligen Liedern, aus seinem Akkordeon die dafür benötigten Musikinstrumente. Das ist aber keine Musik aus der "Dose", sondern das schlummert alles in der mitgebrachten Technik und wird erst durch die richtige Handhabung zu dem, was wir als komplette Musikkapelle hören. Nie und nimmer wird man diese zwei Männer im Playback hören. Bei ihnen ist jeder Ton live, sowohl vokal als auch instrumental.

Wenn sie, wie beiläufig, während der Musiknummern ihre Späße machen, merkt man, daß sie auch auf diesem Gebiet imstande sind, das Publikum aufs Beste zu unterhalten. Sie sind auf der Bühne zuhause – und das ist zu spüren.

Viel fleißiges Personal hat hier alle Hände voll zu tun, um den Wünschen der Gäste gerecht zu werden, obwohl man beim Eingang lesen konnte, daß, wie beim Heurigen, Selbstbedienung angesagt ist. Wir lassen uns köstliche Brathähnchen und schmackhafte, knusprige Spareribs zu äußerst günstigen Preisen schmecken. Was für die gute Küche spricht ist, daß man kein Fett riecht. Und so schmecken auch die Pommes dementsprechend gut. Beim nächsten Mal komme ich sicher mit leerem Magen! Ein Lob den Köchen!

Pause gibt es zwar für die Weltpartie, aber wir brauchen auf Livemusik nicht verzichten. Fliegender Wechsel und wir hören "Austropop E3 - Der Chef und seine Freunde". Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der neue Chef des Schutzhauses, Manfred Böhm, singt und spielt Gitarre so wie seine Freunde Dieter Portschy und Bertl Prochazka. Mit Ohrwürmern von Fendrich, Danzer, Ambros und STS haben sie sofort die Aufmerksamkeit der ca. 300 Gäste auf ihrer Seite. Der Techniker, Wolfgang Weiss, bringt aber auch das nötige Know-how mit, sodaß die Musiker sich voll verlassen können, daß es keine Verzerrung bzw. Mißtöne von Seiten der Technik geben kann. Sie steigern sich von Lied zu Lied und bleiben zu Recht ihrer Schiene treu. Man kennt und liebt die Melodien mit den aussagekräftigen Texten und es wird auch im Publikum kräftig mitgesungen.
     

Der neue Chef des Schutzhauses, Manfred Böhm, Heinz Grünauer, Franz Eder,
Dieter Portschy und Bertl Prochazka als Quintett (v.l.)

Der Abschied dieses Trios kommt nicht abrupt, denn Heinz und Franz gesellen sich dazu und auf der Bühne spielt man nun noch ein Weilchen als Quintett. Das Publikum quittiert mit viel Applaus. Der Wirt hat sich mit der Musik wohl ein zweites Standbein geschaffen!

Die Weltpartie spielt so lange weiter, bis man die ersten Regentropfen spürt. Das Duo geht aber nicht nach Hause, sondern übersiedelt mit all der Technik in die Innenräume. Ein riesengroßer Saal füllt sich in Kürze mit dem zahlreich verbliebenen Publikum.

Ich nütze die Zeit der Übersiedlung und schau mich ein wenig in den anderen Räumen um. Ganz entzückt bin ich von dem liebevoll gestalteten "Pepi-Kaderka-Stüberl". Fotos aus alten Zeiten und den Tiroler-Holzschnitzereien angepaßte Dekorationsstücke an den Wänden bewirken ein heimeliges Flair. Auch Hedy Slunecko-Kaderka, die Tochter des berühmten Künstlers, der unzählige, jedem Wiener bekannte Texte schrieb, wie: "A Glaserl mit an Hengl" oder "I hab ka Angst ums Weanerliad", entdecken wir in dem ihrem Vater gewidmeten Raum. Daß dieser Musiker – er spielte Zither, Violine, Schlagzeug, Hawaigitarre, Okarina – nicht nur Textautor, sondern auch Sänger, Zeichner und Maler war, unter vielen Auszeichnungen auch das Goldene Verdienstzeichen der Stadt bzw. des Landes Wien im Rathaus in Empfang nehmen konnte sowie eine Parkbenennung in Hernals auf der Alszeile nahe dem Dornbacher Pfarrer, für den er doch das Lied "Der Dornbacher Pfarrer steckt aus" schrieb, wird wohl keinen, der seine Wienerlieder kennt, verwundern.

Die Musik der Weltpartie lockt mich wieder in den großen Saal zurück, wo bereits einige Begeisterte fleißig das Tanzbein schwingen. Musikwünsche werden laut und postwendend erfüllt. Diese Vollblutmusiker sind ein Fass ohne Boden. Keine Musikrichtung ist ihnen fremd. Fünf Titel wurden noch versprochen, aber wir haben es nicht so mit dem Zählen und Südburgenländer sind gutmütige Menschen und können uns schwer einen Wunsch abschlagen. Als sie dann nach einer weiteren Zugabe doch die Bühne verlassen, begeben auch wir uns auf den Heimweg. Wir haben der Weltpartie wieder einmal einen schönen, unterhaltsamen Tag zu verdanken und freuen uns schon heute auf ein Wiedersehen!
  
     

Als es zu regnen anfing, übersiedelte man kurzerhand in den großen Saal des Schutzhauses

Heinz Grünauer, wie man ihn kennt, wie man ihn liebt: quietschvergnügt und herzlich!

     

 Text und Fotos: Helga Schenk

Hier geht es zur Fotoseite vom 1. Mai >>>
http://www.weltpartie.at/
http://www.schutzhaus-zukunft.at/
   
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erstellt am 20. 05. 09 © http://www.daswienerlied.at