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5. Schrammel.Klang.Festival

Im niederösterreichischen Litschau trafen einander rund 6000 Musikliebhaber, um diesmal den 200. Geburtstag von Kaspar Schrammel zu feiern – Spätestens 2011 ist das Schrammel.Klang. Festival in Litschau als Gesamtkunstwerk mit Seltenheitswert zu betrachten.
Die Sängerhütte am Ufer des Litschauer Herrensees (Foto: Andreas Biedermann) 

Die Sängerhütte am Ufer des Litschauer Herrensees (Foto: Andreas Biedermann)

Spätestens 2011 ist das Schrammel.Klang. Festival in Litschau als Gesamtkunstwerk mit Seltenheitswert zu betrachten.

Abgesehen von den zahllosen musikalischen Köstlichkeiten ist das Konzept, an drei Juli-Tagen die Hügeln um den verträumten Herrensee mit verschiedenen Naturbühnen zu bespielen, ja ziemlich einmalig. Und da die Künstler während des Festes die Bühnen untereinander wechseln, kann der interessierte Beobachter aus nächster Nähe erkennen oder zumindest vermuten, was einstudiert, was spontan ist, wie die Stimmung unter den Musikern, wie die jeweilige Ausstrahlung ins Publikum ist.

Auch der Freitagabend, wo sich die besten Schrammelmusiker des Landes völlig furchtlos um das Herrenseetheater gruppieren und gemeinsam musizieren – in innigstem Kontakt mit den begeisterten Zuhörern, ist in Zeiten, wo offensichtlich jeder jedem nach dem Leben trachtet, nicht nur in Oslo, auch in Eisdielen und sogar auf der Rax, völlig anachronistisch.

Bei den Künstlern ist es schwer, jemand nicht zu erwähnen. Allen voran gebührt natürlich den Urgesteinen Rudi Koschelu, Herbert Bäuml, Kurt Girk, Agnes Palmisano u.a. jede Hochachtung. Wie diese Leute diese Musik pflegen und hochhalten, ist wirklich bewundernswert. Schließlich feiern wir auch den 200. Geburtstag von Kaspar Schrammel!

Folgende Musiker und -Musikgruppen beweisen, daß diese Szene nicht nur Vergangenheit hat, sondern eine absolut lebendige, erfolgversprechende Zukunft: Walther Soyka, rutka.steurer, Roland Sulzer, Wiener Art Schrammeln, Willi Lehner, Kurt Obermair und, nicht zuletzt, natürlich das Kollegium Kalksburg. Dieses Trio zeigt zwischen den massiven Zwerchfellattacken fast zu sparsam, welch famose Musiker sie sind.

Völlig unfaßbar sind auch die Darbietungen der beiden Musik- und Textakrobaten Georg Breinschmid (kb) und Thomas Gansch (tr + git !). Selten hört man Musik in solch abstrakter Perfektion.

Im Rahmen der Samstag-Gala fand die Uraufführung der „Litschauer Hetz“ statt, in Anlehnung an die Johann Schrammel-Komposition „Dornbacher Hetz“. Alfred Pfleger, immerhin Konzertmeister der Vereingten Bühnen Wien, überließ die Bühne kampflos seinen russischen Gästen Sergej Bolotny und Crisoula Kombotis an der Geige, sowie Martin Breinschmid (vibr), Herbert Pichler und vielen anderen. Von Schrammel- und Strauss Sohn-Kompositionen über Klezmer und Jazz ging die Reise und zurück.

Den Abschluß am Sonntag machte Roland Neuwirth mit seinen Extremschrammeln, in seiner Art auch unerreicht.

Zeno Stanek, allgegenwärtiger Intendant des Festivals, hat mit seinem Team nicht nur Ideen wie Schrammelfloß, Nachtwanderung, Weinpavillon und Geigenbauhütte zum Durchbruch verholfen, sondern für einige Tage eine neue Heimat geschaffen – für Künstler und Publikum.

schrammel.tv
Für öffentlich-rechtliche und private Medien ist diese Musik noch immer kein Thema. Darum sei auf das Redaktionsteam des internet TV-Portals http://schrammel.tv hingewiesen, welches wieder viele Stunden des Festivals festhalten konnte.

Von Dr. Gerhard Schiller

 

"Jam Session" mit Willi Lehner, Fredi Gradinger, Herbert Bäuml und Kurt Girk (Foto: Karl Satzinger)

Ein Rückblick
Das 5. Schrammel.Klang.Festival stand 2011 im Zeichen von Kaspar Schrammels 200. Geburtstag. Von 8. bis 10. Juli 2011 würdigten wieder zahlreiche KünstlerInnen vor einer eindrucksvollen Naturkulisse die Musik der Schrammeln. Über 100 MusikerInnen aus Österreich sowie dem Ausland traten bei Konzerten, Matineen und im Rahmen des Schrammelpfads rund um den Herrensee auf.

