Sie befinden sich hier: Das Wienerlied > Veranstaltungen  

Ihre MItteilung zu diesem Thema >>> 


60 Jahre H.P.Ö. und 20 Jahre "Die Weltpartie"

Im nahezu vollbesetzten Theater Längenfeldgasse zelebrierte die Vereinigung "Das Wienerlied" diese beiden Jubiläen mit einem großartigen Programm.
     

 v.l.n.r.: Prof. Leopold Großmann, Prof. Gerhard Track, Peter Rosen, Kurt Schaffer, Prof. Walter Heider, H.P.Ö. – Heider Poldi Östereich, Rudi Koschelu, Walter Hojsa, Fredi Gradinger, Heinz Grünauer, Prof. Richard Motz und Franz Eder

     
Die "Vindobona Schrammeln", das sind Prof.Richard Motz (1. Geige), Martin Lehnfeld (2.Geige), Fredi Gradinger (Akkordeon) und Rudi Koschelu (Kontragitarre), leiteten diesen großartigen Nachmittag würdig und pünktlich um drei Uhr nachmittags mit wohlbekannten Klängen ein. Daraufhin ergriff der Obmann der Vereinigung "Das Wienerlied" das Wort und begrüßte die Jubilare, seinen "kleineren" Bruder Leopold und die "Weltpartie", sprich Heinz Grünauer und Franz Eder. Auch Ehrengäste waren gekommen, unter ihnen Prof. Gerhard Track, Bundesratsbgeordnete, eine Abordnung von Bezirksräten, eine Abordnung "Der Wiener Ritterschaft", den Präsidenten des "Alt Wiener Club Meidling", Ferry Krahl, u.a.
 

v.l.n.r.: Prof. Walter Heider, Prof.Richard Motz (1. Geige), Martin Lehnfeld (2.Geige), Fredi Gradinger (Akkordeon) und Rudi Koschelu (Kontragitarre)

Dann bat Heider seinen Sängerkollegen Peter Rosen auf die Bühne, der die Moderation des bevorstehenden musikalischen Mosaiks übernommen hatte – und nun seinerseits den "Grand Seigneur des Wienerlieds", Prof. Walter Heider, mit den Worten des Komponisten Franz Grohner: "Wer a Weanerliad singt braucht kan Heldentenor" ansagte. Dieser bot dem gespannten Publikum erst einmal zwei Lieder, nämlich "Für mi gibt's nur a Weanerliad" und "Der Wiener Troubadour".



Peter Rosen
Wer Peter Rosen (noch) nicht kennt, dem sei erzählt, daß dieser für sein Leben gerne dichtet. Und so wechselten gereimte Moderationen und das eine oder andere besinnliche bis heitere Gedicht einander ab. "Immer diese Frösche", rezitierte Rosen. Dann bat er die "Königin des Wienerliedes", Christl Prager, auf die Bühne. Seit sie ihren Lebensraum in südlichere Gefilde verlegt hat und sich nur mehr bisweilen in Wien aufhält, sind ihre Auftritte seltener geworden. Peter Rosen: "Christl Prager hat dem Wienerlied Klasse gegeben…"

"A fescher Pensionist" war der erste Titel, mit dem Christl Prager zielgerecht ihren Bruder Leopold ansprach, gefolgt von einem ihrer vielen Standards "Zimmer, Kuchl, Kabinett" und "Abgang der Schrammeln".

Zwischendurch kam man auf das geschichtsträchtige Geburtsdatum von H.P.Ö. zu sprechen, der am 11. April 1945 das Licht der damals so aus den Fugen geratenen Welt erblickte. Daß der gute, alte Steffl justament an diesem Tag in Brand geschossen wurde, soll, so wissen gut informierte Kreise, mit H.P.Ö.‘s Geburt nur am Rande zu tun gehabt haben. Jedenfalls gönnte der jugendliche 60er dem Auditorium wieder ein paar seiner Geschichten, die man – und das ist ausgiebigst bestätigt – immer wieder gerne hört. Und nicht nur deshalb, weil alleine die Art seines Vortrags schon zum Lachen anregt.

Dann übergab Peter Rosen die "Stafette" an


H.P.Ö. – Heider Poldi Österreich
"Die Weltpartie", Heinz Grünauer und Franz Eder, die mit dem Gassenhauer "Hab i's Geld…" und einer Blödelparodie aufhorchen ließen: kroatisches Volkslied für Akkordeon, Kontragitarre und zwei Zungen (oder waren es eingebaute Balalaikas?).

Dann kündigte Peter Rosen die Geschwister Christl Prager und Walter Heider an, die "Mir singen und dudeln miteinand" und "Das schönste Duett von Wien" sangen. Begleitet wurden die beiden von den "Vindobona Schrammeln", die mit der Schrammel-Polka "Im Kaffehaus" die Ehrung der Jubilare einleiteten.

Präsident Prof. Gerhard Track und Prof. Walter Heider ehrten zuerst Heinz Grünauer und Franz Eder, die seit 20 Jahren gemeinsam und im Sinne des Wortes auf der ganzen Welt musizieren. Sie erhielten die "Große Ehrenplakette der Vereinigung ,Das Wienerlied’ mit Urkunde". Dem zweiten Obmann der Vereinigung, (diesmal ernst:) Leopold Heider, wurden ein Ehrenring mit Urkunde überreicht.

