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| Zum 25. Todestag: "Ein Nachmittag für Heinrich Strecker" Erika Strecker und die Heinrich Strecker-Gesellschaft luden zu einer Führung durch das Anwesen und zu einem Nachmittags-Konzert in die Strecker-Villa nach Baden. Wir wollen dies zum Anlaß nehmen, diesem großen Komponisten unsere Ehre zu erweisen. |
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Die Badener Villa, in der Heinrich Strecker seine unvergeßliche Musik zu Papier gebracht hat |
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| "Unsterbliches Wien“, so hieß ein Konzertabend auf WDR 4 (Westdeutscher Rundfunk),
der eine Reise zu den „drei ST“ unternahm: Johann Strauß, Robert Stolz und Heinrich
Strecker. "Halt!", werden Sie jetzt sagen, "was hat das mit Baden zu tun?" Nun, als wir davon hörten, kam uns wieder einmal zu Bewußtsein, welch großen Stellenwert unsere drei großartigen Komponisten bei unseren westlichen Nachbarn haben. Wenn "drei ST" auch ein recht zeitgeistiger Name für dieses "Event" ist, wie es heute ja heißt (damit auch Jüngere hinhören), darf man nicht vergessen, welche Zeitspanne Strauß, Stolz und Strecker musikalisch abdecken. Leider wird "gerne" vergessen darauf hinzuweisen, ob man vom Vater oder vom Sohn spricht. Wir "reden" der Einfachheit halber von beiden. Johann Strauß Vater (14. 3. 1804 Wien, † 25. 9. 1849 Wien) hat jedenfalls bereits 1833 Konzert- reisen nach Deutschland, Paris und London unternommen. Sein Sohn Johann (* 25. 10. 1825 Wien, † 3. 6. 1899 Wien) ist als "Der Walzerkönig" in die Geschichte eingegangen (und er ist meist auch gemeint, wenn man "vom Strauß" spricht). "Sohn" löste 1856 eine wahre Hysterie aus, als er mit seinem Orcherster groß angelegte Konzertreisen quer durch Europa unternimmt. Nicht anders reagiert das Publikum in Amerika, das er 1872 mit seiner wunderbaren Musik beglückt. Robert Stolz (25. 8. 1880 Graz, † 27. 6. 1975 Berlin) gilt – ebenfalls – als weltberühmter Operetten-, Wienerlieder-, Chanson-Komponist, der seine Werke auch oft und gerne selbst dirigierte. Knapp vor Ende des 19. Jahrhunderts kommt er mit Johann Strauß Sohn zusammen. Dieses Treffen löste seinem Wechsel zur Operette aus, die ihn und seine Musik schließlich unsterblich machen sollte. Nach seinem Durchbruch mit "Hallo, du süße Klingelfee" (dieser Titel ist übrigens von der Soubrette Hansi Führer mit Vorliebe gesungen worden, die sich, unter anderem, auch mit dem Wienerlied "Nur a Geld, nur a Geld, is' das schönste auf der Welt" einen Namen machte) wird seine Musik praktisch auf der ganzen Welt gespielt. |
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An diesem Tisch im "Komponier-Häuschen" verbrachte Heinrich Strecker viele Tage seines erfüllten Lebens |
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| Bevor wir auf Heinrich Stecker zu sprechen kommen, der – im Vergleich zu den soeben kurz
angesprochenen Komponisten – wohl weit unter seinem Wert "gehandelt" wird, sei noch angefügt, daß
also der Westdeutsche Rundfunk die Nordwestdeutsche Philharmonie unter der Leitung von Heinz Walter Florin Unvergeßliches,
zum Beispiel „Die ganze Welt ist himmelblau“, „Im Prater blüh’n wieder die Bäume“ oder auch „G’schichten