Die Liste der illustren Gäste ist lang: unter vielen anderen gaben sich bratfisch, Die Mondscheinbrüder, Die Strottern, Ernst Molden, Georg Breinschmid, Kollegium Kalksburg, die Neuen Wiener Concert Schrammeln, Roland Neuwirth & Extremschrammeln und Walther Soyka die Ehre. Erstmals beim Festival mit dabei sind Billisich und Band mit „neuen Wiener Liedern“, wienerglühn, die Formation der Geschwister Heidelinde und Rudi Gratzl, die fulminanten Senkrechtstarter Catch-Pop String-Strong, der junge Geiger Sergei Bolotny, der sowohl als Philharmoniker als auch als Klezmer-Musiker Furore macht und das in der Szene schon gut bekannte Ensemble Des Ano rund um Max Gruber.

Zur Eröffnung am 8. Juli im Herrenseetheater wurde das hauseigene Erfolgsstück „Herzfleisch“ von René Freund in einer aktualisierten Version in der Regie von Zeno Stanek präsentiert.

Anschließend folgte der erste musikalische Höhepunkt mit einem fulminanten Konzert von „Brein’s Café“ mit Georg Breinschmid und Thomas Gansch, bevor sich ab 22.30 Uhr die anwesenden KünstlerInnen zur Schrammel.Jam.Session im Strandbad versammelten. Sie soll bis in die frühen Morgenstunden gedauert haben. Die Samstag-Gala gehörte der Uraufführung der „Litschauer Hetz“ (benannt in Anlehnung an Johann Schrammels Komposition „Dornbacher Hetz“) und vereinte Musik aus der Zeit von Kaspar Schrammel mit Strauss-Melodien, Klezmer-Klängen, Schrammel-Kompositionen und Jazz.

Geleitet wurde die musikalische Erlustigung von Alfred Pfleger, Konzertmeister der Vereinigten Bühnen Wien und Stehgeiger, der für einen ganzen Abend befreundete Musiker um sich geschart hat, die in die musikalische Zeit von Kaspar Schrammel führten. Mit dabei u. a. Sergei Bolotny, Herbert Pichler, der Solokeyboarder der Vereinigten Bühnen Wien, und der Vibraphonist Martin Breinschmid.
 

"Herzfleisch" von René Freund in einer aktualisierten Version in der Regie von Zeno Stanek   (Foto: Andreas Biedermann)

Gewiss eine Hetz' in Litschau!
Kernstück des Festivals war Samstag wie Sonntag von 13 bis 18 Uhr der Schrammelpfad auf den Naturbühnen rund um den malerischen Herrensee mit Konzerten, Theater, Schrammelfloß-Fahrten, Lesungen, Picknick-Gastronomie, einem Weinpavillon, dem Schrammelheurigen „Im Gemüthlichen“ und vieles mehr.

Weitere Highlights waren das Konzert von bratfisch am Samstagabend, die Nachtwanderung (ab 23.30 Uhr) mit vielen KünstlerInnen des Festivals unter anderen Des Ano und Catch-Pop String-Strong, die Instrumentenbauhütten für Geige und Kontragitarre am Gelände, der Schrammel.Klang.Express, der am Sonntag von Gmünd kommend mit dem Drehorgel-Spieler Oliver Maar an Bord rechtzeitig zum Schrammelfrühstück am Kulturbahnhof Litschau mit Christina Zurbrügg eintraf, die Schrammel. Golf.Trophy am Golfplatz in Haugschlag, sowie die bodenständige Gastronomie vor Ort. Im Vorfeld durfte natürlich der schon traditionelle Schrammel.Workshop nicht fehlen.

Zum Finale des Festivals spielte einer der „Ahnherren“ des neuen Wienerlieds auf: Roland Neuwirth mit seinen Extremschrammeln.
Roland Neuwirth mit seinen Extremschrammeln

Roland Neuwirth mit seinen Extremschrammeln  (Foto: Andreas Biedermann)

Schrammel.Klang.Festival 2012
Auch beim Schrammel.Klang.Festival 2012 mit dem Schrammelpfad mit Musik und Theater auf Bühnen in der freien Natur und am Schrammelfloß mitten am See, bei Matineen, Abendkonzerten, einer Dampflokfahrt und bei Nachtwanderungen erleben Besucher wieder drei Tage voller Musikgenuß in stimmungsvoller Naturkulisse. Zur Stärkung gibt’s auch im kommenden Jahr kulinarische Schmankerln der Region sowie eine Auswahl heimischer Weine im Weinpavillon. Ein perfekter und authentischer Spielraum für die Schrammelmusik.

Das nächste Schrammel.Klang.Festival findet vom 6.-8. Juli 2012 statt. Der Kartenverkauf für das kommende Festival startet bereits Ende Herbst 2011.
  
     
http://www.schrammelklang.at 
     
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erstellt am 26. 08. 2011 © http://www.daswienerlied.at