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"Die Stehaufmandl‘n" auf der "Schmelz"

Wir nutzen auch die Gelegenheit, nach so vielen von uns dort schon besuchten Veranstaltungen auch einmal ein wenig auf das Schutzhaus "Zukunft auf der Schmelz" selbst einzugehen.

In neuer Besetzung strapazierten dort die drei Großen des Wiener Heurigen-Kabaretts die Lachmuskel von Alt und Jung: Rudi Kandera,
Peter Peters und Heinz Fries.
     
     
Dort, wo heute das Wiener Rathaus steht, war früher nichts. Nichts? Ja, es stimmt: Es gab dort nur freie Fläche, die – vor allem nach Regenfällen – einen riesigen Morast darstellte. Und der gehörte dem „Staatsamt für Heereswesen“, das dort ein Exerzier -und Paradegelände verwaltete. Dort fanden, naturgemäß, auch jede Menge Paraden statt.

1872 sollte der Bau des von Friedrich von Schmidt, vorher Dombaumeister in Köln, geplanten Wiener Rathauses beginnen (es wurde übrigens 1883 fertiggestellt und ist wohl der bedeutendste nichtkirchliche Bau Wiens im neugotischen Stil). Also fanden die großen Paraden dann auf der „Schmelz“, so auch die jährliche Frühjahrsparade vor Kaiser Franz Josef I. statt. Nach dem Ersten Weltkrieg reduziert sich der Bedarf an Exerzierplätzen, weshalb das Areal in der Größe von 152.614 m² (!) freigegeben und dem Verein „Freie Vereinigung der Schrebergärtner Zukunft“ übergeben wird.


Das Schutzhaus "Zukunft auf der Schmelz"
Und: wo ein Schrebergarten, da ein „Schutzhaus“. Das dient vor allem der Bequemlichkeit der Kleingärtner, die „einmal ums Eck“ nicht nur Verpflegung, sondern auch die so wichtigen Seideln und „G‘spritzen“ serviert bekommen. Seit Bestehen sind die Schützhäuser auch Treffpunkt zu verschiedenen Veranstaltungen, von Blasmusik-Konzerten und Frühschoppen.

Die „Schmelz“, wie das Schutzhaus liebevoll verkürzt von Stammgästen bezeichnet wird, nimmt – nicht nur wegen seiner Größe und der wunderbaren Lage – wohl eine besondere Stellung ein. So war sie über Jahre Domizil des Vereines „Die Oberlandler“ unter der Leitung von Fritz Hauk, der noch heute mit seiner Frau Sonja jeden Sonntag den 5-Uhr-Tanz veranstaltet, über viele Jahre hindurch sorgt die „Bohemia Blasmusik“ unter Helmut Schmitzberger während der Frühschoppen für den ausreichenden Bedarf an Gerstensaft, der in hunderten Krügeln von der Schank in die durstigen Kehlen der Besucher wandert.

Viele Pächter hat „Die Schmelz“ schon gesehen, bis im Herbst 1997 Tamara und Manuela Gross, Mutter und Tochter, das Anwesen übernahmen und es in kaum 14 Tagen zu neuem Glanz erblühen ließen. Dem Vernehmen nach haben Skeptiker die vierfache Renovierungszeit prognostiziert, so abgewohnt war das große Gebäude mit einem rund 270 Personen fassenden Holz-Saal mit Bühne.

Seither ist das Schutzhaus beliebter Treffpunkt zu Veranstaltungen verschiedenster Art: Volksmusikgruppen aus den Hitparaden treten dort auf, Evergreen-Konzerte mit bekannten Künstlern der Szene (auch die „Jazz-Gitti“ tritt auf), Akkordeon-Festivals, Country-Abende mit Tina Rauch, Michael Pewny; Axel Zwingenberger kam mit zwei Konzertflügeln für ein einziges Konzert angereist.

Da Tamara Gross der Musik – besonders dem Wienerlied – sehr zugetan ist, fand im September 1998 mit ihrer Unterstützung die erste der großen Wienerlied-Veranstaltungen „Kommt‘s auf d’Schmelz“ mit hochkarätiger Besetzung statt. Und sie folgt damit einer langen Tradition, denn schon am Samstag, dem 29. März 1924 (!) wurde zum ersten Mal zum „Ur-Wiener Volkssänger-Abend“ eingeladen. Unter den damals Mitwirkenden war Richard Pöttschacher. Warum wir das als so wichtig erwähnen? Nun, das ist einfach erklärt. Denn: Richard Pöttschacher tritt auch heute, im 102. Lebensjahr, nach wie auf. Besonders wohl fühlt er sich bem Wienerliedverein „XIIer-Bund“ im 16.Bezirk im Gasthaus Hiess auf der Koppstraße.
Doch zurück zur „Schmelz“.
 

Das sind die "Stehaufmand‘n": Rudi Kandera, Peter Peters und Heinz Fries

Neben diesen Veranstaltungen aller Genres hat auch das echte, urige, vielleicht etwas deftige Heurigen-Kabarett seinen Fixplatz. Und so sorgten am 23. April die „Stehaufmandln“ für schmerzende Lachmuskel, während das Publikum, zumindest das männliche, auch fürs Training der „Gössermuskel“ sorgte. Von den seinerzeitigen, jetzt bereits legendären „Spitzbuam“ (Toni Strobel, Helmut Reinberger, Rudi Kandera) ist in dieser Formation seit ihrer Gründung Rudi Kandera wieder dabei, der gemeinsam mit Peter Peters auf der Suche nach einem kongenialen Partner war. Nach einigem Suchen trafen sie auf Heinz Fries, einen alterbewährten Routinier der Szene, das Trio war perfekt. Das ließen die drei das ausverkaufte Schutzhaus spüren: Schlag auf Schlag folgten Parodien, Witze, Sketches, die sich einfach nicht beschreiben lassen. Sie sollten einfach eine Gelegenheit suchen, die drei selbst zu erleben. Und, selbst wenn Sie keinen Termin auf der „Schmelz“ wahrnehmen können, ein Besuch dieses traditionsreichen Restaurants mit hervorragender Wiener Küche zahlt sich aus. Auch, wenn die „Stehaufmandl‘n“ nicht auf der Bühne stehen. 
 
 
http://www.schutzhaus-zukunft.at    HSK
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erstellt am 04. 05. 06 © http://www.daswienerlied.at