aus dem Wienerwald“ in die Konzerthalle nach Bad Salzuflen und im Essener Musikpavillon aufleben ließ. Und
das In Gegenwart des Ehrengastes Erika Strecker, der Witwe von Heinrich Strecker. Unter den Mitwirkenden: Marie
Leyer, Guggi Löwinger (beide Sopran), Karl Fäth (Bass), Peter Minich (Tenor) und andere. Ein nur annähernd
vergleichbares Konzert ist uns nicht bekannt. Nun wollen wir uns "unserem" Komponisten (daswienerlied.at!) Heinrich Strecker widmen, der unzählige Wienerlieder geschaffen hat, die heute – und natürlich auch in ferner Zukunft – immer und überall nicht nur erkannt, sondern auch (mit)gesungen werden. Nur, daß man halt den Namen Heinrich Steckers nicht damit verbindet. Ein paar Beispiele gefällig? Gerne: Drunt in der Lobau Ja, ja der Wein ist gut Auf der Lahmgrub'n da steht ein altes Haus Grüß mir die Stadt der Lieder An der blauen Donau Wann a Weana Musi spielt usw., usw., usw. Heinrich Strecker wurde am 24. Feber 1893 in Wieden, dem 5. Wiener Gemeindebezirk, geboren, und im Lazaristenkloster im belgischen Theux erzogen. An dieser Schule wurde der Grundstein zu seiner musikalischen Laufbahn gelegt. Er erlernte 12 (!) Musikinstrumente, absolvierte an der Musikschule die Meisterklasse für Violine, schrieb mit 14 Jahren sein erstes Violinkonzert in A-Dur, das er dem damaligen belgischen König vortragen durfte und dafür eine hohe Auszeichnung erhielt. 1910 nach Wien zurückgekehrt, begann er Jura zu studieren, nachdem er vorher in Wels die Externistenmatura abgelegt hatte. Mit Kriegsbeginn 1914 rückte Strecker ein und rüstete, schwer verwundet, 1918 als Oberleutnant ab. Nach dem Krieg widmete er sich ausschließlich der Musik, studierte zwei Jahre bei Prof. Camillo Horn, komponierte anfänglich Klassisches. Aber die Wiener Musik, besonders das Wiener Lied, die Operette und das Singspiel, haben seinen Ruf begründet. Das Gesamtschaffen von Heinrich Strecker umfaßt nicht weniger als über 350, mit Opus-Zahlen versehene Werke, der Großteil davon sind Volkskompositionen, d.h. Lieder der verschiedensten Genres. Die Operetten "Mädel aus Wien", "Der ewige Walzer", "Ännchen von Tharau" erlebten und erleben hunderte Aufführungen. Über 20 Revuen wie "Lorelei", "Erzherzog Johann", "Die Kleine vom Zirkus" entstammen seiner Feder. Filmmusik "Narren im Schnee", "Meine Tochter lebt in Wien", "Vier Mädels aus der Wachau" und jede Art von Wiener Tanzweisen vom Marsch bis zum Walzer runden seinen musikalischen Einfallsreichtum ab. Die Fertigstellung seiner letzten Operette "Honeymoon", durfte Strecker noch erleben. "Honeymoon" ist die vollständige Überarbeitung einer alten Vorlage, der Operette "Küsse im Mai", die in der Welt eines Bienenstaates spielt. Nach den Worten seines Librettisten B. Hardt-Warden hat Strecker mit dieser Operette sein Bestes gegeben. Für sein Schaffen erhielt Strecker hohe Auszeichnungen und viele Ehrenmitgliedschaften. Nach einem Herzinfarkt verstarb Heinrich Strecker am 28. Juni 1981 in Baden bei Wien. |
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Erika Strecker mit einem Bild ihres verstorbenen Mannes |
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| Wir stehen in Baden bei Wien, in der Marchetstrasse 76, vor einem beeindruckenden Anwesen.