Der zweite Teil des Nachmittags begann mit Walter Hojsa und Kurt Schaffer. Die beiden Altmeister des Wienerliedes und des Wiener Humors leiteten ihren Part mit "Es ist schön, mit an Freund alt zu werd'n" ein. Das Kaderka-Lied "Mei' Gurgel hat heut' Waschtag" stimmte das Publikum schon aufs Mitsingen ein, was beim folgenden Wienerlied-Medley noch mehr Zuspruch erfuhr. In Erinnerung an seine Jugend ("acht Kinder auf 56 m² – und glücklich!") sagte Walter Hojsa den vierten Titel an: "Die alte Hütt'n".
 

v.l.n.r.: Zur Ehrung versammelt: Prof. Gerhard Track, Prof. Walter Heider, Franz Eder, Heinz Grünauer und H.P.Ö. – Heider Poldi Österreich

Zwei Gäste waren für H.P.Ö. eine wirkliche Überraschung: "Duo Gola", Prof. Gertraud Kisser und Prof. Felix Lee hatten sogar ihre beiden Akkordeons draußen gelassen, um so lang als möglich als "normale" Besucher zu gelten. Erst im letzten Moment vor ihrem Auftritt wurden die beiden schweren Koffer aus dem Auto geholt. Mit Erfolg: Leopold Heider war sichtlich gerührt, wünschte sich nach den beiden Stücken "Die 60er Tanz" und "Bonjour Madame" die "Schußfahrt". Ein – die geneigten Leser dieser Zeilen mögen diese Formulierung entschuldigen – Wahnsinns-Stück aus der Feder des Prof. Lee, das seinem Namen alle Ehre macht. Eine Paarung von Perfektion und Harmonie, vor allem auch zwischen den beiden Virtuosen.

Wieder am Flügel, wieder im Hintergrund, jedoch wieder herzlich begrüßt: Prof. Leopold Großmann. Der stille Pianist und Präsident des Vereines "Wiener Volkskunst" (die Abende des Vereines finden im "Schutzhaus Ameisbach" statt) begleitete diesmal den Moderator, Peter Rosen ("I war als Junger schon a alter Weaner" und "I g'hör zu dir"). Dann folgte eine Überraschung, diesmal für alle Anwesenden: Prof. Walter Heider kam dazu und trat mit Peter Rosen in den "Musikantenwettstreit" namens "Ich sing schöner als du!"

Die Hälfte der "Vindobona Schrammeln", Fredi Gradinger und Rudi Koschelu übernahmen dann die Begleitung von Christl Prager, die in ihrem zweiten Auftritt "Ich höre so gerne die Lieder aus Wien" und "Jössas Kinder, kost's den Wein" darbot.

Wer sagt denn, daß Jubilare immer nur beschenkt werden? H.P.Ö. trat den Gegenbeweis an und beschenkte das Publikum mit seiner rührenden Schmid Hansl-Imitation "Der klane Lausbua". Wer den legendären Cafétier selbst gekannt hat, so wurde uns oftmals versichert, sieht diesen förmlich vor sich, so treffend soll die Darbietung von Leopold Heider sein. Also: Wer den Schmid Hansl nicht gekannt hat, lernt einen Bestandteil des Wienerliedes kennen. Vielen Dank dafür, H.P.Ö.!

Stehende Ovationen. Ein Blumenstrauß von einem Fan, den Leopold Heider "stehenden Fußes" seinem "Weiberl" überbrachte, die das Geschehen in der ersten Reihe des Pulikums gerührt verfolgte.
     

Die "Wienerlied-Geschwister" Christl Prager und Prof. Walter Heider

"Es ist schön wenn ma Zeit und a Geld hat", wie wahr, wie wahr, könnte man sagen. Dieser Titel leitete den überaus lockeren und humorvollen Abriß der Entstehungsgeschichte der "Weltpartie" ein. "Zwei Jahre ,Wilde Ehe’ – dann wurde die Weltpartie aus uns", wie Heinz Grünauer – von weiter erklärenden Gesten seiner (besseren?) Musikhälfte Franz Eder erzählt. Es ist schon beeindruckend, wo die beiden mit ihrer Musik Tausende Besucher begeistert haben. Es ist wahrscheinlich einfacher, die Länder aufzuzählen, wo die beiden noch nicht gastiert haben. In Amerika und Australien waren sie sowieso, wahrscheinlich auch auf Zypern. Nomen es omen, wie der muntere Schwede :-) zu sagen pflegt, intonierten die beiden den Chmela-Titel "Weltpartie", gefolgt von "Meine Freunde, die san für mi Weltpartie" aus eigener Feder. Die Zugabe war dann der Titel "Ein Mann ist nur ein starker Mann mit einer starken Frau", vom Publikum mit stehenden Ovationen bedacht. Doch eine weitere Zugabe wurde lautstark gefordert und schließlich eingelöst: der Ohrwurm "Fürstenfeld", der im Original von STS stammt.

Den Abschluß dieses "Nachmittags", es war mittlerweile Abend geworden, bestritten Christl Prager und ihr Bruder Prof. Walter Heider mit "Wer ka Herz für d' Musi hat" und "Aber g'rebelt muaß er sein".
Mit dem Marsch "Wien bleibt Wien!" verabschiedeten sich die Künstler von überaus zufriedenen Freundinnen und Freunden unseres Wienerliedes.
  
     
Hier geht es zur Fotoseite vom 13. November >>>
     
zurück  

     

     

erstellt am 03. 12. 05 © http://www.daswienerlied.at