Es ist kurz vor 16 Uhr, an einem sommerlichen Sonntag Nachmittag. Mit uns warten bereits so um die 50 Musikinteressierte
auf den Einlaß, denn heute heißt es "Original Wiener Musik am Entstehungsort". Erika Strecker
hat diese Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, die sich – sorgsam – von der "Heinrich Strecker Gesellschaft"
geplant und durchgeführt, wachsender Beliebtheit erfreut. Wir werden von deren Vorsitzendem, Herbert Fischerauer
(Sänger, Moderator, Veranstalter, Initiator des Vereines Kunst auf Rädern, u.v.a.m.), empfangen und durch
das Anwesen geführt, in dem Heinrich Strecker seine unvergeßliche Musik zu Papier gebracht hat. Das
"Komponier-Häuschen" oberhalb der "Strecker-Villa" scheint erst jüngst benutzt worden
zu sein, was nicht nur durch ein handschriftliches Notenblatt vermittelt wird. Man spürt förmlich die
sanfte Energie, die in diesem Anwesen kreative Adern pulsieren läßt. Und, quasi zur Belohnung, wird
man dann ins Innere der Jahrhundertwende-Villa geladen, wo man, dicht gedrängt, aber nicht störend, sondern
gemeinschaftlich, Heinrich Strecker auf einem rührend zusammengestellten Video erleben kann. Zum Beispiel
im Gespräch mit Gerhard Bronner (Sie erinnern sich: "Simpl", "Zeitventil" mit Peter Wehle,
Kabarett "Fledermaus", "Guglhupf", "Schlager für Fortgeschrittene" im Radio,
und, glücklicherweise, bis heute noch aktiv in der Wiener Szene). Man lernt einen fröhlichen und humorvollen
Menschen kennen, nein, man kommt ihm eigentlich nur ein wenig näher. Der Heinrich Strecker, umjubelt
bei seinen Konzerten, seinen Tourneen, umringt von anderen Musikern, denen er gerne hilfreicher Kollege war, ist
aber nur dann wirklich zu erspüren, wenn man sich in seine Musik hineinfallen lassen kann. Und diese Möglichkeit
bieten Erika Strecker und Herbert Fischerauer, indem sie eben, ein paar Mal im Jahr, mit "Original Wiener
Musik am Entstehungsort" und einmal jährlich mit einem Gartenkonzert unter dem Motto "Heinrich Strecker
- ein Leben für die Musik" Sängerinnen, Sänger und Musiker engagieren, die einen "Ohrwurm"
nach dem anderen zum Besten gaben. Leider haben wir das letzte Konzert versäumt ("Klangbogen Neunkirchen",
die "Malat-Schrammeln" und namhafte Interpreten hatten Anfang Juli für große Begeisterung
gesorgt), doch standen Künsterin und Künstler "unseres" Nachmittags in keiner Weise nach, waren
es doch Gabriele Kridl, Prof. Walter Heider und Beppo Binder, die von Wolfgang Ortner am Flügel begleitet,
"Strecker vom Feinsten" boten. Nicht zu vergessen, Herbert Fischerauer, in Windeseile vom Museumsführer
zum befrackten Interpreten geworden, sang nicht nur, sondern führte auch durch einen mehr als kurzweiligen
Nachmittag. Und wir enden mit einem Gemeinplatz, der aber alles ausdrückt, was zu sagen ist: Schade, daß es so schnell vorbei war. Wenn Sie nun Lust bekommen haben, das hier kurz Umrissene selbst zu erleben, nutzen Sie einfach unseren Terminkalender, wo die Veranstaltungen ebenso nachzulesen sind, wie auch im Internet-Angebot der "Heinrich Strecker Gesellschaft". |
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| Quellen: WDR, Heinrich Stecker Gesellschaft, Archive von dwl und ÖJ | ||||||
| Hier geht es zur Fotoseite 1 vom 13. August >>> Hier geht es zur Fotoseite 2 vom 13. August >>> |
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erstellt am 24. 08. 06 © http://www.daswienerlied.at |
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